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Energiewende

Siemens Zukunftsdialog mit 200 Kunden und Experten: Visionen werden Realität und stärken NRW

* Studie: Kunden wollen versorgungssichere, effiziente, bezahlbare Energie * Minister Remmel: „Energiewende braucht Spielmacher statt Spielverderber“ * Rudolf Martin Siegers: Effizienz-Maßnahmen sparen 30 Prozent Energiekosten

„Wir wollen aus dem Jahrhundertprojekt ’Energiewende’ auch einen Erfolg für die Wettbewerbsstärke der Region machen, indem Visionen Realität werden“, sagte Siemens Deutschlandchef Rudolf Martin Siegers beim heutigen „Zukunftsdialog“ in der Düsseldorfer Rheinterrasse. Dort präsentierte Siemens vielfältige Ideen und Lösungen für eine erfolgreiche, lebenswerte Zukunft. Rund 200 hochrangige Unternehmensvertreter aus Nordrhein-Westfalen, renommierte Experten, Visionäre, Zukunftsforscher und Wissenschaftler informierten sich dafür aus erster Hand in Arbeitsgruppen, bei Vorträgen und in einer visionären Ausstellung. Sie zeigte Zukunft, die heute schon möglich ist, wie etwa die virtuelle Fabrik. Lebhaft diskutiert wurden auch die Ergebnisse einer Umfrage, die Siemens bei bundesweiten Top-Kunden zum Thema „Energiewende“ durchgeführt hatte.

Die deutschlandweit auf Vorstands- und Geschäftsführerebene erfolgte Kundenbefragung ergab, dass sich weit über 90 Prozent der Befragten Bezahlbarkeit, Versorgungssicherheit und Energieeffizienz von der Energiewende erwarten. In technologischer Hinsicht nannten fast 90 Prozent der Befragten Investitionen in den Netzausbau und die Entwicklung wirksamer Stromspeichertechnik für wichtig und förderungswürdig. Mehr als 80 Prozent haben Interesse an flexiblen Finanzierungsmodellen, um Maßnahmen für eine nachhaltige Energie-versorgung vorzunehmen. Und wenn es dazu noch mehr Planungssicherheit geben würde, könnten sich fast ebenso viele vorstellen, schon heute in solche Maßnahmen zu investieren. Die mittlerweile zwei Jahre währende Energiewende sehen 84 Prozent der Befragten auf keinem guten Weg; gleichwohl sprechen sich 96 Prozent grundsätzlich für die Energiewende aus, wobei sich gut 80 Prozent der Kunden mit den wesentlichen Zielen der Energiewende, wie CO2-Reduzierung und Energieeffizienz, voll vertraut sehen.

Eine weitere bei McKinsey in Auftrag gegebene Studie mit dem Titel „Chancen für die Energiewende – was kann Deutschland aus ausgewählten internationalen Fallbeispielen lernen?“ stellt 20 Lösungen in anderen Ländern vor, die sich in Deutschland mit vergleichsweise wenig Aufwand übernehmen lassen. Die Studie weist zum Beispiel darauf hin, dass sich durch die Steigerung der Energieeffizienz in Industrie, Gebäuden und Verkehr im Jahr 2020 bis zu 15 Milliarden Kilowattstunden (TWh) Strom sparen ließen, was den Gesamtstrombedarf Deutschlands in diesem Jahr um rund 2,5 Prozent sinken lassen würde. Die Abwärmerückgewinnung für die Stromerzeugung bei Zement- und Glaswerken sowie die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf Leuchtdioden zum Beispiel brächte jeweils weitere zwei TWh Stromeinsparung. Und eine Flexibilisierung des industriellen Strombedarfs könnte die Nachfrage nach Spitzenlast von zwei Großkraftwerken um etwa zwei Gigawatt (GW) reduzieren. 

„Siemens hat das richtige Portfolio und die Kompetenz für nachhaltig effiziente Energiesysteme, saubere, CO2-sparende Energieerzeugung und intelligente Energieverteilung“, unterstrich Rudolf Martin Siegers in seinem Vortrag mit dem Titel: „Siemens – Starker Partner für ein nachhaltiges Deutschland“. Alleine durch Energieeffizienz steigernde Maßnahmen ließen sich in Gebäuden und Produktionsprozessen von Industriebetrieben tatsächlich schnell 30 Prozent und mehr an Energiekosten einsparen. Siegers: „Heute ist Energieeffizienz der wichtigste Antrieb für Industrie und Infrastruktur, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“ Das sei gerade für NRW wichtig, wo 30 Prozent der bundesweit erzeugten Energie produziert, jedoch 35 Prozent der in Deutschland produzierten Energie auch verbraucht würden. 

„Die Energiewende braucht keine Spielverderber, sondern Spielmacher. Sie ist ein umfassendes Gemeinschaftswerk, das auf den Glauben an die Lernfähigkeit und Kreativität unserer modernen Gesellschaft im Umgang mit den von ihr selbst verursachten Gefahren und Risiken setzt. Wir stehen mitten in einer neuen Gründerzeit, die den Vergleich mit früheren Gründungsepochen nicht zu scheuen braucht“, betonte Johannes Remmel, Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, als Gastredner zu dem Thema: „Kommunen sind die Träger der Energiewende, made in NRW“. Nicht nur das Programm des Siemens-Zukunftsdialogs, sondern auch die gezeigte und diskutierte Themenvielfalt machte deutlich, dass die Menschen in der Zukunft über die Energiewende hinaus noch weit mehr Interessen und Herausforderungen für sich sehen.

Zukunftsforscher Prof. Dr. Horst W. Opaschowski stellte in seinem
Referat fest: „Die Bevölkerung in Deutschland ist zukunftshungrig geworden. Ihre Zukunftsvisionen konzentrieren sich derzeit auf fünf Lebensqualitätsbereiche mit innovativem Anspruch: Medizin, Energie, Soziales, Arbeit und Konsum.“ Herbert K. Meyer, Leitung Siemens AG, Region West, nannte passend dazu regionale, in die Zukunft weisende NRW-Beispiele, die Siemens heute schon anbietet. In seinem Eröffnungsvortrag zum Zukunftsdialog mit dem Titel „Den Wandel gemeinsam gestalten – unsere Chancen für die Zukunft“ betonte er unter anderem, dass gerade der Westen Deutschlands als größter zusammenhängender Wirtschaftsraum Europas enormes Potential habe, auch in technologischer Hinsicht von den künftigen Entwicklungen etwa in den Bereichen Industrie, Medizin, Energie und bei städtischen Infrastrukturlösungen zu profitieren. „Gemeinsam könnten wir in NRW neben einer lebenswerten Zukunft durchaus auch Technologieführerschaften erreichen.“

Meyer nannte in diesem Zusammenhang unter anderem zwei medizinische Forschungsprojekte für Bild gebende Verfahren in Essen und Jülich, ein Gas- und Dampfturbinenkraftwerk mit Weltrekord-Wirkungsgrad, das derzeit in Düsseldorf gebaut wird, ein vielversprechende SmartGrid-Projekt in Wachtendonk und ein Pilotprojekt zur Stromspeicherung mit Hilfe der Elektrolyse-Technik in Niederaußem. Beispielhaft nannte er auch das Krefelder Siemens-Werk, in dem für die Deutsche Bahn AG nicht nur der ICE-Nachfolger ICx als größter Auftrag in der 165-Jährigen Siemens-Geschichte gebaut wird, sondern mit Energiespar-Contracting überaus erfolgreich auch neue Wege beim Energiesparen und CO2-reduzieren beschritten werden. Ähnliche Vorzeigeprojekte gibt es zudem in der Universitätsklinik Münster und beim Bundesverwaltungsamt Köln.

(Redaktion)


 


 

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