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EHEC

Bisher 13 bestätigte Fälle von EHEC in Köln

Die Zahl der bisher bestätigten Erkrankungen durch das Bakterium Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) in Köln hat sich auf 13 Fälle erhöht. Darunter ist eine Patientin, bei der die Darmerkrankung einen schweren Verlauf genommen hat, sie leidet an dem Hämolytisch-Urämischen-Syndrom (HUS). Unter den 13 bestätigten Fällen sind acht Frauen und fünf Männer. Das Alter der Erkrankten liegt zwischen sieben und 83 Jahren, außerdem ist ein knapp ein Jahr altes Kleinkind betroffen. Sechs Personen werden ambulant behandelt, sieben im Krankenhaus.

Neben den bestätigten Erkrankungen wurden dem städtischen Gesundheitsamt weitere neun Verdachtsfälle gemeldet. Hier muss noch eine Laboruntersuchung nachweisen, ob der EHEC-Erreger diese Erkrankungen ausgelöst hat oder nicht.

Ausgehend von Hamburg und angrenzenden Landkreisen Schleswig-Holsteins ist es in Deutschland zu einer stetig zunehmenden Zahl von Erkrankungen durch Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) gekommen ist. Von schweren Verlaufsfällen, auch mit Todesfolge, wird berichtet. Häufig sind Erwachsene und ältere Kinder betroffen. Die Mehrzahl der Fälle sind weibliche Erwachsene.

Als Ausbruch wird ein kontaminiertes Lebensmittel vermutet. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt derzeit weiterhin, vorsorglich Tomaten, Salatgurken und Blattsalate nicht roh zu verzehren. Diese Hinweise zielen insbesondere auf in  Norddeutschland erhältliche Ware ab. Das Hamburger Hygiene-Institut hat bei Salatgurken aus Spanien EHEC-Erreger identifiziert. Der Erreger könnte aber auch von anderem rohen Gemüse oder von einem anderen Lebensmittel, das gewöhnlich nicht gekocht wird, übertragen worden sein. Rohes Fleisch ist auch nicht  auszuschließen.

Die Stadt Köln hat Kindergärten, Schulen sowie Seniorenheime über Vorbeugemaßnahmen beim Umgang mit Lebensmitteln zum Schutz vor der Krankheit (Kündigungsgrund Krankheit) informiert.

Wie kann man sich schützen?

  • Das Robert Koch-Institut (RKI) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) haben empfohlen, zurzeit auf den Verzehr von Blattsalat, Salatgurken und Tomaten aus Norddeutschland zu verzichten.
  • Pflanzliche Lebensmittel sollten vor dem rohen Verzehr gründlich gereinigt werden. Fleischprodukte sollten vor dem Verzehr ausreichend gegart werden. Milchprodukte sollten nur nach Wärmebehandlung (Pasteurisierung etc.) verzehrt werden.
  • Bei der Zubereitung von Gemüse, auch wenn es nachher gekocht wird, sollte man auf gute Händehygiene achten.
  • Schnittplatten, die Messer und Geräte, die man benutzt hat, sollten nicht ungespült und ungereinigt wieder für andere Lebensmittel verwendet werden.

Eine Infektion mit Enterohämorhagische Eschericha coli (EHEC) oder Shiga-Toxinproduzierenden Eschericha coli (STEC) kann durch direkten Kontakt von (Nutz)Tieren oder deren Ausscheidungen sowie durch den Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln, zum Beispiel Rindfleisch, Rohmilch, aber auch über rohes ungewaschenes Gemüse oder verschlucktes Badewasser erfolgen. Eine Infektion von Mensch zu Mensch ist, vor allem durch mangelnde Hygiene, möglich (Schmierinfektion).

Wie erkenne ich die durch die Infektion verursachte Erkrankung?

Die Infektionen können ohne Beschwerden verlaufen und somit unerkannt bleiben. Die Mehrzahl der manifesten Erkrankungen tritt als unblutiger, meistens wässriger Durchfall in Erscheinung. Begleitsymptome sind Übelkeit, Erbrechen und zunehmende  Bauchschmerzen, seltener Fieber. Bei 10–20 Prozent der Erkrankten entwickelt sich als schwere Verlaufsform eine blutige Darmentzündung mit krampfartigen Bauchschmerzen, blutigem Stuhl und teilweise Fieber. Gefürchtet ist das vor allem bei Kindern vorkommende Hämolytisch-Urämisches-Syndrom (HUS), eine Erkrankung, die sich in Blutgerinnungsstörungen, einer Zerstörung der roten Blutkörperchen und akutem Nierenversagen äußern kann. Diese schwere Komplikation tritt in etwa 5–10 Prozent der Beschwerden verursachenden EHEC-Infektionen auf und ist der häufigste Grund für akutes Nierenversagen im Kindesalter. In der Akutphase liegt die Sterbequote des HUS bei ungefähr 2 Prozent.

Bei weiteren Fragen kann man sich montags bis donnerstags von 7.30 bis 16 Uhr und freitags von 7.30 bis 12 Uhr an das Gesundheitsamt wenden unter der Telefonnummer (0221)  221-24728 oder (für Ärzte) unter der Faxnummer (0221) 221-23553.

Weitere Informationen findet man unter www.stadt-koeln.de oder auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unter www.bzga.de/?sid=663.

Aktueller Stand vom 01.06.2011:

  • 14 bestätigte Fälle, davon 4 ambulant, 10 stationär behandelt, darunter ein HUS-Fall (Alter der Patienten zwischen 17 und 83 Jahre sowie ein knapp 1-jähriges Kleinkind), (9 Frauen, 5 Männer)
  • außerdem 9 Verdachtsfälle

Quelle: Stadt Köln

(Redaktion)


 


 

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