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RWE geht in Polen nicht voRWEg

Deutschlands zweitgrößter Versorger RWE bläst die geplante Übernahme des polnischen Branchenriesen Enea ab. Einem Bericht des Handelsblatts nach sollen die Deutschen nicht bereit sein, die Preisvorstellungen der Warschauer Regierung zu akzeptieren.

Die Zeitung beruft sich auf Verhandlungskreise, laut deren Aussage eine Einigung "kaum mehr möglich" sei. Aus diesem Grund ist von informierten Personen zu hören, dass man den bereits laufenden Verkaufsprozess nun für andere Bieter offen halten will. Die exklusive Verhandlungspartnerschaft ist damit endgültig aufgekündigt. "Polen ist längst nicht nur für RWE, sondern auch für andere europäische Energiekonzerne ein äußerst interessanter Markt. Denn die Marktprognosen sind in Anbetracht des Wachstums überdurchschnittlich", erläutert Merck-Finck-Analyst Theo Kitz gegenüber pressetext.de.

Dass der Essener Energiekonzern nun offenbar nicht bereit ist, den von der polnischen Regierung geforderten Preis zu zahlen, begrüßt der Branchenexperte. "Enea ist zwar strategisch interessant. Dennoch heißt das nicht, dass man sich um das Unternehmen zu jedem Preis reißen muss. Die Strategie, in dem Fall keine Mondpreise zu zahlen, ist konsequent und im Sinne der Anleger", meint Kitz.

Erst Mitte August hatte die polnische Regierung den Ruhrkonzern als Partner mit ins Boot holen wollen. Nach monatelangen Verhandlungen über ein ernstes Interesse von RWE hatte man den Deutschen einen tieferen Einblick in die Bücher gewährt. Das Interesse scheint nun jedoch verflogen zu sein. Denn eigentlich sollte das RWE-Management bis Donnerstag ein verbindliches Angebot abgeben. Ob es trotz der unterschiedlichen Preisvorstellungen dazu überhaupt noch kommen wird, bleibt aber offen. Die Erwartungen der polnischen Regierung sowie von RWE lägen zu weit auseinander. Mit einem Abschluss rechnen Analysten nicht.

Die aktuelle Bewertungssumme Eneas beträgt rund 2,3 Mrd. Euro. RWE ist der Preis des zum Verkauf stehenden 67-prozentigen staatseigenen Anteil für umgerechnet etwa 1,5 Mrd. Euro scheinbar definitiv zu viel. Darauf soll die Regierung sogar noch einen Aufschlag fordern. Die polnische Regierung hat bereits in den vergangenen Tagen Kritik an RWE geäußert. So hatte der für die Privatisierung zuständige Staatssekretär Jan Bury verlautbaren lassen, für Offerten offen zu sein und einen erneuten Bieterwettkampf um Enea anzustreben. Als Kandidaten gelten die zu 19 Prozent beteiligte schwedische Vattenfall sowie die französische GDF Suez.

(Redaktion)


 


 

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