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LfM-Studie: Keine digitale Kluft

Medienkompetenz von Migranten

In Deutschland nutzen junge russische Aussiedler und Jugendliche türkischer Herkunft den Computer und das Internet im Durchschnitt etwas seltener als Jugendliche, die keinen Migrationshintergrund haben.

Besonders die Nutzung der digitalen Medien für Schule, Ausbildung und Beruf ist bei jugendlichen Migranten schwächer ausgeprägt als bei Gleichaltrigen ohne Migrationshintergrund. Das ist eines der Ergebnisse einer repräsentativen Studie, die im Auftrag der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) durchgeführt wurde. 

Unabhängig davon, dass sich die türkischstämmigen Jugendlichen und jungen russischen Aussiedler in ihren konkreten Migrationserfahrungen, ihrem Verhältnis zu Deutschland und in ihren Sprachgewohnheiten deutlich voneinander unterscheiden, gehen sie mit den "alten" und den "neuen" Medien sehr ähnlich um. Das Fernsehen ist in beiden Gruppen das wichtigste Massenmedium, aber auch Internet und Computer gehören für rund zwei Drittel der Befragten zum alltäglichen Medienumgang. Deutlich geringer ist dagegen die Bedeutung von Radio und Zeitung für junge Migranten. Nur 20 Prozent der zwölf- bis 29-jährigen russischen Aussiedler und 28 Prozent der gleichaltrigen türkischstämmigen Jugendlichen lesen regelmäßig eine Zeitung.

Der Studie zufolge habe die Mediennutzung und Medienkompetenz der Jugendlichen mit oder ohne Migrationshintergrund eine wichtige Bedeutung. Beispielsweise wenden sich die jungen russischen Aussiedler stärker und häufiger exklusiv den deutschen Medien zu, während die türkischstämmigen Jugendlichen häufiger türkisch- und deutschsprachige Medienangebote kombinieren und insgesamt seltener auf Medien aus ihrem Herkunftskontext verzichten. Bedeutsamer jedoch als der Migrationshintergrund sind soziale Faktoren, die die Lebenswelt und auch das Mediennutzungsverhalten von jungen Migranten bestimmen. An erster Stelle stehen dabei der sozioökonomische Status und insbesondere die formale Bildung (besuchter Schultyp/ Schulabschluss). So nehmen die Nutzungswerte für PC und Internet in beiden Migrantengruppen mit zunehmendem Bildungsstatus deutlich zu, sie liegen bei den Gymnasiasten um rund 20 Prozentpunkte höher als bei den Hauptschülern. Anders als die formale Bildung ist die Bedeutung des Geschlechts für die Mediennutzung eng mit dem jeweiligen Migrationsmilieu verknüpft. Während die türkischstämmigen Mädchen einen deutlich geringeren Zugang zu PC und Internet haben als ihre männlichen Altersgenossen, gibt es bei den jungen russischen Aussiedlern in dieser Hinsicht keine Unterschiede.

Im Rahmen der LfM-Studie werden die Befunde zur Mediennutzung junger Migranten in zwei gesellschaftspolitischen Kontexten erörtert und vertieft. Grundsätzlich ging es um die Frage, ob der Umgang junger Migranten mit den Medien einen Beitrag zu ihrer Integration in die deutsche Gesellschaft leistet oder dieser eher entgegensteht. Dazu wurden in NRW jeweils rund 300 russische Aussiedler und 300 Personen türkischer Herkunft im Alter zwischen zwölf und 29 Jahren zu ihrer Mediennutzung und Medienkompetenz befragt. Dabei ging es sowohl um die Nutzung der klassischen Massenmedien Presse, Hörfunk und Fernsehen als auch um den Umgang der jungen Migranten mit den neuen Individualmedien PC, Internet, Handy und digitalen Spielen.

(Redaktion)


 


 

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