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Shared Mobility

Ein Auto statt 23

Während Parkplätze in Großstädten Mangelware sind, stehen private PKWs im Schnitt 23 Stunden pro Tag herum. Intelligente Car-Sharing-Angebote können das Parkplatzproblem lösen und gleichzeitig die wirtschaftlich sinnvolle bessere Ausnutzung von Privat-PKW ermöglichen: Ein Car-Sharing-Fahrzeug kann je nach Business-Modell zwischen 4 und 23 private PKWs ersetzen.

Nutzen statt besitzen – dieser Verhaltenswandel bei Konsumenten wird den Personenverkehr in Zukunft stark ändern. So wird die Welt der "Shared Mobility", in der Fahrzeuge geteilt und Mobilitätsangebote gemeinsam genutzt werden, bis 2020 steigende Umsätze und Kundenzahlen verbuchen. Das ist eines der Ergebnisse einer Studie der Unternehmensberater von Roland Berger. Die Experten gehen in den neuen Geschäftsbereichen rund um Autos, Fahrräder, Mitfahrgelegenheiten und Parkplatzdiensten von jährlichen Wachstumsraten von bis zu 35 Prozent aus. "Der Mobilitätssektor gehört zu den am schnellsten wachsenden Bereichen dieser neuen Art von Ökonomie", erklärt Roland Berger-Partner Tobias Schönberg: "Denn dank der intelligenten Verknüpfung von Mobilitätsangeboten wird der Trend zur Shared Mobility in den Großstädten weltweit stark zunehmen."

Immer mehr Anbieter

Deutliches Startzeichen für diese Marktentwicklung ist die zunehmende Anzahl der Anbieter in diesem Bereich. Neben innovativen Start-ups drängen immer mehr etablierte Unternehmen wie Automobilhersteller, Transport- und Logistikfirmen sowie Fluggesellschaften auf diesen Markt. Dabei ist das Angebot an innovativen Produkten und Dienstleistungen sehr breit: Neben neuen Online-Plattformen wächst die Zahl der Firmen, die IT-Technologien und (Industrie-)Hardware etwa in Form von Fahrzeugen und Fahrrädern liefern.

Megatrends als Tempomacher

Vier Megatrends treiben das Marktwachstum der Shared Mobility voran. Zum einen entsteht eine neue Konsumkultur: Immer mehr Verbraucher wollen ein Produkt nicht mehr besitzen, sondern nur noch nutzen und mit anderen teilen. Auch die Ressourcenknappheit in den Ballungszentren führt zunehmend zu alternativen Mobilitätskonzepten. Gleichzeitig steigt durch die demografische Entwicklung die Anzahl älterer Menschen, die individuelle und günstige Bring- und Holdienste in Anspruch nehmen. Als vierten Trend identifiziert die Studie die Digitalisierung: Durch den Ausbau der Kommunikationstechnologien entstehen neue Möglichkeiten, Produkte und Prozesse online miteinander zu vernetzen. "Die Shared Mobility wird sich in Zukunft schnell weiterentwickeln, weil Informations-, Buchungs- und Bezahlprozesse über das Netz noch schneller und einfacher werden", erklärt Roland Berger-Stratege Christian Freese. "Die Verknüpfung aller Angebote zu einer Mobilitätskette lässt sich so immer leichter organisieren."

Vier Wachstumsfelder der Mobilität

In ihrer neuen Studie analysieren die Roland Berger-Experten die vier wichtigsten Wachstumsfelder der Shared Mobility: Carsharing, Ridesharing, Bikesharing und Shared Parking.

Der Carsharing-Markt wird bis 2020 voraussichtlich um 30 Prozent jährlich auf 5,6 Milliarden Euro Umsatz weltweit wachsen. Dabei entstehen zahlreiche Geschäftsmöglichkeiten im Business-to-Business-Bereich (Flottenmanagement), im Kundengeschäft (Autovermietung) sowie im sogenannten Peer-to-Peer-Bereich (Ausleihe von Privat zu Privat).

Ridesharing, der Markt für organisiertes Mitfahren und Taxidienste auf kurzen und mittleren Strecken, wird mit rund 35 Prozent jährlich am stärksten zulegen. Bis 2020 dürfte das weltweite Marktvolumen rund 5,2 Milliarden Euro betragen. Vor allem das Ridesharing mit privaten Fahrern wird im städtischen Bereich deutlich zunehmen.

Bikesharing – in vielen europäischen und amerikanischen Städten etabliert sich gerade das Fahrrad als das innerstädtische Verkehrsmittel schlechthin. Der flächendeckende Einsatz von E-Bikes sorgt für einen weiteren Wachstumsschub, weil sich dadurch neue Kundenschichten erschließen lassen. So wird der weltweite Markt für den Fahrradverleih bis 2020 um rund 20 Prozent jährlich auf bis zu 5,3 Milliarden Euro weiterwachsen.

Die Parkplatzsuche in Großstädten ist eine der größten Hürden für Autofahrer. Durch die mobile Kommunikation und die Einbeziehung von privaten Stellplätzen öffnet sich daher ein neuer, attraktiver Markt, das Shared Parking. Dieser wird voraussichtlich um 25 Prozent jährlich wachsen und bis 2020 ein Geschäftsvolumen von rund 2 Milliarden Euro erreichen.

Die Studie gibt es hier zum Download.

(Redaktion)


 


 

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