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IHK warnt vor Steuererhöhungen

Udo Dolezych, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund, warnt vor möglichen Steuererhöhungen nach der Bundestagswahl. Diese würden der deutschen Wirtschaft schwer zu schaffen machen.

„Wer leichtfertig an der Steuerschraube dreht, gefährdet das erfolgreiche deutsche Wirtschaftsmodell. Höhere Steuern schwächen die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und damit zugleich den Wirtschaftsstandort“, sagt Dolezych. Pläne sehen vor, die Einkommenssteuer von 42 auf 49 Prozent anzuheben und eine Vermögenssteuer oder Vermögensabgabe einzuführen. Vor allem kapitalintensiven Unternehmen würden dadurch Belastungen aufgebürdet, die Zukunftsinvestitionen in Produktionsanlagen und die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter erschweren.

Initiative gegen Steuererhöhungen

Auf Initiative der IHK zu Dortmund wollen die Industrie- und Handelskammern dagegen bundesweit ein Zeichen setzen. Abgeordnete und Bundestagskandidaten erhalten in den kommenden Tagen einen Brief, der die schädlichen Auswirkungen der geplanten Steuererhöhungen verdeutlicht. Zudem ermutigen die IHKs ihre Mitgliedsunternehmen, sich selbst an die Politiker zu wenden.

Ausgabendisziplin verbessern!

Der Staat nimmt derzeit Steuern auf Rekordniveau ein – im laufenden Jahr werden es voraussichtlich 615 Milliarden Euro sein, 2017 sogar mehr als 700 Milliarden Euro. Steuererhöhungen zur Konsolidierung der öffentlichen Haushalte seien aber völlig unnötig und das falsche Signal. „Die Politik muss endlich die Ausgabendisziplin verbessern“, sagt Dolezych. Höhere Steuern und Abgaben belasten vor allem den von Familienunternehmen geprägten Mittelstand. Er stellt 60 Prozent der Arbeitsplätze und bildet das Rückgrat der heimischen Wirtschaft.

Ein Beispiel

Welche gravierenden Konsequenzen die Steuererhöhungen für Unternehmen haben würden, zeigt das Beispiel eines Personenunternehmens aus dem Gebiet der IHK zu Dortmund, ein Großhandelsbetrieb mit 76 Arbeitsplätzen. Die Gesellschafter dieses Unternehmens aus der Metallbranche müssten nach den Plänen der SPD eine Vermögensteuer von rund 77.000 Euro zahlen. Der Betrag würde zusätzlich zu den Ertragsteuern anfallen, ohne dass der Betrieb an anderer Stelle steuerlich entlastet würde. Hinzu kämen rund 48.000 Euro durch die Anhebung des Spitzensteuersatzes. Fazit: Das Unternehmen trägt eine Steuerlast von 53,28 Prozent, bezogen auf den Gewinn . Das bedeutet, dass das Unternehmen rund 125.000 Euro weniger investieren könnte. In einer wirtschaftlichen Schwächephase müsste der Betrag für die Vermögensteuer sogar aus dem Eigenkapital geleistet werden.

(IHK Dortmund)


 


 

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