Neubau-Schienenstrecke
IHK Duisburg sieht neuen Schub für "Eisernen Rhein" an der A52
Duisburg. Mit privaten Investoren und Betreibern soll in Duisburg ein internationales Sicherheitszentrum errichtet werden, dass als Leuchtturm-Projekt für den Logistikstandort NRW dient.
Für das Projekt "Eiserner Rhein" als Neubau-Schienenstrecke entlang der A52 zwischen der Rhein-Ruhr-Region und dem Seehafen Antwerpen soll es kräftigen Schub geben. Der Schlüssel hierfür: ein internationales Sicherheitszentrum in Verbindung mit dem Bau der Schienentrasse, und zwar durch ein Public-Private-Partnership-Modell. Diesen neuen Ansatz stellte die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve heute anlässlich ihrer Jahres-Pressekonferenz in Duisburg vor.
Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK, bei der die Federführung in Verkehrsfragen für die nordrhein-westfälischen IHKs liegt: "Die Wirtschaft braucht angesichts immens wachsender Gütermengen dringend diese Verbindung, die im Übrigen auch viele tausend Lkw-Transporte umweltfreundlich ersetzen würde. Da die öffentlichen Haushalte kaum Spielraum haben, setzen wir auf das neue Modell. Wir sind davon überzeugt, dass dieses für ganz Nordrhein-Westfalen zu einem Leuchtturmprojekt mit internationaler Ausstrahlung werden kann, und zwar durch die Besonderheit des Sicherheitsaspekts."
Das Thema Sicherheit ist laut IHK in besonderer Weise vor dem Hintergrund des Home Security Act der USA zu sehen. Seit den Terroranschlägen müssen Güter, die per Container in die USA verschifft werden sollen, gescannt werden, damit gefährliche Inhalte identifiziert werden. Dies findet derzeit aber nur stichprobenartig statt. Bislang erfolgt das vereinzelte Scannen in den Seehäfen, so auch in Antwerpen. Aber wohl spätestens 2014 muss jede Ladung für die USA durchleuchtet werden.
Eine Inlandslösung würde vielfältige Vorteile für eine effizientere logistische Abwicklung bedeuten, vor allem für kleine und mittlere Unternehmen. Die geprüften Container könnten hier versiegelt und über den neuen Eisernen Rhein bis auf die Seeschiffe gebracht werden. Damit würde dort ein Flaschenhals verhindert. Folgerichtig wäre auch die Zollabfertigung im neuen Logistik- und Sicherheitszentrum sinnvoll. Darüber hinaus würde dieses Zentrum als Nukleus für weitere Dienstleistungen dienen. Dietzfelbinger: "Das könnte zum Beispiel für eingehende Waren aus dem Agrobusiness-Bereich eine Rolle spielen, wobei Erzeugnisse etwa aus Übersee auf Schadstoffe wie Unkrautvernichtungsmittel geprüft würden."
Finanziell ließe sich das Projekt nach Einschätzung der IHK über eine Festpreis-Lösung für Trasse und Zentrum erreichen. Wenn hierfür die Weichen gestellt würden, könnte - folgerichtig - die Deutsche Bahn ins Spiel kommen, die dann die Infrastruktur komplett übernehmen könnte. Was den möglichen Standort mit entsprechender Anbindung an den Eisernen Rhein im Zuge der A52 angeht, sei auch von Investoren eine entsprechend große Fläche in Brüggen-Elmpt im Kreis Viersen ins Gespräch gebracht worden.
Insgesamt sieht die IHK mit dem Ausbau der Schieneninfrastruktur am Niederrhein gute Entwicklungschancen für den Wirtschaftsstandort. So sei auch endlich Bewegung in den Ausbau der Eisenbahnstrecke zwischen Emmerich am Rhein und Oberhausen in Fortsetzung der niederländischen Betuwe-Lijn gekommen. Den Ankündigungen auf dem Bahngipfel in Düsseldorf vom 31. März - insbesondere zur Kostenentlastung für die Kommunen an der Strecke sowie zum innovativen Lärmschutz - müssten aber auch Taten folgen. Dazu seien Beschlüsse des deutsche Bundestages und des Düsseldorfer Landtags notwendig. "Das muss sehr zügig passieren", so Dietzfelbinger.
(Redaktion)
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