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Mobilfunkanwendungen

Mobiler Fitnesscoach bekämpft den inneren Schweinehund

Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) will mit seinem Projekt uService innovative Handy-Services entwickeln. Erstes Projekt ist uRun - ein mobiler Fitnesscoach für Jogger.

Gesund bleiben, aktiv sein und dabei Spaß haben – Sport ist wichtig und ideal, um fit zu bleiben. Jedoch ist regelmäßige körperliche Betätigung, am liebsten mit Gleichgesinnten, in unserer Gesellschaft, in der sich Privat- und Berufsleben immer weniger an einem starren Zeitplan orientieren und lokal weniger gebunden sind, zunehmend schwierig umzusetzen. Zumal auch jedes Mal der innere Schweinehund überwunden werden muss. Eine spontane Trainingseinheit, gar unterstützt von seinem persönlichen Fitnesstrainer? Das können sich nur die Wenigsten leisten. Wie wäre es da, Sportverein, Fitnessstudio und persönlichen Fitnesstrainer einfach immer auf dem Handy dabei zu haben? Am DFKI in Saarbrücken ist deshalb jetzt das Projekt uService gestartet, das genau diese und andere Visionen Wirklichkeit werden lässt.

Gemeinsam mit dem Deutschen Lauftherapiezentrum realisiert die Forschungseinrichtung hierfür das Anwendungsbeispiel uRun, das speziell auf die Bedürfnisse von Läufern abgestimmt ist. Die Software ermöglicht beispielsweise die spontane Organisation eines Lauftreffs mit anderen Sportbegeisterten über das Mobiltelefon. Außerdem kann das Handy durch Sensoren die Daten des Läufers wie die Herzfrequenz oder seine Laufgeschwindigkeit kontinuierlich erfassen und auswerten. Zusätzlich ermittelt das Gerät die geographische Position des Sportlers und schlägt geeignete Laufstrecken vor. Der ebenfalls auf dem Handy installierte elektronische Fitnesstrainer analysiert die gemessenen Daten des Sportlers und unterstützt ihn mit Tipps und Empfehlungen. So kann der virtuelle Trainer erkennen, wenn der Läufer sich überanstrengt und ihm raten, seinen Lauf auf einem leichteren Streckenabschnitt fortzusetzen. Die Akzeptanz und Gebrauchstauglichkeit solcher Szenarien werden zusammen mit aktiven Sportlern unter der Leitung des DFKI untersucht.

Da im Internet der Zukunft Dienste für mobile Endgeräte eine immer wichtigere Rolle spielen werden, betrachtet Dr. Dirk Werth, Leiter Business Integration Technologies am DFKI, dieses Projekt als wichtigen Schritt in Richtung einer stärkeren Nutzung mobiler Dienste im Alltag. „Mobile Dienste werden nicht mehr einfach nur von Nutzern konsumiert, sondern werden zu einem integralen Bestandteil des täglichen Lebens. Daraus ergeben sich zahlreiche neue Geschäftsmodelle, sowohl für Telekommunikationsprovider als auch für klassische Dienstleistungsunternehmen, wie hier beispielsweise für Fitnessstudios.“

Ziel der Forscher aus dem Saarland ist die Entwicklung einer Software, die den Anwender umfassend bei der Suche nach und Nutzung von solchen mobilen Diensten unterstützt. Der normale Handynutzer, der nicht über spezielles technisches Know-how verfügt, soll diese Funktionen des mobilen Internets ohne Probleme in seinen Alltag einbinden können. So schlägt zum Beispiel das System dem Nutzer aus der Vielfalt mobiler Dienste eine geeignete Auswahl vor, die auf seine aktuelle Situation abgestimmt ist. Die oben beschriebenen uRun-Dienste werden dann nur solchen Usern empfohlen, die als aktive Läufer identifiziert wurden. Ebenso weist das System nur dann auf eine Laufaktivität hin, wenn der Nutzer zu dem Fitnessstand der Laufgruppe passt, er sich gerade in der Nähe des Ortes befindet in welcher der Lauftreff stattfindet, und er für die avisierte Zeit keine anderen Termine hat. „Der persönliche Fitnesstrainer ist dabei nur der erste Schritt“, führt Werth weiter aus. „In Zukunft erwartet uns unser persönlicher Assistent, der uns in allen Lebenslagen aktiv und tatkräftig unterstützt, auf unserem Mobiltelefon.“

Das Projekt uService ist Teil des europäischen Forschungsverbundes „Ubiquitous Service Infrastructure for the Mobile Super Prosumer“, der neuartige mobile Dienste für unterschiedliche Lebensbereiche entwickelt und hierfür Geschäftsmodelle konzipiert. So werden z.B. in Spanien mobile Dienste im Bereich Transport und Tourismus untersucht. Das in Deutschland vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt uService konzentriert sich auf den Bereich Sport, Fitness und Gesundheit. Das DFKI arbeitet hier mit drei Unternehmen der Telekommunikationsbranche (Sagem Orga, Orga Systems und Communology), der Universität Rostock sowie dem Deutschen Lauftherapiezentrum zusammen.

(Redaktion)


 


 

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