31.03.2011  12:08 Uhr

Handelsmarkt in Deutschland
Aldi belegt Rang 1

Köln. Aldi, Media Markt und Edeka sind die drei wertvollsten Einzelhandelsmarken Deutschlands. Aldi belegt mit 3,5 Mrd. US-Dollar unangefochten Platz 1. Auf Rang 2 rangiert Media Markt mit einem Markenwert von 1,34 Mrd. US-Dollar, dicht gefolgt von Edeka. Der Lebensmitteleinzelhändler konnte den Markenwert um sechs Prozent auf 1,32 Mrd. US-Dollar steigern. Das geht aus der Studie "Best Retail Brands 2011“ von Interbrand in Kooperation mit Interbrand Design Forum.

 

Gegenüber 2009 muss Aldi einen Markenwertverlust von satten 14 Prozent hinnehmen.  Der Discounter büßte im vergangenen Jahr Umsatz ein und verlor Marktanteile an den Konkurrenten Lidl. Dieser platzierte sich 2011 mit einem Markenwert von 1,176 auf Rang 4. Trotz vergleichsweise stabiler Umsatzzahlen und leichtem Ausbau des Marktanteils büßte aber auch Lidl sechs Prozent an Markenwert ein. Die Markenstärke von Aldi Nord und Aldi Süd ist trotz der Verluste noch vergleichsweise hoch. So wird Aldi regelmäßig zur vertrauenswürdigsten Retail-Marke gekürt und von den Verbrauchern zum besten Lebensmittelhändler gewählt. Lidl bleibt hinter seinem direkten Konkurrenten zurück, sowohl was das Preis-Leistungs-Verhältnis als auch die Popularität angeht.

Aber nicht nur der deutsche Lebensmitteleinzelhandel wird von Discountern dominiert - auch in anderen Handelsbereichen Deutschlands gehört der Geiz zum guten Ton, wie beispielsweise im Elektronikeinzelhandel. Die Platzierung von Media Markt auf Rang 2 unterstreicht die Discount-Mentalität der Deutschen.

Dies ist wenig überraschend, haben die führenden Retail-Marken doch jahrelang die deutschen Verbraucher auf "billig" und "Geiz ist geil" konditioniert. Jetzt rächt sich die Preisspirale. Der Beleg dafür: die Discounter konnten von der Wirtschaftskrise nicht profitieren. "Darüber hinaus sind Preissenkungen zwar eine verständliche und nachvollziehbare Reaktion auf die Kaufzurückhaltung der Verbraucher, auch mögen sie in Zeiten der Krise Teil der Markenstory sein, sie sollten aber nicht als Einziges die Attraktivität der Marke ausmachen", mahnte Jez Frampton bereits in der Best Retail Brands Studie 2009.

Die Billigmasche zieht hierzulande immer weniger. Die deutschen Handelsunternehmen müssen erkennen, dass die Kaufentscheidung der Verbraucher nicht mehr ausschließlich preisgetrieben ist. Die Konsumenten achten beispielsweise verstärkt darauf, wo sie ihre Lebensmittel kaufen und woher diese bezogen werden. Vertrauenswürdige Eigenmarken mit bestem Preis-Leistungs-Verhältnis entwickeln sich vor allem im Lebensmitteleinzelhandel als sinnvolle Lösung. Wenn

Vollsortimenter ihre Eigenmarkenstrategie intensivieren, wird es ihnen gelingen, Marktanteile von den Discountern zu gewinnen.

"Der zukünftige Erfolg deutscher Handelsunternehmen hängt davon ab, dass sie verstehen, wie ihre Marken Wert generieren. Die Einzelhändler haben viele Möglichkeiten, um mit den Verbrauchern in Kontakt zu treten, dabei Profil zu zeigen, ein einziges Markenerlebnis zu schaffen, Einkaufsstättenpräferenzen zu erzeugen und so nachhaltig und langfristig Erträge zu sichern", fasst Alexander Rauch, Strategy Director bei Interbrand in Köln, zusammen.


 

(Redaktion)

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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © pixelio.de Peter von Bechen



 


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