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Verschmähte Personalresourcen

IT-Branche lässt ältere Bewerber links liegen

Die Folgen des Jugendwahns

Angezweifelt wird bei älteren Mitarbeitern immer wieder die Leistungsfähigkeit. "Die schlafen doch auf dem Weg vom Schreibtisch zur Kaffeeküche ein", sagt ein Personalverantwortlicher, der älteren Bewerbern kritisch gegenüber steht und weiß, dass er mit seiner Denkweise nicht der einzige ist. Doch der Jugendwahn lässt manche Unternehmen in eine dauerhafte Personalkrise schlittern.

"Viele Unternehmen leiden unter einer hohen Mitarbeiterfluktuation. Junge Bewerber im besten Karriere-Alter bleiben oft nur ein bis drei Jahre. Ältere Semester haben dagegen seltener solche Ambitionen. Sie möchten eine interessante Aufgabe haben und in der Firma bis zum Ruhestand arbeiten, also noch zehn bis 15 Jahre", sagt Nobis. Ein Detail, das besonders ins Auge springt, wenn man sich die Wechselabsichten der IT-Führungskräfte anschaut: Rund 80 Prozent wollen in naher Zukunft die Stelle wechseln, wie bei der diesjährigen CIO Survey von Harvey Nash ermittelt wurde

Umdenken kommt nur allmählich in Gang

Die hohe Fluktuation zieht sich durch alle Hierarchie-Ebenen. Einige Unternehmen reagieren bereits. Erst kürzlich sei er von einem Unternehmen angesprochen worden, dass ausdrücklich nach einem älteren Mitarbeiter Ausschau hält, sagt Nobis. Zuvor musste der dortige Chef eine Stelle in fünf Jahren dreimal neu besetzen. Ältere IT-Experten könnten auch Stabilität und Ruhe in ein Team bringen - sie haben weniger zu verlieren und mehr Lebenserfahrung.

Die Älteren kämpfen aber nicht nur gegen Vorurteile, sondern stecken auch in einer finanziellen Zwickmühle. Durch ihre oft jahrzehntelange Erfahrung haben sie ein hohes Gehalt, das ihnen manche Stelle verbaut. Passen sie ihre Gehaltsforderungen an, können sie zwar mit Jüngeren mithalten - zugleich stellt sich manch ein Personaler die Frage, ob mit dem Kandidaten etwas nicht stimmt. Außerdem müssen die "alten Eisen" ebenso kritisch gegenüber sich selbst sein, betont Nobis - fernab der geforderten Qualifikation. Wer beratungsresistent sei oder im Bewerbungsgespräch altväterlich über alles hinweggehe und neue Methoden als alten Wein in neuen Schläuchen abtue, habe es natürlich schwer.

(pressetext.com)


 


 

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