Interview - Michael Moesslang
"Hitchcocks Techniken sind sensationell einfach und zugleich sehr wirkungsvoll"
München. Mit dem Buch „So würde Hitchcock präsentieren“ gehören langweilige Präsentationen endgültig der Vergangenheit an. Spannungsgeladene Präsentationen sind kein Hexenwerk. Doch noch immer werden 84 Prozent aller Vorträge in Deutschland als langweilig oder sogar einschläfernd bezeichnet.

Michael Moesslang, Dozent an der BAW und Hochschule München, 5 Sterne Redner, Top 100 Excellence Trainer, Coach und Autor, ist der Experte für „PreSensation®“, die Sensation in der Präsentation und Selbst-Präsentation.
Michael Moesslang weckt mit seinem neuen Buch „So würde Hitchcock präsentieren“ die Lust auf abwechslungsreiche, lebendige Vorträge. Dafür hat sich der Autor intensiv mit den Stilmitteln und Techniken von Alfred Hitchcock beschäftigt und dessen Finesse auf die Erstellung von spannenden Präsentationen übertragen.
Wir haben uns mit dem Autor über sein neues Buch unterhalten:
business-on.de: Wieso haben Sie Alfred Hitchcock als Thema Ihres aktuellen Buches gewählt?
Michael Moesslang: Hitchcock ist der Master of Suspense, der Meister der Spannung und seine Filme begleiten mich quasi mein ganzes Leben schon. Sie sind immer noch so gut, dass sie regelmäßig im Fernsehen gezeigt werden. Hitchcocks Techniken sind sensationell einfach und zugleich sehr wirkungsvoll. Ich habe mir sie für dieses Buch genauer angeschaut, denn vieles davon ist auf Präsentationen übertragbar und macht diese spannender und überzeugender.
business-on.de: Wer sollte Ihr Buch lesen?
Michael Moesslang: Jeder, der präsentiert und dies mit mehr Wirkung und Überzeugungskraft tun will. Denn wenn die Zuhörer eine spannende Präsentation erleben, bleiben sie aufmerksam und nehmen so die Inhalte besser an. Und lassen sich schließlich auch überzeugen.
business-on.de: Was verstehen Sie persönlich unter Spannung?
Michael Moesslang: War für uns als Kinder die Vorweihnachtszeit nicht spannend, wenn wir neugierig waren, was das Christkind wohl bringen wird? Heute ist es für mich ein guter Film oder eben auch eine gute Rede oder Präsentation. Gut dargestellte Spannung ist für mich immer etwas, das sich langsam aufbaut und zu einem unvorhersehbaren Abschluss kommt. In Filmen wie in Präsentationen. Eine Auflösung, die ich eben nicht erwartet habe, die mich aufrüttelt und belebt. Genau das ist Ziel einer spannenden Präsentation, aufzuwecken und Aufmerksamkeit bis zum Ende zu erzeugen. Ich liebe es, wirklich gelungene Beispiele dafür zu analysieren und daraus zu lernen. Genau diese Erfahrungen gebe ich in meinem Buch weiter.
business-on.de: Was ist der Nutzen für den Leser?
Michael Moesslang: Das Buch ist so aufgebaut, dass es einerseits Spaß macht es zu lesen – alleine die Erinnerungen an die Filme tragen ihren Teil dazu bei. Dann erkärt es die Techniken und Methoden. Und schließlich gibt es genaue Anleitungen, wie der Leser das für seine Präsentationen nachvollziehen und einsetzen kann.
business-on.de: Was sind grundlegende Unterschiede zwischen einem Film und einer Präsentation?
Michael Moesslang: Um einen wesentlichen Punkt zu nennen: Hitchcock hatte zur damaligen Zeit insbesondere mit einer Unsitte zu kämpfen: die Menschen kamen irgendwann im Film in die Kinos. So wie heute, dass alle von Beginn an da sind, war selten. Hitchcock versuchte das zwar zu ändern, es gelang aber nur langsam. Zudem erzählten die Zuschauer von seinen Filmen, so dass viele schon mit einer gewissen Vorstellung in den Film gingen. Bei einer Präsentation ist es dagegen die Aufgabe des Redners gleich zu Beginn sein Publikum für sich zu gewinnen und dann alles so verständlich aufzubauen, dass es logisch und nachvollziehbar ist. Hitchcock dagegen liess schon Mal Dinge unerklärt. Im Film "Die Vögel" wird beispielsweise niemals wirklich erklärt, warum die Vögel plötzlich Menschen angreifen?
business-on.de: Welches ist Ihr Lieblingsfilm von Alfred Hitchchok?
Michael Moesslang: "North by Northwest," bei uns "Der unsichtbare Dritte". Zum einen liebe ich Cary Grant mit seiner Eleganz, seinem Charme und seinem britischen Humor. Zum anderen hat Hitchcock hier eine Menge reingepackt: das Leitmotiv des unschuldig Verfolgten, die dramatischen Szenen als Cary Grant – volltrunken gemacht – ein Mercedes Cabrio entlang einer kurvenreichen Küstenstraße steuern muss, als er mit einem Sprühflugzeug angegriffen wird und schließlich zusammen mit Eva Marie Saint über die Köpfe der in Stein gehauenen Presidentenköpfe am Mount Ruhmore flieht. Er gilt auch als der typischste Hitchcock-Film und diente übrigens als Vorlage für die James Bond-Filme.
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(Redaktion)
Tags:- Interview
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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Michael Moesslang
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