Sie sind hier: Startseite Ruhr Aktuell News
Weitere Artikel
Rückgang bei Unternehmen und Privaten

Tiefststand bei Insolvenzen

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist auf dem niedrigsten Stand seit Einführung der neuen Insolvenzordnung im Jahre 1999. Bundesweit waren im ersten Halbjahr nur 12.100 Unternehmen betroffen. Vor der Reform

Die Unternehmensinsolvenzen in Deutschland sind im Vergleiche zum Vorjahreszeitraum um 9,1 Prozent gesunken. Im ersten Halbjahr 2013 waren es noch 13.310 Insolvenzen, in diesem Jahr nur 12.100. Das meldet der Verband der Vereine Creditreform. Ursächlich für den Rückgang sind die anhaltend gute Konjunktur sowie die günstigen Finanzierungsbedingungen. Auch eine geringere Zahl an Folgeinsolvenzen hatte einen positiven Einfluss. Die angemeldeten Forderungen der Insolvenzgläubiger belaufen sich auf insgesamt 12,3 Mrd. Euro nach 14,7 Mrd. Euro im ersten Halbjahr 2013. Für private Insolvenzgläubiger wie Lieferanten und Kreditgeber beträgt die durchschnittliche Schadenssumme je Insolvenzfall 736.000 Euro (Vorjahr: 804.000 Euro). Infolge der Insolvenzen sind 96.000 Arbeitsplätze gefährdet bzw. abgebaut worden. Im Vorjahreszeitraum waren 116.000 Stellen betroffen (minus 17,2 Prozent).

Kleine Firmen besonders betroffen

Überwiegend konzentriert sich das Insolvenzgeschehen auf sehr kleine Firmen. Acht von zehn Insolvenzen (80,4 Prozent) betrafen Unternehmen mit höchstens fünf Mitarbeitern (Vorjahr: 78,9 Prozent). Größere Unternehmensinsolvenzen mit mehr als 100 Beschäftigten machten mit 0,6 Prozent nur einen geringen Teil des gesamten Insolvenzgeschehens aus (Vorjahr: 0,8 Prozent). Zwar war die absolute Zahl insolventer Kleinstfirmen ebenfalls rückläufig, allerdings weniger stark als bei mittleren und größeren Unternehmen. Das zeigt die zunehmende Stabilität der häufig auch international tätigen mittelständischen Unternehmen.

Überdurchschnittlich viele Pleiten im Baugewerbe

Bei jungen Unternehmen gab es zuletzt einen positiven Trend: Die Zahl der Insolvenzen im Alterssegment bis zwei Jahre sank um 15,7 Prozent. Es gingen offenbar mehr substanzhaltige und größere Gründungen bei einem insgesamt ruhigeren Gründungsgeschehen in Deutschland an den Start. Auch Unternehmen mit einer Marktzugehörigkeit von mehr als zehn Jahren wiesen mit minus 10,1 Prozent einen überdurchschnittlich starken Rückgang der Insolvenzfälle auf. Rückläufig sind die Insolvenzen vor allem im Verarbeitenden Gewerbe. Die Zahl ging in diesem Wirtschaftsbereich um 17,9 Prozent deutlich zurück. 920 Unternehmen waren in den ersten sechs Monaten betroffen. Im Baugewerbe blieb die Zahl mit 1.830 nahezu unverändert (1. Halbjahr 2013: 1.840). Im Handel (minus 12,1 Prozent) sowie im Dienstleistungssektor (minus 8,8 Prozent) waren weniger Insolvenzen zu verzeichnen. Die Insolvenzquote (Zahl der Insolvenzen je 10.000 Bestandsunternehmen) verringerte sich gesamtwirtschaftlich von 82 auf 74. Im Baugewerbe bleibt die Insolvenzquote mit 101 überdurchschnittlich hoch.

Privatinsolvenzen: Rückgang vor der Reform

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen in Deutschland ist wie im Vorjahr weiter zurückgegangen. 43.800 insolvente Privatpersonen wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres registriert. Das sind 4,4 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2013 (45.810 Personen). In den ostdeutschen Ländern (minus 3,5 Prozent) sank die Zahl der insolventen Verbraucher weniger deutlich als im Westen (minus 4,6 Prozent), nachdem bis 2012 zunächst im Osten ein stärkerer Rückgang zu verzeichnen war. Die Reform des Verbraucherinsolvenzrechts, die zum 1. Juli 2014 in Kraft tritt, umfasst einige Erleichterungen für die Entschuldung von Privatpersonen wie eine Verkürzung der Wohlverhaltensphase. Vor diesem Hintergrund war ein Rückgang im Vorfeld der Reform zu erwarten gewesen. In der zweiten Jahreshälfte könnte sich diese Entwicklung entsprechend umkehren.

(Redaktion)


 


 

Insolvenzen erstes Halbjahr 2014
Insolvenzen 1. Halbjahr 2014
Unternehmensinsolvenzen
Privatinsolvenzen
Verbraucherinsolvenzen
Insolvenzquote
Verband der Vereine Creditreform

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Insolvenzen erstes Halbjahr 2014" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: