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RUHR.2010

Trotz Daisy: 100.000 feierten auf Zeche Zollverein Eröffnung der Kulturhauptstadt

Zum Kulturfest kamen gestern abend bei klirrender Kälte und trotz verschneiter Strassen rund 100.000 Menschen. Neben zahlreichen Programm-Höhepunkten in den Hallen und auf dem Gelände zählte das knapp halbstündige Höhenfeuerwerk über dem Doppelbock, dem Wahrzeichen der Metropole Ruhr, zu den Highlights.

"Ein Wintermärchen wird wahr", schwärmen die Organisatoren. Denn bis zur letzten Minute war fraglich, ob wegen des angekündigten Schneeorkans Daisy die Eröffnung der Europäischen Kulturhauptstadt wie geplant stattfinden kann. Doch trotz dichten Schneetreibens ging am Nachmittag der offizielle Festakt über die Open-Air-Bühne in der ehemaligen Kokerei auf Zeche Zollverein. "Wir sind außerordentlich zufrieden und erleichtert", meinte Fritz Pleitgen, der Vorsitzende Geschäftsführer der RUHR.2010 GmbH, danach in der spektakulär inszenierten Industriekulisse. "Die Künstler haben heute bewiesen, dass sich die Menschen in dieser Region nicht so leicht unterkriegen lassen", so Pleitgen. "Hätte es Blitzeis gegeben, hätten sie sich Schlittschuhe untergeschnallt." 

Herbert Grönemeyer präsentiert Hymne "Komm zur Ruhr"

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Unter anderem hatten die Musicalstudenten der Folkwang Universität unter der Regie von Gil Mehmert bei starkem Schneefall die Revue "Wir sind das Feuer" aufgeführt. Immer wieder musste Salz gestreut und das Wasser von der Bühne geschoben werden. Als Krönung wurden Ehrengäste wie die Zuschauer der Live-Übertragung im TV Zeugen der Uraufführung von „Komm zur Ruhr“, der neuen Hymne von Herbert Grönemeyer für das Ruhrgebiet. "Die Melodie ist ein Ohrwurm", so Steven Sloane, der das Stück mit seinen Bochumer Philharmonikern als Dirigent begleitete. Dem konnte sein Kollege im Künstlerischen Direktorium von RUHR.2010, Dieter Gorny, nur beipflichten: „Herbert Grönemeyer hat seine Popularität in den Dienst unserer Vision gestellt.“ 

15 Millionen Euro für Kreativ.Quartiere vom Land NRW

Für den von ihm verantworteten Bereich "Kreativwirtschaft" im Rahmen der Kuturhauptstadt hatte er zuvor ein Förderprogramm in Höhe von 15 Millionen Euro vom Land zugesagt bekommen. "Damit ist die Nachhaltigkeit schon zu Beginn gesichert", freute sich Gorny. NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers sagte dazu in seiner Eröffnungsrede: „Es ist eine Kulturhauptstadt mitten im Wandel. Ein besonders schönes Beispiel dafür sind für mich die Kreativquartiere, die in der Metropole Ruhr entstehen. Sie bieten Künstlern und Kreativen aus ganz Europa einen bezahlbaren Wohn- und Wirkungsraum. Durch ihr Leben und ihre Arbeit werden sich diese Areale und Straßen verändern. Abseits der etablierten Standorte wird ein neues kreatives Milieu geschaffen. So entstehen lebendige Stadtviertel mit einer hervorragenden Wertentwicklung. Das ist nicht nur gut für die Künstler. Das ist auch gut für alle Menschen, die hier leben. Deshalb wollen wir die Kreativquartiere auch nach 2010 weiterentwickeln: In einem ersten Schritt mit einem Förderprogramm von 15 Millionen Euro in der Metropole Ruhr. Und ab 2011 sollen dann im ganzen Land neue Kreativquartiere entstehen."

Schlangen bei den Abendveranstaltungen

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Beim abendlichen Kulturfest dann strömten von Stunde zu Stunde mehr Besucher nach Zollverein. "Trotz der schwierigen Bedingungen können über 90 Prozent der Projekte stattfinden", informierte Carola Bühn, die für das Programm des Außengeländes verantwortlich ist. Gerade die vielen Lichteffekte schafften in Kombination mit der winterlichen Umgebung einmalige Bilder. Sehr zur Freude von Karl-Heinz Petzinka, Künstlerischer Direktor für die Stadt der Möglichkeiten. „Auch die Beleuchtung des SANAA-Gebäudes ist an die Lichtkunst auf dem restlichen Gelände angepasst." Vor den Hallen, beispielsweise zu den Tanzdarbietungen bei PACT Zollverein bildeten sich schnell Schlangen – und teils auch Frust der Wartenden. „Ich kann die Leute verstehen", sagt Projektleiter Kersten Sattler, "aber der Andrang ist einfach überwältigend".

Überwältigt war auch RUHR.2010-Geschäftsführer Oliver Scheytt, dessen Blick noch einmal exakt neun Jahre zurückwanderte: „Damals hatten fünf Kulturdezernten im Ruhrgebiet die Idee, gemeinsam die Kulturhauptstadt zu veranstalten.“ Einer davon war Scheytt selbst, der den Anspruch für das nun offiziell eröffnete Kulturhauptstadtjahr formulierte: "Wir kreieren eine neue Wahrnehmung des Ruhrgebiets."

Heute geht das Eröffnungsfest von RUHR.2010 und Ruhr Museum mit einem vielfältigen Familienprogramm weiter.

(Redaktion)


 

 

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