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Schuldenbarometer

Mehr private Insolvenzen 2013

Die Privatinsolvenzen sind im ersten Quartal 2013 in Deutschland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,7 Prozent gestiegen. Insgesamt mussten in den ersten drei Monaten des Jahres 33.315 Bundesbürger Insolvenz anmelden.

Das sind die aktuellen Zahlen aus dem „Schuldenbarometer 1. Quartal 2013“ der Wirtschaftsauskunftei Bürgel. „Wir haben schon im vierten Quartal 2012 steigende Fallzahlen bei den Privatinsolvenzen beobachtet. Dieser Trend setzt sich aktuell fort“, kommentiert Bürgel-Geschäftsführer Dr. Norbert Sellin die aktuellen Ergebnisse. Bürgel geht für das Jahr 2013 von leicht steigenden Zahlen auf bis zu 133.000 Fälle bei den Privatinsolvenzen aus. 

Im ersten Quartal 2013 ereigneten sich mit 7.790 die meisten Privatinsolvenzen in Nordrhein-Westfalen. Aber auch in Niedersachsen (4.322), Bayern (3.890) und Baden-Württemberg (3.476) sind die absoluten Insolvenzzahlen im Bundesvergleich hoch.

Nord-Süd-Gefälle

Ein differenziertes Bild zeigt sich, wenn man die relativen Werte der Analyse zugrunde legt – also die Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner pro Bundesland. Es ergibt sich ein ausgeprägtes Nord-Süd-Gefälle: Am häufigsten wurden Verbraucherinsolvenzen im ersten Quartal 2013 mit 72 Fällen je 100.000 Einwohner in Bremen angemeldet. Es folgen die Länder Niedersachsen (55), Schleswig-Holstein (54) und Hamburg (52). Der Bundesdurchschnitt lag in den ersten drei Monaten bei 41 Insolvenzen je 100.000 Einwohner. Die wenigsten Privatinsolvenzen wurden in Thüringen (31) und Bayern (31) gemeldet.

Den stärksten Anstieg im Analysezeitraum gab es in Nordrhein-Westfalen mit einem Plus von 6,8 Prozent auf 7.790 Fälle. Damit hatte das Ergebnis aus dem bevölkerungsreichsten Bundesland einen deutlichen Einfluss auf die steigenden Fallzahlen bundesweit. Zudem stiegen die Insolvenzzahlen in Sachsen-Anhalt (plus 4,2 Prozent), Baden-Württemberg (3,5 Prozent) und in Bayern (2,9 Prozent) gab es mehr private Insolvenzen als im ersten Quartal 2012. Den stärksten Rückgang verbuchte Hamburg mit einem Minus von 2,9 Prozent.

Am stärksten betroffen: Männer und junge Frauen

Der Trend der letzten Jahre, dass mehr Männer als Frauen Privatinsolvenz anmelden müssen, setzte sich auch im ersten Quartal 2013 fort. 56,7 Prozent der angemeldeten Insolvenzen gehen auf das Konto von Männern. Besonders stark ist das Ungleichgewicht bei den 51- bis 60-jährigen Schuldnern mit einem Männeranteil von 59,8 Prozent. Die einzige Ausnahme bilden die 18- bis 20-Jährigen: Hier geraten im Untersuchungszeitraum 54,9 Prozent Frauen in die Zahlungsunfähigkeit .

Auch kleine Schulden führen in Insolvenz

Die Hauptursachen für Privatinsolvenz sind nach wie vor Arbeitslosigkeit, dauerhaftes Niedrigeinkommen, gescheiterte Selbstständigkeit, gescheiterte Immobilienfinanzierung, Trennung, Scheidung und Krankheit . Zudem tragen mangelnde Erfahrungen im Umgang mit Finanzen und Banken und ein unpassendes Konsumverhalten der Verbraucher massiv dazu bei. Die Betroffenen müssen nicht immer hoch verschuldet sein, um in eine Insolvenz zu geraten. Privatpersonen haben vor allem Schulden bei Kreditinstituten, Versandhändlern, Versicherungen, Behörden, Vermietern, Energieversorgern und Telefongesellschaften.

Die gesamten Ergebnisse der Studie gibt es auf www.buergel.de und unter http://ots.de/InHHe.

(Redaktion)


 


 

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