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Mittelstand rekrutiert Mitarbeiter oft über persönliche Netzwerke

Immer mehr kleine und mittlere Unternehmen rekrutieren Personal über persönliche Kontakte ihrer Mitarbeiter und schreiben damit eine Entwicklung fort, die sich trotz Krise bereits seit 2008 abzeichnet.

Nach einer neuen Erhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat 2008 die Hälfte der Betriebe über firmeninterne Netzwerke nach geeigneten Besetzungen für freie Stellen geforscht. Bei Kleinstbetrieben mit weniger als zehn Mitarbeitern lag der Anteil der so ermittelten Beschäftigten sogar bereits bei 53 Prozent.

"Gerade für kleine und mittlere Unternehmen bietet sich das Horchen nach geeigneten Leuten innerhalb der eigenen Belegschaft an. Schließlich ist dies der direkteste und nicht zuletzt auch kostengünstigste Weg. Bei größeren Unternehmen fehlt dagegen die dazu nötige Intimität und Personalsituation", meint Matthias Knuth, Leiter der Forschungsabteilung Entwicklungstrends des Erwerbssystems am Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen (IAQ), gegenüber der Nachrichtenagentur pressetext. Im Vergleich zu Großunternehmen seien in KMUs vielerorts kaum formale Strukturen für die Besetzung von freien Stellen entwickelt.

Peergroups für Rekrutierungen von Vorteil

"Das Management kleiner Unternehmen hat bei Neueinstellungen über Netzwerke den großen Vorteil, dass Mitarbeiter niemanden empfehlen, der ihnen in letzter Konsequenz selbst Schaden bereiten und für den sie dann Mehrarbeit leisten müssten", erläutert Knuth auf Nachfrage von pressetext. Dem Arbeitsmarktforscher zufolge gehen Geschäftsführer von kleinen Firmen bei der Suche nach frischem Personal davon aus, dass der Freundes- und Bekanntenkreis eigener Mitarbeiter zum Beispiel in puncto Qualifikation eine gewisse Ähnlichkeit aufweist.

Das IAQ entwickelt im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung derzeit Konzepte für die Personalentwicklung der Zukunft. In den kommenden drei Jahren werden die Wissenschaftler ermitteln, welche Qualifikationen in Zukunft benötigt werden, welche Auftstiegsperspektiven Unternehmen bieten müssen oder welche Möglichkeiten der interne Arbeitsmarkt bietet. Drei mögliche Ansätze haben die Experten schon ausgemacht: Zum einen können Versetzungsabteilungen den Einsatz von Mitarbeitern steuern. Bei einem zweiten Ansatz vernetzen sich Unternehmen in Lernallianzen, um die Verfügbarkeit von beruflich qualifiziertem Personal sicherzustellen. Drittens stehen differenzierte Karriere- und Aufstiegswege im Fokus. Die entwickelten Konzepte sollen zusammen mit Unternehmen aus dem Gesundheitswesen, der Metall- und Elektroindustrie und dem Einzelhandel in die Praxis umgesetzt werden.

Berufsabschluss bei Neueinstellungen oft nicht nötig

Wie das Nürnberger IAB in seiner Studie ermittelt hat, werden über persönliche Kontakte häufig Stellen mit niedrigen Qualifikationsanforderungen besetzt. 21 Prozent der Neueinstellungen über die Netzwerke erforderten keinen Berufsabschluss. Dies war nur bei 14 Prozent der analysierten Neueinstellungen der Fall. Aber auch bei Stellen im oberen Segment des Arbeitsmarktes sind persönliche Kontakte verstärkt genutzt worden. Die Forscher fanden heraus, dass vor allem Betriebe in der Land- und Forstwirtschaft sowie dem Bau und Handel Netzwerke anwenden.

(Redaktion)


 

 

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