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business-on.de Interview

Sven Ehrmann: „Mit E-Commerce-as-a-Service sind Online-Händler flexibler“

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Shoppen im Netz – schon 42 Prozent der Deutschen kaufen regelmäßig online ein. Für Online-Händler, die immer up to date sein wollen, bietet sich die E-Commerce-on-Demand-Lösung an. Die Düsseldorfer Xsite GmbH, seit 12 Jahren mit großem Erfolg am Markt, hat ein solches Geschäftsmodell entwickelt. business-on.de sprach mit CEO Sven Ehrmann und CTO Steffen Baumgarten über die Anforderungen, die Händler und Konsumenten heute an Online-Shops stellen.

business-on.de: Herr Ehrmann, wer einen Shop im Internet eröffnen will, hat allein in Deutschland die Wahl zwischen rund 100 unterschiedlichen Softwareangeboten. Was sind die Unterschiede?

Sven Ehrmann: Die Softwarepalette reicht von kostenlosen Open-Source-Produkten über einfache Mietshops oder den Erwerb von Lizenzen, bis hin zu High-End-Lösungen für „E-Commerce on Demand“. Die Unterschiede sind nicht nur bei den Kosten beträchtlich. So ist zum Beispiel die Halbwertzeit von gekauften Shoplösungen mittlerweile relativ kurz. Nach zwei bis drei Jahren erkennt der Konsument spätestens, dass der Online-Shop veraltet ist. Die Kunden erwarten – völlig zu Recht – ständig neue Features wie etwa heute die Präsentation von Produktvideos, Liveshopping oder Web-2.0-Funktionen. Die eingesetzte Software ist auch nur der erste Schritt. Darüber hinaus stellen wir einen zunehmenden Bedarf von Consulting, professionellem Betrieb, Outsourcing von Dienstleistungen sowie flexiblen Weiterentwicklungsmöglichkeiten der Plattform fest. Das ist sicher eine der Schwächen sowohl von Open Source als auch von Standardlösungen am Markt.

business-on.de: Die Zahl der Online-Shops in Deutschland wird mittlerweile auf über 500.000 geschätzt. Wo sehen Sie Mängel und Probleme?

Steffen Baumgarten: 13 Jahre nach Erfindung des E-Commerce sind die Anforderungen an die Webshops größer denn je. Neben der technischen Integration der Prozesse in die vorhandenen IT-Systeme der Unternehmen, der Lokalisierung für weitere Länder und der richtigen Vertriebsstrategie gibt es aus Sicht der Kunden vor allem drei Aspekte, die beachtet werden müssen: Wie gut ist die Benutzerführung und die Produktdarstellung, wie schnell findet ein Käufer das Gewünschte und wie bequem und sicher ist die Bestellung? Laut einer aktuellen Studie der Marktforscher von TNS-Emnid hat jeder zweite Internetnutzer schon einmal einen Online-Shop vor dem Kauf verlassen, weil die Benutzerführung zu kompliziert war. In einer ähnlichen Dimension liegen die Abbruchquoten wegen „unverständlicher Inhalte“.

business-on.de  E-Commerce kennt keine Grenzen. Was sollte man beachten, wenn man außerhalb Deutschlands Online-Handel betreiben will?

Steffen Baumgarten: Eine ganze Menge. Die einfache Übernahme des deutschen Shoplayouts funktioniert meist nicht. Noch komplizierter wird es bei Sprachen mit exotischen Zeichensätzen wie Mandarin, Japanisch, Arabisch oder Russisch. Wenn gewerbliche Kunden aus dem Ausland über die Internet-Plattform einkaufen sollen, treten zudem Probleme mit der Abführung der Umsatzsteuer auf. Das ist ein wichtiger Punkt, der zeigt, dass es nicht reicht sich nur für eine Lösung zu entscheiden, sondern dass Händler einen kompetenten Partner mit Know-how und Erfahrung im internationalen Online-Vertrieb brauchen.

business-on.de  Ist Ihr Geschäftsmodell denn in der Lage, diese Klippen zu meistern?

Sven Ehrmann: Unser Geschäftsmodell nennen wir „E-Commerce on Demand“. Wir sehen uns nicht als Dienstleister, sondern vielmehr als Problemlöser und Partner des Online-Händlers. Wir stellen die E-Commerce Plattform und alle benötigten Leistungen auf SaaS-Basis („Software as a Service“) auf Abruf bereit. Dabei gehen wir allerdings über das einfache SaaS-Modell der „Software aus der Steckdose“ hinaus. Wir bieten eine „Software-and-Service-Lösung“ an, bei der das gesamte E-Commerce-Projekt als Managed Service von uns aufgebaut, betrieben, gewartet und technisch sowie konzeptionell weiterentwickelt wird. Der Kunde zahlt die Nutzung dieses kompletten E-Commerce-Frameworks rein erfolgsbasiert. Der Kunde kann aber das komplette System selbst übers Internet steuern und administrieren. Die leistungsfähige und skalierbare Java-Plattform wächst dynamisch mit den Anforderungen und ist so ausgelegt, dass sie flexibel auf Lastspitzen – etwa im Weihnachtsgeschäft oder bei Events – reagieren kann.

business-on.de: Wie schnell können Sie denn einen Online-Shop implementieren?

Steffen Baumgarten: Das hängt von den jeweiligen Voraussetzungen ab. Aber von einem bestehenden Online-Shop können wir in der Regel in durchschnittlich vier bis sechs Wochen Projektlaufzeit die Migration auf unsere Plattform durchführen. Die Umstellung selbst findet dann an einem einzigen Tag statt, ohne Unterbrechung des laufenden Betriebes. Für die Shopbetreiber entfällt im Übrigen auch zukünftig das umständliche Aufspielen von Software-Updates. Stattdessen gibt es alle sechs Monate ein neues Major Release kostenlos. Dabei werden die neuen Module im Live-Betrieb eingespielt, ohne dass der Shop abgeschaltet werden muss.

business-on.de:  Und wo genau spart der Online-Händler bei Ihnen?

Sven Ehrmann: Unser Geschäftsmodell geht über die normalen Einsparmöglichkeiten einer SaaS-Lösung weit hinaus. Wir steigen als echter Partner mit ins Boot des Shopbetreibers und vereinbaren mit ihm entweder eine prozentuale Beteiligung am Netto-Internetumsatz in Höhe von etwa drei Prozent. Oder aber eine feste Transaktionsgebühr, die am Monatsende pro tatsächlich durchgeführter Bestellungen im Shop abgerechnet wird. Dadurch entsteht eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Der Shopbetreiber spart sich die hohen Anfangsinvestitionen und den laufenden Personalaufwand für die Betreuung von Soft- und Hardware und wir helfen bei der ständigen Optimierung des E-Commerce-Systems, da wir an jedem Verkauf direkt mitverdienen.

business-on.de:  Ein heikles Thema ist immer das Speichern und Verwalten von sensiblen Kreditkartendaten im Online-Shop. Wie handhaben Sie das?

Steffen Baumgarten: Wir haben die Zertifizierung nach dem „Payment Card Industry Data Security Standard“ (PCI DSS). Außerdem verfügen wir über einen eigenen Datenschutzbeauftragten sowie zwei Rechenzentren, die sowohl vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik als auch nach PCI zertifiziert sind. Für viele Online-Händler ein absolutes Muss: Denn nur wenn ein Shop-Betreiber die PCI-Zertifizierung nachweisen kann, werden etwaige Folgeschäden bei Betrug von den Kartenorganisationen übernommen. Nicht zertifizierte Online-Händler können bei einem Datendiebstahl sogar für den entstandenen Schaden haftbar gemacht werden.

(Redaktion)



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