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3D-Druck extrem

ESA will Mondbasis drucken lassen

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat sich mit Partnern aus Industrie und den Architekten Foster + Partners zusammengetan, um die Möglichkeit einer Mondbasis aus dem 3D-Drucker zu untersuchen. Als Baumaterial soll Mond-Regolith, ein lockeres Oberflächengestein, verwendet werden.

Ganze Gebäude auf dem Mond

"Terrestrische 3D-Druck-Technologie hat ganze Strukturen geschaffen", so ESA-Projektleiter Laurent Pambaguian. Daher lag es nahe zu untersuchen, ob der Ansatz auch zum Aufbau eines Mond-Habitats geeignet ist. Foster + Partners hat dazu mit Partnern ein Design für ein Vier-Personen-Haus entwickelt, bei dem nur ein röhrenförmiges Grundmodul per Rakete zum Mond befördert werden muss. Aus einem Ende kommt dann eine aufblasbare Kuppel, die den weiteren Aufbau stützt.

Der Plan ist, mit robotischen 3D-Druckern schichtweise Regolith über die aufblasbare Kuppel anzulagern und so eine wirklich stabile, schützende Struktur zu erhalten. Das Design ist Foster + Partners zufolge geeignet, Schutz vor Meteoriten, Gammastrahlung und starken Temperaturschwankungen, wie sie auf weiten Teilen der Mondoberfläche üblich sind, zu bieten.

Die Struktur setzt dabei auf einen hohlen zellularen Aufbau ähnlich Schaumstoff. Das soll strukturelle Stärke sicherstellen, ohne viel Bindemittel zu erfordern. Der Bau soll nahe dem Mond-Südpol erfolgen, da hier praktisch ständig Licht ist und sich Temperaturschwankungen in Grenzen halten.

Vielseitiger Ansatz

Am Projekt war unter anderem auch die italienische Firma Alta SpA http://www.alta-space.com beteiligt, der zufolge im Rahmen des Projekts 3D-Drucktechnolgie so angepasst wurde, dass sie auch im Vakuum der Mondoberfläche funktioniert. Um die Funktionalität der Methode zu demonstrieren, wurde aus simuliertem Mondgestein ein 1,5-Tonnen-Block in einer Vakuum-Kammer gedruckt.

Derartige 3D-Drucktechnologie soll die Eroberung des Weltraums vorantreiben. Darauf setzt freilich nicht nur die ESA, und die potenziellen Anwendungsgebiete sind vielfältig. Die NASA beispielsweise will Raumschiffen die Rückkehr zur Erde dank Regolith-gedruckter Hitzeschilde ermöglichen.

Kürzlich vom Unternehmen Deep Space Industries vorgestellte Pläne für den Asteroiden-Berbau wiederum sehen vor, dass langfristig Ersatz- und Bauteile im Weltraum gedruckt werden.

(Redaktion)


 


 

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