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Bahngipfel

Britz will Saarbrücken als Fernverkehrsziel stärken

Laut OB Britz habe sich das Fernverkehrsangebot im Saarland und in Rheinland-Pfalz seit den 1990er Jahren stets verschlechtert. Gerade Saarbrücken hätte man als Fernverkehrsziels regelrecht ausbluten lassen. Beim saarländischen Bahngipfel will sich Britz daher dafür einsetzen, dass das Saarland wieder "Anschluss gewinnt".

„Ausbluten des Fernverkehrsziels Saarbrücken stoppen! Saarland als Destination fördern!“ - so fasst Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz ihre Ziele zusammen. Sie erhofft sich vom saarländischen Bahngipfel am 6. März klare Signale für eine Revitalisierung der Fernverkehrsanbindung des Saarlandes.

„Die Deutsche Bahn hat seit den 90er Jahren das Fernverkehrsangebot im Saarland nach und nach ausbluten lassen. Ich unterstütze die Landesregierung in ihren Bemühungen um eine quantitative und qualitative Verbesserung des Bahnangebots im Saarland. Von Bahnchef Rüdiger Grube erhoffe ich mir klare Aussagen, wie das Saarland gestärkt werden soll“, erklärte Britz.

Auch die rheinlandpfälzischen Nachbarstädte Trier und Kaiserlautern seien von einer kontinuierlichen Verschlechterung des Bahnangebotes betroffen. Britz: „Hier gilt es, künftig Kräfte zu bündeln und gemeinschaftlich gegen eine drohende Verschlechterung der Fernverkehrsanbindung aktiv zu werden.“

Saarland hat den Anschluss verloren

Mit Umsetzung der Bahnreform vor nunmehr 20 Jahren habe das Saarland Fernverkehrsverbindungen zu den deutschen Wachstumsregionen verloren.

„Das hat die Attraktivität des Saarlandes als Wirtschaftsstandort geschwächt“, sagt Britz. Streckenführungen wurden geändert, attraktive Ziele aus dem Programm genommen.

So gebe es keine Direktverbindung mehr nach Dresden. Der ICE ende stattdessen in Leipzig. Ebenso habe die Bahn die Direktverbindung nach Stuttgart dienstags bis donnerstags gekappt, der Zug endet in Heidelberg.

An einem regulären Geschäftstag unter der Woche besteht mit Ausnahme der TGV-ICE-Verbindungen tagsüber nur ein einziges Fernverkehrsangebot (IC 2055 nach Heidelberg). Lediglich Montag und Freitag wird vor allem für Pendler ein leicht erweitertes Angebot vorgehalten.

„Ein für Geschäftsreisende attraktives Angebot ist nur auf der Strecke nach Frankfurt gegeben. Alle weiteren Ziele sind nur über unattraktivere Umsteigeverbindungen erreichbar. Das ist auch für den Tourismusstandort Saarland schlecht.“, so Britz

Qualitative Verschlechterung

Das Ausbluten der Anbindung gehe einher mit einer qualitativen Verschlechterung. So handele es sich bei dem eingesetzten Zug- und Wagenmaterial weitgehend um alte Fahrzeuge, die nicht mehr zeitgemäß ausgestattet sind. Die Vernachlässigung des Saarlandes werde nur sehr begrenzt durch die zusätzliche Anbindung an die ICE-TGV-Verbindung Paris-Frankfurt kompensiert.

Britz: „Allerdings gibt es für die TGV-ICE-Verbindung auf dem Nordast noch Optimierungspotenzial, damit die Strecke über Saarbrücken nach 2016 dauerhaft wettbewerbsfähig bleibt.“ Dann werde die Neubaustrecke über Straßburg (Südast) voraussichtlich eröffnet.

Direktverbindungen in die Großregion

Die Landeshauptstadt sei aufgrund ihrer Grenzlage – mit Ausnahme der TGV-ICE-Verbindungen – Endhaltepunkt für die DB-Fernverkehrsverbindungen. „Eine Steigerung der Fahrgastzahlen könnte aber beispielsweise dadurch erreicht werden, dass Fernverkehrszüge über Saarbrücken nach Metz und Luxemburg weitergeführt würden. Damit könnte die gesamte Großregion besser mit den Räumen Rhein-Main und Rhein-Neckar verknüpft werden.“

Aktuell laufe die Landeshauptstadt Gefahr, im grenzüberschreitenden Personennahverkehr abgehängt zu werden. Wie auf der Strecke Saarbrücken-Metz droht auch auf der Strecke Saarbrücken-Strasbourg die Gefahr, dass mit der Einführung von neuen Zügen keine durchgehenden Verbindungen mehr möglich sind.

OB Britz: „Wenn die Fahrgäste im ersten Bahnhof nach der Grenze – in Forbach oder Sarreguemines – in einen anderen Zug umsteigen müssen, leidet die Attraktivität der Verbindung.“

(Quelle: Stadt Saarbrücken)


 


 

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