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Ruhrgebietslabel

Revier Souvenir: Heimatgefühle mal anders

Schwarzwaldmädel, Eiffelturm oder Petersdom stoßen als Reiseandenken nicht immer auf ungeteilte Gegenliebe. Das Label Revier Souvenir setzt stattdessen auf das Püttstück zum Waschen und auf Grubengold mit Kohlenstauboptik zum Baden.

Für die beiden Schöpferinnen des Ruhrgebietslabels Revier Souvenir haben klassische Souvenirs einfach ein Problem: „Sie sind altbacken, nutzlos und oft wenig originell. Die eigentliche Aufgabe, nämlich die Eigenheiten einer Stadt oder Region widerzuspiegeln, erfüllen nur wenige“, so die Diplom-Designerin Anke Barniske. Seit 2008 arbeitet die Kommunikationsdesignerin als selbständige Creative Directorin und gründete zusammen mit der Grafik-Designerin Bettina Hildebrand im gleichen Jahr das Label Revier Souvenir. Beide stammen aus dem Pott, die eine mal noch so gerade eben aus Hamm in Westfalen, die andere aus Bottrop. Mit drei Produkten, darunter das Püttstück, gingen sie auf den Markt. Das Startkapital für die Unternehmensgründung nahmen sie aus der eigenen Tasche. Seitdem hat sich das Sortiment auf fünf Produkte vergrößert und der Umsatz um 200 Prozent gesteigert. „Zwei neue Souvenirs kommen aber definitiv in Kürze hinzu“, verrät Anke Barniske. Mehr will die 39-Jährige aktuell nicht verraten, die Angst vor Produktdiebstahl ist groß.

Aus dem Sortiment der Ruhrgebietsmarke gibt es neben dem Säuberndem auch noch etwas zum Spielen: Mit dem Quartett „Zechen Stechen“ hat man die32 Riesen des Reviers erstmals im handlichen Spielkartenformat vor sich. Beim Spiel um den frühesten Spatenstich, die meiste Kohle und die letzte Schicht kann es dann nur einen Sieger geben. Für alle Anderen ist leider "Schicht im Schacht". Und nicht vergessen: „Der Letzte macht das Licht aus.“

Was man im Pott so kocht, dazu finden sich 19 Rezepte im Kochpott, den Essensangelegenheiten aus dem Ruhrgebiet. Eins haben die Rezepte wie Hopppelpoppel. Blindes Huhn oder der Bergmannsteller gemeinsam: Sie sind handfest, nahrhaft und ohne viel Brimborium. Genau so, wie es der Kumpel mag. Im letzten Jahr gab es eine erweiterte Ausgabe mit Rezepten von Heinrich Wächter. Der Küchenmeister und Fernsehkoch aus Gelsenkirchen liebt den Pott und kocht mit Leidenschaft die Gerichte seiner Heimat.

Den beiden Schöpferinnen des roten Labels mit Herz und Förderturm haben es geschafft, mal ordentlich auf den grauen Putz zu hauen. Ihre Devise: Keine Angst vor Klischees. Denn es ist doch nun mal so, so Barniske und Hildebrand: Hier ging Günni jeden Morgen zur Schicht auf Zeche, kohleverhangene Häuser prägten das Stadtbild - und tun es hier und da immer noch - und beim Büdchen um die Ecke kann man immer noch Sammelbildchen kaufen. Der Pott war bzw. ist eben beides, dreckig und grün, Kohle und Kultur.

(Susan Tuchel)


 

 

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