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KREATIV-QUARTIERE IM RUHRGEBIET

Brooklyn und Prenzlauer Berg als Vorbilder

London: "Baut keine Gefängnisse, sondern Regenschirme"

Über einen reichen Erfahrungsschatz als Umnutzungs- und Revitalisierungsexperte verfügt auch der Londoner Stadt- und Regionalplaner Eric Reynolds. Seit den 1970er Jahren war Reynolds an zahlreichen Großprojekten und Umnutzungen in London beteiligt. Als Entwickler übernahm er erfolglos gewordene Shoppingcenter und führte sie zu neuer Blüte, machte aus leerstehenden U-Bahnstationen rentable Einkaufs- und Gastronomieadressen und siedelte kreative Unternehmen in einer revitalisierten Schiffsbojenfabrik an. "Es sind eher die kleinen Projekte und die geringeren Summen, die viel bewirken können", führte er am Beispiel der Umnutzung der Merton Abbey Mills aus.

Das älteste erhaltene Industriegebäude Londons sollte abgerissen und durch einen Supermarkt ersetzt werden. Es regte sich Protest. Reynolds erwarb das Grundstück und investierte 1,6 Millionen Euro in die Umwandlung des Areals in einen alternativen Straßenmarkt. Heute arbeiten hier 200 Menschen, die im Jahr mehr als zwei Millionen Euro umsetzen. "Merton Abbay Mills ist eine Touristenattraktion", so Reynolds. An Investoren und Projektentwickler gerichtet erklärte er: "Man muss kreativen Unternehmen Raum für Experimente lassen. Baut keine Gefängnisse, sondern Regenschirme. Kreativität kann in zu perfekten und abgeschlossenen Immobilien auch getötet werden."

Wien: "Coole Orte - wie baut man die?"

Der Urbanist Dr. Oliver Frey von der Technischen Universität in Wien stellte Quartiersentwicklungen in Wien und Linz vor. Er ging der Frage nach, ob kreative Quartiere überhaupt planbar sind. In seinem Beitrag betonte der Wissenschaftler und Buchautor, dass klassische Immobilienkriterien bei kreativen Nutzergruppen versagen können. "Es zählt oftmals nicht die Lage eines Ortes, sondern sein Image. Standorte müssen cool sein. Dies gilt für Stadtteile und für Immobilien", so Frey. Für das Developergeschäft bleibt das nicht ohne Folgen. Denn wer ist nun letztendlich in der Lage, "coole Orte" zu schaffen? Der in Renditekategorien verhaftete Entwickler oder der kreative Nutzer selbst? Die Beiträge des Tages belegten: beides ist möglich.


 

 

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