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Süßes oder Saures

Wer haftet bei Halloween-Streichen?

Heute verkleiden sich viele Kinder als Hexen, Vampire oder Gespenster und ziehen durch die Straßen. Das Klingeln an den Haustüren und Rufen von „Süßes oder Saures“ oder einem anderen Spruch, um die Bewohner dazu zu bringen, ihnen etwas Süßes zu schenken, heißt „Trick Or Treat“.

Sollten die Erwachsenen dieser Bitte nicht nachkommen, so wird ihnen oftmals ein lustiger Streich gespielt, beispielsweise Zahnpasta auf die Türklinke geschmiert. In manchen Fällen wird aber auch ein böser Streich gespielt, z. B. wird ein brennender Böller in den Briefkasten oder es werden Eier an die Hausfassade geworfen. Manche dieser Streiche führen sogar zu einer echten Sachbeschädigung. Für diesen Fall ist es gut, zu wissen, wer für einen solchen Schaden haftet.

Kinder unter sieben Jahren haften gemäß § 828 Abs. 1 BGB grundsätzlich gar nicht, im Straßenverkehr gilt dies nach § 828 Abs. 2 BGB sogar bis zum Alter von zehn Jahren. Kinder über sieben und unter achtzehn Jahren haften immer dann, wenn sie die nötige Einsichtsfähigkeit besitzen. Diese muss jedoch in jedem individuellen Einzelfall überprüft werden. Für Sachbeschädigung, Diebstahl oder Raub sieht das Strafgesetz für strafmündige Jugendliche ab 14 Jahren Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren oder Geldstrafen vor. Dabei ist zu beachten, dass ein Kind, das zwar noch kein eigenes Vermögen hat, trotzdem mit seinem Vermögen haftet. Dies kommt demzufolge, dass ein Urteil 30 Jahre vollstreckbar ist und ein Geschädigter daher mit der Erstattung seiner Ansprüche warten kann, bis das ehemalige Kind selbst Geld verdient.

Eltern haften nicht generell für Schäden, die durch ihre Kinder verursacht werden. Dies ist aber immer dann der Fall, wenn die Eltern ihre Aufsichtspflicht, welche sich aus dem Personensorgerecht der Eltern des § 1631 BGB ergibt, verletzen. Dann haften sie gemäß § 832 BGB für die Schäden, die ein unter Aufsicht Stehender einem Dritten zufügt. Auch in diesen Fällen sind immer die Umstände des konkreten Einzelfalls zu berücksichtigen. Sind die Eltern aber ihren Aufsichtspflichten nachgekommen und haben die Kinder trotzdem Schäden verursacht, so bleiben die Geschädigten vermutlich auf den Kosten sitzen.

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(anwalt.de/ Gabriele Weintz)


 


 

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