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Internet of Things

Auch in der Logistik gibt es noch Vernetzungsbedarf

Das Internet of Things (IoT) ist zwar mittlerweile ein Thema in Herstellung und Lieferkette, doch bei der Umsetzung entsprechender Projekte hakt es noch.

Laut der aktuellen Trendstudie „IoT in Produktion und Logistik“ des Marktanalyse- und Beratungsunternehmens PAC im Auftrag der Deutschen Telekom und ihrer Großkundentochter T-Systems, für die 150 IT- und Business-Entscheider aus der Fertigungs- und Logistikbranche befragt wurden, haben bisher nur vier Prozent der Betriebe „eine vollkommen vernetze Umgebung geschaffen“.

Logistiker sind besser vernetzt als Produktionsunternehmen

Doch Effizienzdruck (77 Prozent), die notwendige Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit (73 Prozent) sowie die Erhöhung der Agilität und Flexibilität (71 Prozent) sind derzeit wichtige Motivationsfaktoren, weshalb Unternehmen verstärkt in IoT-Projekte investieren. Wie die Studie zeigt, sind die Logistiker heute bereits deutlich besser vernetzt als Unternehmen aus der Produktion.

Zum einen haben sie besonderes Interesse daran, Logistikprozesse mit Mitteln der IoT-Technologien transparenter und effizienter zu gestalten. Zum anderen streben sie hinsichtlich des Innovationsdrucks durch den Online-Handel neue Lieferkonzepte an. Allgemein zeigt sich laut der Studie, dass viele Unternehmen zwar mit der Vernetzung ihrer Produktions- und Logistikumgebung begonnen haben. Aber für eine durchgehende IoT-Funktionalität reicht die aktuelle Installation in der Supply Chain noch nicht aus.

Auch nach Einschätzung der befragten Entscheider muss der Grad der Vernetzung in Zukunft noch deutlich steigen: 82 Prozent der Befragten streben bis in vier Jahren eine Umgebung an, die zu mehr als der Hälfte vernetzt ist. Davon versprechen sie sich vor allem eine fortwährende Optimierung der Produktion und Logistik (88 Prozent), 87 Prozent zielen auf mehr Transparenz ab und 83 Prozent würden durch IoT-Projekte gern ungeplante Standzeiten vermeiden.

Güterbahnen testen das Internet der Dinge

Erste konkrete IoT-Anwendungen in der Transportlogistik gibt es bereits. So testet die Schweizer Güterbahn SBB Cargo gemeinsam mit Bosch Engineering ein Asset Intelligence-System für den Schienengüterverkehr. Dazu wurden die Waggons mit Sensoren ausgestattet. Diese sammeln metergenaue Informationen über die aktuelle Position sowie den Zustand von Ladung und Wagen, wie beispielsweise Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Eine Vernetzungs-Hardware sendet die Daten per Mobilfunk an einen Server und stellt sie dem Bahnbetreiber online zur Verfügung.

Damit kann dieser jederzeit nachvollziehen, wo sich Waggons und Güter befinden und seine Kunden immer auf dem Laufenden halten. Da es beim Rangieren und Verladen häufig zu Erschütterungen kommt, die im schlimmsten Fall Güterwagen und Ware beschädigen können, misst ein dreiachsiger Beschleunigungssensor in der Vernetzungs-Hardware die Stärke, Häufigkeit und genaue Position dieser Stöße und wertet die entsprechenden Daten aus. Der gesamte Transport lässt sich so lückenlos dokumentieren.

Auf dem Internet of Things Solutions World Congress (IoTSWC) in Barcelona gab es kürzlich etliche weitere solcher Logistik 4.0-Anwendungen zu sehen. So präsentierte SAP gemeinsam mit der italienischen Eisenbahn Trenitalia, wie das Unternehmen durch intelligente Geräte und das Internet der Dinge effizientere betriebliche Abläufe bei der Wartung von Equipment erreicht und so die Kosten in diesem Bereich um 10 % senken konnte.

Das vorgestellte dynamische Wartungsmanagement verbindet riesige Mengen an operativen Echtzeitdaten von Motoren, Batterien und Bremsen, die aus Sensoren und intelligenten Anlagen ausgelesen werden, mit Prognosemodellen für maschinelles Lernen. So lassen sich aus Lebenszyklen und der wahrscheinlichen Abnutzung der Teile vorausschauende Instandhaltungen planen und plötzliche Ausfälle deutlich reduzieren.

Beindruckend ist auch der „Superbrain“-Plattformlösung für Smart Trains, eine Zusammenarbeit von GE Transportation und Intel Corp. IoT bedeutet jedoch nicht nur Daten auszulesen, sondern auch die autonome Kommunikation zwischen Geräten. Aufgrund immer aktueller Kontextinformationen kann ein Steuergerät dann z.B. eigenständig Entscheidungen treffen.


 

 

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