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Karneval

Keine Narrenfreiheit für Arbeitnehmer

Das Arbeitsrecht nimmt auf Karnevalsfreunde keine Rücksicht. Arbeitnehmer müssen daher auf kulante Vorgesetzte hoffen – oder Urlaub nehmen.

Die fünfte Jahreszeit erreicht dieser Tage ihren Höhepunkt. Für Karnevalisten stellt sich an solchen Tage die Frage, wie sich die Freude am Narrentum mit dem Arbeitsverhältnis vereinbaren lässt. Fest steht, dass weder Weiberfastnacht noch Rosenmontag in Nordrhein-Westfalen offizielle Feiertage sind. „An den Karnevalstagen muss regulär gearbeitet werden. Der Arbeitnehmer hat nur dann einen Anspruch auf einen freien Tag, wenn der Arbeitgeber in den letzten drei Jahren immer an diesem Tag ohne Vorbehalt frei gegeben hat und dadurch eine betriebliche Übung entstanden ist“, klärt Ulrich Kanders, Hauptgeschäftsführer und Rechtsanwalt des Essener Unternehmensverbandes (EUV) über die Rechtslage auf. „Ansonsten müssen Karnevalsjecken ganz normal Urlaub nehmen.“

Absprache mit dem Arbeitgeber

Ob auf der Arbeit gefeiert und sich kostümiert werden darf, liegt ebenfalls allein im Ermessen des Arbeitgebers. „Der Chef kann entscheiden, ob er z.B. ein Alkoholverbot am Arbeitsplatz ausspricht oder nicht“, weiß Kanders. Ähnlich verhält es sich mit Verkleidungen. „Der Arbeitgeber kann verlangen, dass sich seine Angestellten branchenüblich kleiden. Verstoßen Arbeitnehmer dagegen, kann unter Umständen eine Abmahnung folgen“, gibt Kanders zu bedenken. Der Verband rät den Karnevalsfreunden daher, sich rechtzeitig mit dem Arbeitgeber abzustimmen: „In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass in typischen Karnevalsgebieten und sich angrenzenden Regionen oft kulante Regelungen getroffen werden.“

Und wer Karneval zu tief ins Glas geschaut hat und sich nach den närrischen Tagen krank meldet, dem rät der EUV zur Vorsicht. Wer krank ist, hat dies seinem Arbeitgeber unverzüglich anzuzeigen und auf Wunsch der Firma auch ein ärztliches Attest vorzulegen. „Unsere Erfahrung zeigt, dass Arbeitgeber bei Krankenscheinen an oder nach solchen Tagen genauer hinschauen. Also besser vorher ein oder zwei Tage mehr Urlaub zum Erholen vom närrischen Treiben beantragen“, rät Rechtsanwalt Kanders.

(Conrad Rading)


 


 

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