Design-Label
Die Serie Flöz: Szene-Design mit Hammer und Schlegel
Ruhr. Bergbau und Schwerindustrie standen Pate für eine Design-Linie, die nietet, wo andere nähen oder kleben. Der Designer Moritz Wenz hat mit der Serie Flöz eine Marke mit historischen Facetten kreiert und macht die Arbeitertasche aus dem Pütt international salonfähig.
Der Designer Moritz Wenz haderte mit den Männerhandtaschen. Weder Image noch das Design der ums Handgelenk geschlungenen Ledertäschchen trafen seinen Geschmack. Moritz Wenz, der Schmuck- und Gerätedesign in Pforzheim am Berufskolleg gelernt hatte, dann Prototypen für die Werbung entwickelte, nahm ein Industriedesign-Studium in Wuppertal auf. „Die ersten Entwürfe für die Serie Flöz stammen aus dieser Zeit. Doch das Label ist erst nach meinem Diplom entstanden“, so Wenz, der neben der Serie Flöz auch noch als Düsseldorfer Designer in Erscheinung tritt. Neben einem originellen Korkenzieherbausatz bietet er auf seiner Website eine eigene Schmuckkollektion an oder den Icewolf im Designerpelz, für den er 2004 den reddot design award bekam.
Mit der Männertasche der Serie Flöz aus robustem Rinderleder, die der Designer mit rostfreien Nieten und großen verchromten Messingverschlüssen versah, fuhr Moritz Wenz unter Tage im Steinkohlebergwerk Ibbenbüren. „Das war enorm beeindruckend, vor allem, weil ich gesehen habe, dass meine Vorhaben und das Produkt der Serie Flöz auch auf 1500 Meter Tiefe 100 Prozent richtig sind“, erzählt der 34-jährige Designer nicht ohne Stolz. 2009 geht er mit der Serie Flöz auf den Markt und präsentiert sie auf Zeche Zollverein in Essen, der geistigen Heimat der Kollektion, wie Wenz betont. Der Bundesverband Kunsthandwerk Deutschland verleiht ihm die Auszeichnung Form 09 für sein regional-geprägtes Design, die hochwertige Verarbeitung und die nachhaltige Produktion.
Ob Schmuck, Armbänder, Geldbeutel, Gürtel oder Taschen – bei der Materialbeschaffung und Produktion beweist Wenz Heimatverbundenheit. Die pflanzlich gegerbten Leder bezieht er aus Betrieben in Deutschland. Nieten und Verschlüsse stammen aus Wuppertal. Sämtliche Taschen werden in der Solinger Täschnerei Anton, einem alteingesessenen Familienbetrieb, von Hand hergestellt. Angelehnt an das Design der klassischen Handwerkertasche bieten sie auch modernem Handwerkszeug wie Handy, Timer und Laptop Platz.
Die ersten Armbänder der Serie Flöz wurden aus den kraftübertragenden Transmissionsriemen einer alten Schmiede von 1920 gefertigt. Diese limitierte Kleinstserie war die Vorlage für die aus roh verarbeitetem Rinderleder bestehenden Gürtel und Armbänder. Der Schmuck der Serie ist inspiriert von archaischen Materialien und den massiven Formen in Bergbau und Schwerindustrie. Ihr Design erinnert an eine mit Nieten versehene Stahlrolle. Auf Wunsch können auch Edelsteine und Diamanten in die Bandringe eingefasst werden.
Das Label aus dem Premiumsegment zieht vor allem qualitäts- und modebewusste Menschen an, die Wert auf einen nachhaltigen Lebensstil legen. „Mittlerweile ist Flöz auch unisex“, weiß Wenz von den internationalen Messen und von den 16 Stores, die von Hamburg über Bielefeld, Düsseldorf, Mainz, Stuttgart bis nach Zürich seine Kollektion verkaufen.
(Susan Tuchel)
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