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Mittelstandsstudie

Rechnungswesen und Controlling wachsen stärker zusammen

Eine Studie zeigt: Controlling-Aufgaben werden im Mittelstand organisatorisch in das Rechnungswesen integriert und Excel ist noch immer meist genutztes Instrument für Planungen und Auswertungen. Außerdem geht der Trend zu einer Automatisierung bei der Belegverarbeitung.

Zu diesen Ergebnissen kommt die FH Dortmund in Zusammenarbeit mit Diamant Software. Die Studie sollte den Status Quo von den Bereichen Rechnungswesen und Controlling beleuchten. „Die Studie zeigt, dass Finanz- und Rechnungswesen sowie Controlling stärker zusammenwachsen und als gemeinsames Aufgabenbündel verstanden werden sollten. Deshalb muss die Software diese Aufgaben auch einheitlicher unterstützen als in der Vergangenheit“, resümiert Studienleiter Professor Dietmar Schön vom Controlling-Labor der FH Dortmund.

Wichtigste Controlling-Aufgabe: Erfolgsplanung, -steuerung und -kontrolle

Die Bedeutung des Controllings für die Unternehmenssteuerung ist dem Mittelstand laut Studie eindrücklich bewusst: Rund 81 Prozent der Befragten schätzen die Wichtigkeit des Controllings als sehr hoch oder hoch ein. Die bedeutendsten Controlling-Aufgaben der Unternehmen im Zusammenhang mit dem Rechnungswesen sind dabei die laufende Erfolgsplanung, -steuerung und -kontrolle (über 84 Prozent), die Unterstützung bei Investitionsentscheidungen (rund 67) bzw. strategischen Entscheidungen (ca. 64). Befragt nach der Einordnung in die Organisation gab mit knapp 59 Prozent die große Mehrheit an, Controlling als Teilaufgabe des Rechnungswesens zu sehen. Eine eigene Controllingabteilung wird erst mit deutlichem Abstand (25,3 Prozent) angegeben. 

Was die eingesetzten Softwarewerkzeuge anbelangt, werden Planungen und Auswertungen nach wie vor sehr häufig mit Excel unterstützt. Mit rund 52 Prozent erstellen mehr als die Hälfte ihrer Auswertungen mit der Tabellenkalkulation. Außerdem gaben gut 43 Prozent an, kein Standardberichtswesen voll- oder teilweise umgesetzt zu haben. Ein ähnliches Bild zeichnet die Untersuchung bei Mehrdimensionalen Auswertungen über Umsätze, Kosten- und Erfolgsbeiträge nach verschiedenen Ergebnisobjekten (44 Prozent). „Das deutet darauf hin, dass immer noch viele Ressourcen in zeitaufwändiges, manuelles Erfassen, Bereinigen und Aufbereiten von Berichten gesteckt werden, statt leistungsfähige integrative Systeme und Reportinglösungen einzusetzen“, so Professor Dietmar Schön zu den Ergebnissen.

Mangelhafte Unterstützung bei Kennzahlen

Eine Deckungsbeitragsrechnung zur Erfolgssteuerung einzelner Produkte und Dienstleistungen haben gut 29 Prozent der Befragten vollständig und weitere 27 Prozent zumindest teilweise umgesetzt. Sie ermöglicht diesen Unternehmen flexible Entscheidungen und macht sie dadurch krisenfester. Schlecht ist es dagegen um die Unterstützung bei Kennzahlen bestellt: Über ein Drittel arbeitet hier noch manuell und nur knapp 18 Prozent haben ein standardisiertes Kennzahlensystem etabliert.

„Erfreulich ist der mit gut 33 Prozent hohe Anteil der Unternehmen, die eine Planung für kosten- und erfolgsrelevante Bereiche voll umgesetzt haben“, sagt Professor Dietmar Schön. Dennoch sieht er auch hier ein großes Potenzial bei Unternehmen, die derzeit noch manuell planen bzw. Verbesserungen anstreben (knapp 37 Prozent). Auffällig: Im Vergleich zur Kosten- und Erfolgsplanung schneidet die Finanzplanung schlechter ab. Trotzt der Krise und damit einhergehenden Finanzierungsschwierigkeiten liegt die vollständige Umsetzungsquote nur bei gut 28 Prozent.

Bei der Frage nach den Hauptproblemen, die eine Verbesserung des Finanz- und Rechnungswesens sowie Controllings im Unternehmen behindern, wurden vor allem die geringe Personaldecke (37,6 Prozent), die Kosten für die Anschaffung und den laufenden Betrieb (32,6 Prozent) sowie die fehlende Integration der Softwaremodule (31,4 Prozent) genannt. Der Kostendruck zeigt sich hierbei auch in der niedrigen Personalausstattung. Knapp 85 Prozent der befragten KMU haben weniger als fünf Mitarbeiter im Rechnungswesen im Einsatz, gut 36 Prozent sogar weniger als zwei.


 


 

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