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Demografie

Vergreistes Deutschland auf dem Weg in die Pleite?

Der demografische Wandel wirkt sich immer stärker auf die deutsche Bevölkerung aus. Angesichts steigender Rentnerzahlen sprechen Experten bereits vom Krieg der Generationen. In den nächsten 50 Jahren, so andere Fachleute, werde kein anderes Land so stark an Wirtschaftskraft verlieren wie Deutschland. Kann der völlige Absturz noch abgewendet werden.

Deutsche Bevölkerung schrumpft

Im Moment leben etwa 82 Millionen Menschen in Deutschland. Forscher gehen davon aus, dass diese Zahl in den nächsten 25 Jahren um fünf Prozent auf 78 Millionen sinken wird. Das wird sich massiv auf die Wirtschaftsentwicklung auswirken. Aufgrund der höheren Anzahl deutscher Rentner werden die Beiträge für Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung steigen. Das wird sich auf die Investitionen auswirken. Ältere Gesellschaften neigen zu niedrigeren Kapitalrenditen und konsumieren weniger. Das führ zu sinkender Nachfrage und geringeren Investitionen. Die Notwendigkeit, Geld für das Alter zurückzulegen, steigt.

Höhere Nachfrage an Arbeitskräften

Es ist davon auszugehen, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften steigen wird. Offene Stellen werden tendenziell schwerer zu besetzen sein. Grund hierfür sind die rückläufigen Geburtenzahlen. Es gibt immer weniger Jugendliche auf der Suche nach einer Ausbildung. Folglich entsteht ein Bewerbermangel.

Da nun die wenigen qualifizierten Kräfte produktiver arbeiten müssen, steigen auch ihre Löhne. Anerkannte Ökonomen wie Martin Greive und Hans Evert gehen davon aus, dass die Bruttolöhne allein im Jahr 2014 um 4,9 Prozent steigen werden. Um dem Anspruch an höhere Qualifikationen gerecht zu werden, müssen sich auch ältere Arbeitnehmer sich lebenslang weiterbilden.

Abnahme der Bevölkerungszahlen in den Randgebieten

Die Bevölkerung wird sich in wenigen Metropolregionen konzentrieren. Randständigen Gebieten drohen rückläufige Einwohnerzahlen. Man geht davon aus, dass sich umfangreiche Wanderungsbewegungen vollziehen, in dessen Verlauf junge Menschen aus ländlichen Regionen in die Zentren ziehen. Davon werden besonders die östlichen Bundesgebiete und das Ruhrgebiet betroffen sein.

Infolge dessen wird das BIP pro Kopf langsam aber sicher steigen. Einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) zufolge wird Deutschland in 50 Jahren das Industrieland mit den größten Verlusten sein. Experten gehen von einem Abstieg von Position 5 auf Position 10 aus. Der Anteil am weltweiten BIP werde sich von 4,8 auf 2 Prozent verringern. Einer „optimistischen“ Schätzung zufolge werde sich die Wachstumsrate um jährlich 0,8 – 1,3 Prozent verringern. Das führt zu geringeren Steuereinnahmen.

Staatspleite mehr als nur ein Horrorszenario

Umso weniger Steuern eingenommen werden, umso mehr steigen die Ausgaben des Staates (z.B. für Alterssicherung, Sozialhilfe, Pensionen und Infrastrukturanpassungen an ältere Menschen). Einige Experten gehen davon aus, dass diese Entwicklung früher oder später zum völligen Ruin Deutschlands führen werde. Wie Finanzexperte Bernd Raffelhüschen 2013 im Gespräch mit dem Focus erklärte, müsste die Rentenversicherungen über Rückstellungen von 2 Billionen Euro verfügen, um die notwendigen Leistungen für die Zukunft zu bezahlen. Zusammen mit der gesetzlichen Krankenversicherung wären es sogar 5 Billionen Euro.

Falls sich die deutsche Schuldenquote bis 2050, wie von Standard & Poors prognostiziert, auf das Vierfache des BIP erhöht, droht Deutschland die Pleite.

(Marco Heinrich)


 


 

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