Sie sind hier: Startseite Ruhr Metropol-Wirtschaft
Weitere Artikel
Hotelgewerbe

Im Ruhrgebiet gibt es kaum Sterne

Die Metropole Ruhr hat mehr Hotels als Berlin und das Angebot stieg – bezogen auf die Bettenkapazität – in den letzten 12 Jahren um 25 % an. Allerdings entfallen von den 41.000 im Ruhrgebiet angebotenen Betten lediglich 0,5 % auf das 5-Sterne-Segment und nur 11,9 % haben vier Sterne.

Köln hat einige seiner Luxushotels in der Nähe des Doms. In Düsseldorf findet man die elegantesten Hotels an der Königsallee. Aber im Ruhrgebiet haben es anspruchsvolle Hotelgäste nicht einfach. Keines der Zentren im bevölkerungsreichsten Ballungsraum der Bundesrepublik weist ein 5-Sterne-Hotel auf. Um ein Haus der obersten Preisklasse zu finden, kann man in den Innenstadtbereichen vergebens suchen. „Essen und Dortmund sind - außer Frage - keine klassischen Ferienziele, noch nennenswerte Städtereiseziele. Trotzdem ist es erstaunlich, dass zwei der größten Städte Deutschlands im obersten Hotellerie-Segment derart unerschlossen sind“, kommentiert Ralph Pass, Vorsitzender des Immobilienverbands IVD West.

Im Vorfeld von Ruhr 2010 hat die Immobilienberatungsfirma Stiwa die Lage genau analysiert. Zwar gibt es mit 698 Hotels von Duisburg bis Dortmund ein über 7 Prozent höheres Angebot als in Berlin (648 Hotels), allerdings liegen lediglich 0,5 Prozent der 41 000 verfügbaren Hotelbetten im 5-Sterne-Bereich. In der deutschen Übernachtungsstatistik rangiert der Ruhrpott auf Platz 4, nach Berlin, München und Hamburg. Im letzten Jahr wurden mehr als 5,98 Millionen Übernachtungen gezählt – mehr als in Frankfurt (Main) und Köln. Gleichzeitig lag die durchschnittliche Kapazitätenauslastung bei 38,9 Prozent. Bedeutendster Standort bleibt die Stadt Essen, die allein 1,08 Millionen Übernachtungen und eine Auslastung von 44,1 Prozent auf sich vereinigen kann. Mit einer internationalen Nachfrage von 17,5 Prozent liegt das Ruhrgebiet hinter den großen deutschen Metropolen. Für das Kulturhauptstadtjahr 2010 wird mit einer Steigerung der Übernachtungszahlen um 500 000 gerechnet.

DOWNLOAD:
pdfHotelatlas Ruhr (50kB)

Derzeit befinden sich 14 Hotelprojekte in der Region in konkreter Planung oder im Bau. Das sind rund 1 600 Betten. Der durch eine stichprobenartige Untersuchung ermittelte Nettodurchschnittspreis beträgt 63,50 Euro, wobei Essen und Duisburg die teuersten Hotelpreise im Ruhrgebiet auf-wiesen. Ein interessantes Merkmal der Hotellerie an der Ruhr ist neben einem verhältnismäßig niedrigen Hotelzimmerpreis und geringem Anteil an Besuchern aus dem Ausland die durchschnittliche Betriebsgröße. Mit 52 Zimmern pro Hotel (Spitzenwert in Bochum mit 93 Zimmer pro Hotel) im Ruhrgebiet, zeigt sich eine Struktur von meist privat geführten Klein- und Kleinstbetrieben, wie sie eher im ländlichen Raum in Erscheinung tritt. Und im ländlichen Raum des Ruhrgebiets, genauer gesagt etwas außerhalb von Essen, da kann man sogar auf das Ungewöhnliche treffen: eines der „führenden Kleinhotels der Welt“.

„Es gibt einen Bedarf an Luxushotels im Ruhrgebiet und ich bin mir sicher, dass die Nachfrage - besonders nach den städtebaulichen Verbesserungen im Zuge von Ruhr 2010 - steigen wird.“, bekräftigt Ralph Pass. Ob Großbetreiber wie Accor, Kempinski oder Fairmont dieses Potential auch sehen, bleibt allerdings offen.

(Redaktion)


 

 

Ruhrgebiet
Hotel
Sterne
Hotellerie
Ruhr
Ruhr.2010

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Ruhrgebiet" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: