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2 Millionen Zuwanderer bis 2017

Experte sieht große Chance für die deutsche Wirtschaft

Bis zum Jahr 2017 werden in Deutschland mehr als 2 Millionen neue Zuwanderer erwartet, sagen Experten. Das entspräche rund einer halben Million Immigranten pro Jahr. Dies wird unweigerlich zu Veränderungen in der Gesellschaft führen. Aber auch eine große Chance für den Wirtschaftsstandort Deutschland bedeuten. China-Experte Tobias Busch rät Entscheidern, sich bereits jetzt darauf vorzubereiten, das Potential der kommenden Fachkräfte nutzbar zu machen. Und die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen.

500.000 Immigranten pro Jahr – dies prognostiziert der Kieler Wirtschaftsforscher Carsten-Patrick Meier. Er geht von der größten Einwanderungswelle seit den 1990er Jahren aus und erwartet 2,2 Millionen neue Zuwanderer bis 2017. Im Interview mit dem Manager Magazin spricht er von neuen Chancen, einem „Schub für die deutsche Wirtschaft“.

Wir sollten es dieses Mal besser machen

Eine große Chance für den Wirtschaftsstandort Deutschland sieht auch China-Experte Tobias Busch in dem Einwanderungsboom. Allerdings gibt Busch zu Bedenken, dass wir bei den bisherigen Einwanderungswellen das Potential nicht richtig erkannt viele Fehler gemacht hätten.

„Wir sollten es dieses Mal besser machen!“, fordert er. Im Rahmen seiner Arbeit in der von ihm gegründeten, auf China spezialisierten Personalberatung PERSONALGLOBAL steht Busch im ständigen Kontakt zu chinesischen High-Potentials. Zuvor konnte er bereits als Director bei Siemens Nixdorf in Hongkong und anschließend als President of Volkswagen India viel Erfahrung auf dem asiatischen Kontinent sammeln.

Am Beispiel der chinesischen Fachkräften veranschaulicht Busch dann auch das Immigranten-Problem, das die Deutschen seiner Meinung nach haben: „Aus China kommen fast nur begabte und gut ausgebildete junge Menschen. Sie lernen Deutsch, absolvieren oft ein weiteres Studium und promovieren hier. Anschließend begeben sie sich auf den Arbeitsmarkt.“

Als Arbeitskräfte seien die jungen, gebildeten Chinesen dann auch gern gesehen: hochmotiviert, in zwei Kulturen erfahren und leistungsfähig. Jedoch nicht in höheren Positionen, die chinesischen High-Potentials werden laut Busch sehr selten befördert.

Führungsqualitäten werden nicht erkannt

Führungsqualitäten in jemanden zu erkennen, der womöglich nur gebrochen oder mit starkem Akzent deutsch spricht, fällt den Deutschen schwer, sagt Busch. „Dieses Vorurteil ist sowohl bei den Entscheidern als auch bei den Mitarbeitern anzutreffen.“

In Deutschland scheint man die Qualitäten von „Migranten“ nur im Sport, in der Kunst oder in den Medien, nicht aber in der Wirtschaft zu akzeptieren. Dabei werden die Zuwanderer in vielen Ländern dieser Welt als Treibsätze der wirtschaftlichen Entwicklung betrachtet.

In den USA wurden beispielsweise einige der wichtigsten und erfolgreichsten Unternehmen der letzten Jahre von Zuwanderern gegründet bzw. mitgegründet: Amazon, ebay, Google nennt Busch als Beispiele.

„Die meisten der ambitionierten jungen Chinesen kehren nach einigen Lehrjahren in der deutschen Industrie zurück nach China – ganz einfach, weil sie hier keine Karriere machen können.“

Gerade in Zeiten des anhaltenden – und sich weiter zuspitzenden – Fachkräftemangels in Deutschland, sollten wir besser früh als spät damit beginnen, umzudenken und nicht nur die Belastungen, sondern auch die Chancen sehen, die uns eine Zuwanderungswelle eröffnet.

(Redaktion)


 


 

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