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Xamit Datenschutzbarometer

82% aller deutschen Websites verstoßen gegen den Datenschutz

Der Facebook-Like-Button, Statistik-Tools und Online-Werbung - heutzutage eigentlich Stand der Dinge. Im Bezug auf die deutschen Datenschutzbestimmungen jedoch nicht unbedenklich. Laut Xamit Datenschutzbarometer verstoßen 82 von 100 Webpräsenzen gegen den Datenschutz.

Die jährlich erscheinende Studie weist erneut einen Anstieg der Datenschutzverstöße im Internet nach. Im Durchschnitt haben die Datenschutzexperten der Xamit Bewertungsgesellschaft mbH, Düsseldorf, 82 Verstöße gegen deutsches Recht oder weitere Fälle von Beanstandungen pro 100 deutsche Webpräsenzen festgestellt. Das ist eine Steigerung von zwölf Prozent gegenüber 2010.

Außerdem zeigt das Xamit Datenschutzbarometer 2011: Datenschutzkonform handelnde Unternehmen haben einen Wettbewerbsnachteil von mehr als 7,5 Milliarden Euro gegenüber solchen, die gegen deutsches Datenschutzrecht verstoßen.

Untersucht wurden u. a. die datenschutzkonforme Nutzung von Webstatistiken, die Einbindung von Werbung durch Dritte ohne Hinweis auf die daraus gewonnenen Nutzerdaten und die Verwendung des Facebook "Like-Buttons".

"Der seit Jahren zu beobachtende Trend hin zu immer mehr Datenschutzverstößen ist weiter ungebrochen", sagt Dr. Niels Lepperhoff, Geschäftsführer der Xamit Bewertungsgesellschaft mbH. Zugenommen hat u. a. die Verwendung des datenschutzrechtlich bedenklichen Facebook Like-Buttons von 0,6 Prozent in 2010 auf 6,6 Prozent in diesem Jahr.

Der Einsatz nicht datenschutzkonformer Webstatistiken ist um insgesamt 12 Prozent gestiegen. Geschuldet ist dieser Anstieg hauptsächlich dem Webstatistikdienst von Google Analytics. Dieser wird auf nunmehr 22 Prozent der deutschen Webseiten in der nicht anonymisierenden Form eingesetzt und ist so nach deutschem Recht nicht datenschutzkonform.

"Solange sich Datenschutzverstöße für Unternehmen finanziell lohnen, wird eine Umkehr hin zu mehr Datenschutz nach den Erfahrungen der letzten Jahre wohl nur durch harte Sanktionen erreicht werden", sagt Dr. Niels Lepperhoff. "Es liegt nun in den Händen der Datenschutz-Aufsichtsbehörden, ihre gewonnene Unabhängigkeit zu nutzen, um die Grundrechte aller zu schützen und für faire Wettbewerbsbedingungen zu sorgen."

Seit 2009 dokumentiert das Xamit Datenschutzbarometer die Stellenausstattung der deutschen Datenschutzaufsicht. Dieses Jahr stehen den Aufsichtsbehörden für den nicht-öffentlichen Bereich für die Kontrolle, Beratung und weitere Tätigkeiten bundesweit durchschnittlich 3,6 Vollzeitstellen pro 100.000 Unternehmen zur Verfügung. Etwas mehr als in 2010.

"Angesichts der steigenden Fallzahlen ist die Stellenausstattung der Datenschutz-Aufsichtsbehörden immer noch nicht ausreichend", sagt Dr. Niels Lepperhoff. "Hinzu kommt, dass den Behörden teilweise sogar die Befugnis fehlt, Datenschutzverstöße mit Bußgeldern zu ahnden. Hier müssen sich die Politiker fragen lassen, wie ernst sie es mit dem Datenschutz der ihnen anvertrauten Bürger nehmen."

Herr Dr. Niels Lepperhoff steht für Interviews zur Verfügung. Für Terminvereinbarungen sowie Fragen und weitere Informationen wenden Sie sich bitte an unten angegebenen Kontakt.

Zum Hintergrund des Xamit Datenschutzbarometers 2011

Xamit führte im Rahmen des Datenschutz-Barometers 2011 eine umfassende Überprüfung von mehr als 37.000 Webpräsenzen von in Deutschland ansässigen Unternehmen, politischen Organisationen, Gemeinden und Vereinen durch.

Insgesamt wurden über 3,2 Millionen Webseiten auf die Einhaltung geltender Datenschutzbestimmungen hin untersucht. Außerdem wurden die deutschen Aufsichtsbehörden zu ihrer Stellenanzahl, ihren Erfolgen und weiteren Tätigkeiten befragt.

Das vollständige Xamit Datenschutzbarometer 2011 steht ab sofort zum kostenlosen Download unter http://www.xamit-leistungen.de/veroeffentlichungen/studien-und-tests/ zur Verfügung.

Neben den detaillierten Untersuchungsergebnissen sind darin auch Handlungsempfehlungen für Webseitenbetreiber zum sicheren, vertrauensbildenden und gesetzeskonformen Umgang mit Personendaten enthalten sowie Tipps für Webseitenbesucher, um ihre Surfspuren zu verringern.

(Quelle: ots)


 


 

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