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Twitter: Premium-Accounts für Firmen

Twitter-Gründer Biz Stone will bis zum Jahresende Premium-Accounts für Firmen einführen. Außerdem verhandelt er mit Google und Microsoft über die Einbeziehung der Kurznachrichten des Microblogging-Dienste in deren geplante Echtzeit-Suche.

Im Rahmen einer Gesprächsrunde am Columbia College Chicago  sparte Biz Stone unlängst nicht mit Bonmots, vor allem gab der Mitgründer von Twitter aber aufschlussreiche Insider-Informationen über die Zukunft des Microbloging-Dienstes preis. Demnach sollen gegen Ende des Jahres kostenpflichtige Accounts für Unternehmen eingeführt werden. Dadurch könnten sie "zu besseren Twitterern" gemacht werden, wie Stone verlautbaren ließ. Die angekündigten Bezahlmodelle sind für Unternehmen gedacht, die Extra-Features wie Analyse-Tools zur Messung ihrer Online-Popularität und zur Traffic-Überwachung nutzen möchten. Die Basis-Nutzung von Twitter - sowohl für Unternehmen als auch Privatpersonen - soll jedoch weiterhin kostenlos bleiben.

Bislang waren die beiden Erschaffer des Web-2.0-Phänomens, Stone und sein Partner Evan Williams, in Bezug auf ihr Geschäftsmodell recht schweigsam, dies hat sich in den letzten Monaten allerdings geändert. Twitter geht zunehmend in die Offensive, um die Gunst von zahlungswilligen Unternehmen zu erlangen. Mit dem "Twitter 101-Guide", der Funktionen und Nutzwert des Zwitscherdiensts anschaulich beschreibt, hat die Plattform erst kürzlich eine Maßnahme ergriffen, um sich interessierten Unternehmen besser zu erklären. Befürchtungen, wonach dem Dienst das Geld davonläuft und die Manager wegen fehlender Umsätze in Panik verfallen, wischt Stone allerdings vom Tisch: "Wir haben jede Menge Geld auf der Bank, wir brauchen uns nicht zu beeilen." Zunächst müsse man den Mitgliedern den wahren Nutzen des Dienstes beweisen, bevor man an ein Geschäftsmodell denken könne, so Stone.

Kooperation mit Microsoft und Google

Außerdem wurde heute bekannt, dass Twitter in fortgeschrittenen Verhandlungen sowohl mit Microsoft als auch mit Google steht. Im Detail geht es um einen beachtlichen Data-Mining-Deal. Google und Microsoft wollen angeblich ihre Suchmaschinen mit einem Twitter-Feed anreichern und die Echtzeit-Tweets in ihre Suchergebnisse integrieren. Laut dem Fachblog "All Things Digital" seien die beiden Branchenriesen bereit, dafür mehrere Millionen Dollar an Twitter zu bezahlen. Das Geld auf dem Bankkonto des 2006 gegründeten Start-ups könnte dadurch noch mehr werden. Das Verhandlungsergebnis steht allerdings noch aus, auch ein Scheitern des Deals ist möglich. Microsoft-Partner Yahoo könnte ebenfalls noch ein Wörtchen am Verhandlungstisch mitreden.

Wo liegt der Mehrwert der Firmen-Accounts?

"Einen Mix aus kostenlosen und kostenpflichtigen Accounts halte ich für ein sinnvolles Geschäftsmodell. Allerdings muss Twitter erst beweisen, dass die neuen Premium-Features einen wahren Mehrwert vermitteln", bemerkt der Social-Media-Experte Thomas Euler zu diesen Plänen. Bereits jetzt bieten sich Unternehmen einige Gratis-Tools wie Hootsuite  oder Twingly, mit denen sich mehrere Twitter-Accounts gut managen lassen.

"Die Frage ist, ob Twitter nur mehr seine eigenen Analyse-Tools anbietet und somit die API einschränkt oder externe Anwendungen nach wie vor zulässt", analysiert der Fachmann. In Bezug auf die Verhandlungen mit Google und Microsoft hält Euler die Suchmaschinen-Größen gut beraten, wenn sie sich der Integration von Echtzeit-Informationen widmen. "Das wäre ein strategisch richtiger Schritt. Die Aktualität und Relevanz der Nachrichten im Echtzeit-Web ist schließlich nirgends höher", resümiert Thomas Euler.

(pressetext.com)


 

 

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