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Medizin

Künstliches Hüftgelenk muss genau überlegt werden

Viele unterschiedliche Prothesenmodelle

Inzwischen werden allein in Deutschland pro Jahr über 200.000 künstliche Hüftgelenke eingesetzt und die Tendenz ist steigend. Hinzu kommen über 12.000 Austauschoperationen von bereits eingebauten Endoprothesen. Viele hundert unterschiedliche Prothesenmodelle sind derzeit auf dem Markt. Total-Endoprothesen der Hüfte - kurz TEP genannt - ersetzen den Gelenkkopf und die Gelenkpfanne. Sie werden mit Hilfe von speziellem Knochenzement aber auch unzementiert oder durch kombinierte Verfahren im Knochen verankert. "Die zementfreie Implantation stellt seit langem das Standardverfahren bei jüngeren Patienten dar", berichtet Dr. Schlegel, "und wird mittlerweile auch vermehrt bei betagten Patienten und sogar bei Osteoporose gewählt."

Zahlreiche Variationen in Form, Material und Oberflächenbeschichtung sowie neuere knochenerhaltendere Implantate wie Kappen- und Kurzschaftprothesen und verschiedenartige Operationstechniken konkurrieren miteinander. "Einige davon müssen aber ihre Berechtigung erst noch in Langzeitstudien unter Beweis stellen", so der Mülheimer Orthopäde. "Ein erfahrener Operateur wird immer zusammen mit dem Patienten entscheiden, welches Verfahren das Beste für den individuellen Fall ist. Faktoren wie Alter, Geschlecht, Größe, der gesundheitliche Allgemeinzustand sowie die Knochenqualität des Betroffenen spielen bei der Entscheidung eine Rolle."

Allgemeine Risiken und Komplikationen

Der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks kann sowohl unter Vollnarkose, als auch mit einer Spinalanästhesie - einem rückenmarksnahen, lokalen Narkoseverfahren - durchgeführt werden. Wie bei jeder Operation muss auch hier mit allgemeinen Risiken und Komplikationen gerechnet werden. Dazu zählen beispielsweise Wundheilungsstörungen, Nervenverletzungen, Thrombosen oder Infektionen. Auch eingriffsspezifische Komplikationen wie das Herausspringen des Hüftgelenkes, Knochenbrüche und Prothesenlockerungen sind möglich. "Zu solchen Ereignissen kommt es aber nur äußerst selten", beruhigt Dr. Schlegel. "Üblicherweise beginnt der Patient bereits am zweiten Tag nach der Operation, unter der Anleitung eines Krankengymnasten, mit den ersten Gehübungen. Nach Abheilung der Wunde - etwa dem zwölften Tag ab Einbau der Hüft-TEP - wird der Patient aus dem Akutkrankenhaus entlassen und den stationären oder ambulanten Rehabilitationsmaßnahmen zugeführt."

Die Anschlussheilbehandlungen sind heute weitestgehend standardisiert und auch die notwendigen diagnostischen und therapeutischen Vorgehensweisen der fachärztlichen Weiterbetreuung sind überwiegend festgelegt. Dr. Schlegel: "Jeder Patient hat darüber hinaus aber die Möglichkeit, das Operationsergebnis durch sein Verhalten positiv zu beeinflussen. Eine Gewichtsanpassung und die Wahl der geeigneten sportlichen Betätigung zählen ebenso dazu, wie regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Facharzt."

(EKE)


 

 

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St. Marien-Hospital Mülheim an der Ruhr

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