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Rhein-Ruhr-Express

Potemkinsches Dorf auf Rädern

Anlässlich der Eisenbahnfachmesse #rail2009, die heute in Dortmund begann, fand die erste Fahrt des neuen Rhein-Ruhr-Express (RRX) statt, der ab 2015 die großen Städte in der Rhein-Ruhr-Region verbinden soll. Allerdings handelte es sich nur um eine Attrape des Außendesigns, das Innere der "Metropolenbahn" muss erst noch gestaltet werden.

Bei einer Sonderfahrt präsentierte NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper heute das Designkonzept für den neuen Zug, der einmal bis zu 160 Stundenkilometer schnell sein soll. Sechs Linien wird es nach der bisherigen Planung ab 2015 geben - mit den Endpunkten Minden, Münster, Emmerich, Aachen, Koblenz und Köln/Bonn Flughafen. Auf der Kernachse Köln-Dortmund soll der RRX dann alle 15 Minuten verkehren.

 „Der Rhein-Ruhr-Express ist das bedeutendste Mobilitäts- und Infrastrukturprojekt in unserem Land. Wenn er auf der Schiene ist, können über 30.000 Personenfahrten pro Werktag vom Auto auf den öffentlichen Nah- und Regionalverkehr verlagert werden“, sagte Lienenkämper bei der Abfahrt des Zuges in Köln. Der schnelle Metropolenzug gilt als das neue „Premiumprodukt“ im Schienenverkehr Nordrhein-Westfalens. Das Designkonzept stammt von der Düsseldorfer Werbeagentur „Butter.“ und wurde bereits mit dem inter­national renommierten Red Dot Award 2009 für Kommunikationsdesign ausgezeichnet.

Die beiden Zugeinheiten der heutigen Sonderfahrt, die von außen im zu­künftigen RRX-Design gestaltet sind und im Inneren ein herkömmlicher Zug sind, werden schon ab dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember auf den Linien RE 3 (Düsseldorf – Oberhausen – Hamm) und RE 13 (Venlo – Mönchengladbach – Hagen – Hamm) unterwegs sein und die Werbetrommel rühren. Hinter der schmucken Fassade stecken Regionaltriebzüge vom Typ Stadler-Flirt („Flinker Leichter Innovativer Regional-Triebzug“) aus der Flotte des Eisenbahnunternehmens Keolis/eurobahn. Das Land - so Minister Lienenkämper heute - erarbeite derzeit im engen Dialog mit der Bahnindustrie die Gestaltung der Fahrzeuginnenräume, die auf der Basis des neuen Designs "gehoben ausgestattet" werden sollen.

Damit der Zug wirklich auf die Gleise gesetzt werden kann, ist allerdings auch noch ein Ausbau von Strecken und Bahnhöfen notwendig. Der soll im Wesentlichen mit Bundesmitteln finanziert werden. Die Deutsche Bahn AG hat mit der Entwurfs- und Geneh­migungsplanung begonnen, ab 2011 soll die Planfeststellung für die einzelnen Bauabschnitte starten. „Für uns ist vordringlich, dass der Ausbau der Infrastruktur so schnell wie möglich realisiert wird. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass der RRX so bald wie möglich zum Einsatz kommt“, sagte Lienenkämper heute.

Das Designkonzept für die künftigen RRX-Fahrzeuge und Stationen wird auf der internationalen Kongressmesse #rail2009 vorgestellt, die noch bis 11. November 2009 in Dortmund stattfindet. Der Zug in den Farben Orange, Anthrazit und Weiß fährt dort virtuell am Messe­stand des Landes Nordrhein-Westfalen vor, der einem Bahnhof nachempfunden ist.

(Redaktion)


 

 

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