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Projekt „Meilenstein“

Recklinghausen möchte sparsamer mit Flächen umgehen

Die Stadt Recklinghausen möchte einen Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung leisten und ihre verbleibenden Freiflächen schützen. Bis zum Jahr 2020 soll die Umnutzung der Flächen deshalb stark beschränkt werden. Dies soll durch das „Meilenstein“-Zertifikat anerkannt werden.

Pro Tag werden circa zehn Hektar landwirtschaftlich genutzte Flächen in Nordrhein-Westfalen (NRW) für Siedlungs- und Verkehrszwecke umgewandelt. Doch das Angebot solcher Flächen ist begrenzt. Deshalb gilt es, die verbleibenden Freiflächen zu schützen und einen Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung zu leisten. Bis zum Jahr 2020 soll die Umnutzung der Flächen auf fünf Hektar pro Tag beschränkt werden. Die Stadt Recklinghausen unterstützt dieses Ziel – unter anderem mit der Teilnahme am Projekt „Meilenstein“ der Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW e.V. (LAG NRW).

Vorrang für Siedlungsflächen

„Seit Jahren verfolgt Recklinghausen das Ziel, den Verbrauch der Flächen für Siedlungs- und Verkehrszwecke zu reduzieren“, sagt Andreas Rapien, Fachbereichsleiter Planen, Umwelt, Bauen. Entsprechende Zielsetzungen – zum Beispiel der Vorrang der Innenentwicklung, also Siedlungsflächen, vor der Außenentwicklung – bildeten die Grundlage bei der Erarbeitung des Flächennutzungsplans, den der Rat 2013 beschlossen hat. „Vor einem möglichen Anspruch der Flächen werden die unterschiedlichen Nutzungsansprüche untereinander abgewogen und detailliert analysiert“, erklärt Rapien.

Diese Arbeitsweise möchte sich die Stadt Recklinghausen durch das „Meilenstein“-Zertifikat für flächensparende Kommunen in NRW anerkennen lassen. Das Zertifikat bescheinigt Kommunen einen sparsamen Umgang mit der Ressource Fläche. Dabei müssen die Kommunen nachweisen, dass sie sich auf einer strategischen Grundlage durch Programme und Maßnahmen für eine Reduzierung der Flächenumwandlung einsetzen. Bewertet werden neben der Flächenentwicklung der vergangenen zehn Jahre auch die planerischen Steuerungsinstrumente. Außerdem sieht das Zertifizierungssystem „Meilenstein“ eine Re-Zertifizierung in regelmäßigen Abständen vor, um eine kontinuierliche Verbesserung der Leistungen zu gewährleisten.

Immer mehr Naturflächen genutzt

Der Flächennutzungsplan, die Stadtentwicklungskonzepte und die verschiedenen Handlungskonzepte, zum Beispiel das Klimaschutzkonzept, sind nur drei von mehreren Beispielen, auf deren Grundlage die Stadt Flächennutzungspolitik betreibt. „Vor dem Hintergrund der wachsenden Inanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrsflächen werden dem Naturhaushalt immer mehr Flächen entzogen“, so Rapien weiter. „Um dieser Entwicklung mit den daraus folgenden negativen Auswirkungen entgegenzutreten, bemüht sich Recklinghausen um eine bedarfsgerechte, flächensparende Stadtentwicklung.“

„Aktuell werden alle notwendigen Daten zusammen getragen, analysiert und durch die LAG 21 gewertet“, erklärt Birgit Sinhuber-Schotte, Leiterin der Abteilung Stadtentwicklung. „Die Ergebnisse werden anschließend einer Prüfung unterzogen und bei einem positiven Votum im Juni 2014 mit dem Zertifikat für flächensparende Kommunen in NRW ausgezeichnet.“ Den Zertifizierungsprozess möchte die Stadt gemeinsam mit Bürgern, den betroffenen Gruppen wie den Landwirten, Institutionen sowie Trägern öffentlicher Belange gestalten. „Wir laden alle ein, an dem Projekt mitzuwirken, so dass jeder einen Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung leisten kann.“

(Redaktion)


 


 

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