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Atomenergie

Deutsche Kernkraftwerke nur bis Erdbebenstärke 6 sicher

Nach einer Studie des geowissenschaftlichen Institut Hamburg, sind 5 Kernkraftwerke in Deutschland nur bis zu einer Erdbebenstärke von 6 sicher. Unterdessen fordern Experten die Abschaltung von unsicheren Atomkraftwerken. Nach den Ereignissen in Japan müsse man auch in Deutschland mit Ereignissen rechnen, die bisher nicht vorstellbar waren.

Der ehemalige Leiter für Reaktorsicherheit der Bundesregierung, Wolfgang Renneberg, hält die Abschaltung von einigen Atomkraftwerken in Deutschland für unumgänglich. Nach dem ungewöhnlich schweren Erdbeben in Japan müsse man auch in Deutschland mit Ereignissen rechnen, die bisher nicht einkalkuliert wurden.

Renneberg sagte heute (Montag, 14.03.2011) im ARD-Interview: „Das was in Japan passiert ist, ist in den Augen der Betreiber so unwahrscheinlich gewesen, dass man sich darauf nicht eingerichtet hatte. Damit ist aber auch das typische Problem, das Kernproblem der Kernenergie-Kontroverse weltweit angesprochen. Es gibt immer um Ereignisse, die nicht vorstellbar waren.“

Renneberg fordert Atomkraftwerke in Deutschland abzuschalten, die ein besonders hohes Risiko haben. Man könne zwar diese Kraftwerke sicherheitstechnisch nachrüsten. Dies würde aber wirtschaftlich keinen Sinn machen.

Deutsche Kernkraftwerke sind grundsätzlich gegen Erdbeben gesichert. Nach einer Studie des geowissenschaftlichen Instituts in Hamburg, sind einige Kraftwerke nur bis zur Stärke 6 gesichert. Dazu gehören Brokdorf, Krümmel, Unterweser, Grohnde und Würgassen.
Aber auch ältere Kernkraftwerke wie Biblis in Südhessen gelten als nicht (mehr) sicher.

Nach Angaben der Umweltschutzorganisation Robin Wood sei Bibles sei für ein starkes Erdbeben nicht ausgelegt. Ein Expertengutachten im Auftrag der Aufsichtsbehörde sei 1999 zu dem Schluss gekommen, „dass tatsächlich mit stärkeren Belastungen gerechnet werden muss, d.h. die maximal wirkenden Kräfte können bis zum Doppelten der bisherigen Annahmen betragen. Eine Nachrüstung, damit der Reaktor solchen Kräften Stand halten kann, wird als praktisch nicht machbar angesehen.“

Jetzt schon ist klar, dass die Ereignisse in Japan die Atompolitik weltweit verändern wird. Der Spiegel titelt in seiner heutigen Ausgabe: „Das Ende des Atomzeitalters“.

(Redaktion)


 


 

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