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E-Crime

Android-Schädling bestellt automatisch kostenpflichtige Apps

Bei der G Data SecurityLabs wurde ein neuer Android-Schädling entdeckt, der unbemerkt vom Smartphone- oder Tablet- Besitzer kostenpflichtige Apps herunterlädt. Der Schädling befindet sich in gefälschten GO Weather, Travel Sky oder E-Strong File Explorer Apps und wird über diverse chinesische Webseiten und Drittanbieter App-Marktplätze verbreitet.

Aktuell haben es die Täter auf die Kunden des weltweit größten Mobilfunkanbieters China Mobile abgesehen. Der Trojaner verschafft sich einen Zugang zum App-Store des Mobilfunkanbieters und kann so weitere Schadcode- oder kostenpflichtige Apps herunterladen und installieren. Die Sicherheitsspezialisten würden eine Verbreitung des Schädlings nach Europa nicht ausschließen.

Ein neues Tool im E-Crime

Mit dem Android-Schädling MMarketPay.A haben Online-Kriminellen einen weiteren E-Crime-Geschäftszweig für sich erschlossen. Hatten es die Schadcode-Schreiber bisher auf den Diebstahl persönlicher Daten, Spionageangriffe oder den Versand von kostenpflichtigen Premium-SMS abgesehen, es ist ihnen jetzt erstmals gelungen, sich Zugang zum App-Markt eines Mobilfunkanbieters zu verschaffen. Hierzu verändert das Schadprogramm den sogenannten APN-Verbindungspunkt des Mobilgeräts und verbindet sich mit China Mobile. APN-Punkte auf Tablets und Smartphones werden im Regelfall von den Mobilfunkanbietern genutzt um z.B. Systemupdates bereit zu stellen. Der Trojaner fängt hierzu auch die Bestätigungs-Nachricht ab und stellt über einen speziellen Server eine Antwort bereit.

Made in China – alles andere als preiswert

Der Schädling ist so in der Lage, ohne Anmeldung jederzeit auf den App-Store von China Mobile zu zugreifen und beliebige Apps auf Kosten des Opfers einzukaufen und zu installieren.

„Wir beobachten hier die Entwicklung eines neuen und lukrativen Geschäftsmodells von Cyber-Kriminellen. Mit MMarketPay.A ist eine neue Dimension von schädlichen Apps aufgetaucht, die es auf das Ergaunern von Geld abgesehen haben“, erklärt Ralf Benzmüller, Leiter der G Data SecurityLabs. „Daher ist es aus unserer Sicht auch gut vorstellbar, dass eine abgeänderte Variante dieser Schad-App auch in Europa auftaucht und Kunden europäischer Mobilfunk-Anbieter ins Visier nimmt.“

Sicherheitstipps für Android-Nutzer

  • Setzen Sie eine effektive und umfassende Sicherheitslösung ein, die das Mobilgerät umfassend absichert.
  • Halten Sie Ihr Betriebssystem, die verwendeten Programme und Applikationen mit Updates immer auf dem aktuellsten Stand. So werden Sicherheitslücken geschlossen, die Cyber-Kriminelle ansonsten für Angriffe ausnutzen könnten.
  • Beziehen Sie Apps nur aus vertrauenswürdigen Quellen, zum Beispiel aus Google Play bei Android-Geräten und von Hersteller-Seiten. Beachten Sie bei der Auswahl der Applikationen, wie oft diese schon heruntergeladen wurden – je höher die Zahl, desto vertrauenswürdiger ist die Anwendung. Zusätzlich sollten Sie überprüfen, welche Berechtigungen die Apps haben. Seien Sie vorsichtig bei Applikationen, die zum Beispiel Anrufe initiieren oder SMS-Nachrichten verschicken können. Generell sollten Sie nur Apps installieren, die sich wirklich brauchen.
  • Ignorieren Sie Mitteilungen auf ihrem Smartphone oder Tablet, dessen Ursprung sie nicht nachvollziehen können. Nutzer, die auf Nummer sicher gehen wollen, können diese online auf ihre Richtigkeit hin überprüfen oder den Kunden-Service ihres Providers kontaktieren.
  • Kontrollieren Sie Ihre Telefon-Rechnung, wenn dort Dienste abgerechnet wurden, die Sie nicht genutzt haben, könnten Sie ein Opfer von Betrügern geworden sein.

Quelle und weitere Informationen: G Data SecurityLabs

(Redaktion)


 


 

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