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Viele Mittelständler verzichten auf Bewertung ihrer Lieferanten

Rund ein Drittel der deutschen Mittelständler führen keine standardisierten Lieferantenbewertungen sowie regelmäßige Besuche und Audits bei ihren Lieferanten durch.

 Damit liegen die  mittelständischen Firmen gegenüber Großunternehmen und Konzernen weit zurück: Mehr als 80 Prozent dieser Unternehmen kontrollieren ihre Lieferanten systematisch. Das hat eine aktuelle Befragung von 501 Top-Entscheidern der deutschen Wirtschaft durch das Institut für Demoskopie Allensbach und das Kerkhoff Competence Center of Supply Chain Management der Universität St. Gallen im Auftrag der Unternehmensberatung Kerkhoff Consulting ergeben.

"Die Untersuchung zeigt, dass große Unternehmen das Lieferantenmanagement wesentlich professioneller betreiben als Mittelständler. Dies kann für den Mittelstand zu deutlichen Wettbewerbsnachteilen führen", sagt Gerd Kerkhoff, Geschäftsführer des auf Einkaufsoptimierung und Supply-Chain-Management spezialisierten Düsseldorfer Beratungsunternehmens Kerkhoff Consulting. "Die Steuerung der Lieferanten ist nach wie vor der Hauptjob jeder Einkaufsabteilung. Bei diesem Ergebnis könnte man sich jedoch fragen, was ein Drittel der mittelständischen Einkaufsabteilungen als Ziel definiert hat."

Noch dramatischer ist der Unterschied im Risikomanagement. Gerade einmal 14 Prozent der Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern verfügen über ein Risikomanagementsystem im Einkauf. Immerhin hat knapp die Hälfte (47 Prozent) der großen Firmen mit mehr als 1.000 Angestellten ein solches System aufgebaut.

Die Produktkostenkalkulation und Wertanalyse als modernes Einkaufstool nutzt durchschnittlich erst jedes fünfte Unternehmen. Mit Hilfe dieser Technik wird es Firmen ermöglicht, die genauen Herstellungspreise der von ihnen bezogenen Waren zu schätzen und somit wesentlich schlagkräftigere Lieferantenverhandlungen zu führen. Auch hier wird der Unterschied zwischen Klein und Groß deutlich: 13 Prozent der Mittelständler verfügen über ein "Cost-Breakdown-Tool", bei den großen Unternehmen ist es rund ein Drittel.

Die Befragung hat im 1. Quartal 2011 stattgefunden und ist durch das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag von Kerkhoff Consulting durchgeführt worden. Befragt worden sind 501 Top-Entscheider aus allen Branchen, in der Regel Inhaber, Geschäftsführer und Vorstände. Kleine Unternehmen hatten dabei eine Größe von maximal 250 Mitarbeitern, große Unternehmen von mehr als 1.000 Mitarbeitern.

(ots/Redaktion)


 


 

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