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Lohnsteuerhilfeverein

Hilfe für die Steuererklärung

Den meisten Bürgern fehlt im deutschen Steuer-Labyrinth der nötige Durchblick, um eine optimale Steuererklärung zu verfassen. Eine Studie des Bundesrechnungshofes kommt zu dem Ergebnis, dass jeder dritte Steuerbescheid unvollständig oder unkorrekt ausgefüllt ist, viele Arbeitnehmer geben sogar erst gar keine Erklärung ab.

Das hat zur Folge, dass die Steuerzahler jedes Jahr etwa 500 Millionen Euro an den Staat verschenken. Wer es sich leisten kann, bringt seine Unterlagen zu einem kompetenten Steuerberater, denn durch eine fachmännisch ausgefüllte Steuererklärung steigen die Chancen auf eine Steuerrückzahlung.

Die Höhe der Lohnsteuer berechnet sich aus dem Bruttoeinkommen des Arbeitnehmers, also seinen Einkünften aus nicht selbständiger Arbeit, seiner Lohnsteuerklasse und seinem Familienstand. Der Arbeitgeber behält die Lohnsteuer ein und führt diese an das Finanzamt ab. Der Arbeitnehmer kann nach Ablauf eines Kalenderjahres eine Steuererklärung abgeben und eventuell zu viel gezahlte Beträge zurückfordern. Nach Prüfung der adäquaten Steuersumme anhand Angaben von Arbeitgeber und Arbeitnehmer ergeht ein Steuerbescheid, der regelt, ob dem Arbeitnehmer tatsächlich eine Erstattung zuteil wird oder ob er sogar zu wenig Steuern gezahlt hat und demnach beim Finanzamt noch offene Forderungen bestehen, die der Arbeitnehmer mit einer Nachzahlung zu begleichen hat.

Arbeitnehmer werden in sechs Steuerklassen eingeteilt, wovon zwei Klassen auf nicht Verheiratete mit und ohne Kindern entfallen. Die Steuerklasse trägt zur Höhe der Lohnsteuer bei. Bei verheirateten Partnern kann die Wahl der Steuerklasse beeinflussen, wie viel dem jeweiligen Partner netto übrig bleibt. Der Nettolohn ist wiederum ausschlaggebend für Lohnersatzleistungen wie etwa Krankengeld, Arbeitslosengeld, Elterngeld oder Verletztengeld. Die Kombination der Steuerklassen kann in diesem Bereich also zu Vor- oder Nachteilen führen. Ist das Einkommen beider Partner vergleichbar, bietet es sich an, dass beide Steuerklasse IV wählen. Verdient ein Partner deutlich mehr, weil die Ehefrau beispielsweise nur halbtags beschäftigt ist, sollte sie Lohnsteuerklasse V wählen, er Lohnsteuerklasse III.

Wer sich nicht sicher ist, welche konkreten Folgen die Wahl der Steuerklasse für ihn persönlich hat, sollte sich professionell beraten lassen. Kompetente Beratung gibt es entweder vom Steuerberater oder in einem der zahlreichen Vereine für Lohn- / Einkommensteuerhilfe.

Übrigens: für das Jahr 2010 gibt es eine gelbe Lohnsteuerkarte, diese wird zum letzten Mal eine Lohnsteuerkarte aus Pappe sein, ab 2011 wird die Erhebung der Lohnsteuer durch ein elektronisches Verfahren mit dem Namen ELStAM (Elektronische LohnSteuerAbzugsMerkmale) abgewickelt. Da die Einführung dieses Verfahrens stufenweise erfolgt, wird die Lohnsteuerkarte 2010 etwas länger gültig sein als normal. Sie ist auch im Jahr 2011 noch anwendbar und sollte daher nicht Ende 2010 vernichtet werden.

(Redaktion)


 


 

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