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Dispozins-Wucher

Banken sind überteuert und zeigen kaum Transparenz

Obwohl Banken derzeit mit 0,75 Prozent Zinsen besonders günstig Geld leihen können, kommt dieser Vorteil nicht beim Kunden an. Wie die Stiftung Warentest für ihre aktuelle Ausgabe der Finanztest ermittelte, berechnen Banken bis zu 15,32 Prozent Zinsen, sollten Kunden ihr Girokonto überziehen. Und auch in Sachen Transparenz halten sich die Geldhäuser zurück: Viele Banken und Sparkassen verweigerten den Testern gegenüber schlichtweg die Aussage.

Bereits im Sommer diesen Jahres wurden die durchschnittlichen Disponzinen in einem Ministeriumsgutachten ermittelt und ob ihrer Höhe stark kritisiert. Wie eine Untersuchung der Zeitschrift Finanztest zeigt, hat sich an dieser Situation nichts geändert. Viele Banken verdienen heute sogar noch kräftiger an ihren Kunden. Und zeigen dabei keinerlei Transparenz.

Kaum Transparenz beim Überziehungskredit

Herauszufinden, wie hoch die Zinsen bei den einzelnen Geldhäusern sind, stellte sich dabei als schwieriger dar, als angenommen. Lediglich 357 der insgesamt 1566 angefragten Banken und Sparkassen teilten ihre Konditionen freiwillig mit. Bei 588 weiteren Instituten konnten die benötigten Informationen durch „detektivische Methoden“, wie Finanztest preisgibt, von den Testern in Erfahrung gebracht werden.

Bei den restlichen 621 Banken und Sparkassen, immerhin mehr als ein Drittel der angefragten Institute, verlief jegliche Recherchearbeit im Sande. Trotz schriftlicher Anfragen, unzähliger Anrufe und Informationssuche im Internet konnten die genauen Konditionen für den Dispokredit nicht ermittelt werden.

Dispozinsen überteuert

Auch wenn der durchschnittliche Dispozinz im Vergleich zum vergangenen Jahr leicht gesunken ist, liegt er nach Ansicht der Tester noch immer viel zu hoch. Denn Banken können sich derzeit günstiger Geld leihen als bisher. Gerade einmal 0,75 Prozent Zins fällt bei ihnen an. Auch wenn der Bankenverband versichert, dass dieser Leitzins nicht der einzige Faktor sei, der den Dispozins bestimme, erscheint ein zweistelliger Zinssatz doch weitaus höher als angemessen.

Beim Dispozins gibt es zudem zwischen den einzelnen Geldhäusern große Unterschiede. So berechnen Großbanken wie Deutsche und Santander meist deutlich mehr als 10 Prozent, während viele Direktbanken mit einstelligen Zinssätzen punkten. Besonders günstig zeigte sich die Deutsche Skatbank: Als Direktbank einer thüringischen Volksbank verlangt sie nur 5,25 Prozent Überziehungszins und kann damit sogar locker mit den Konditionen einiger Ratenkredite mithalten.

Damit man sich diese großen Unterschiede besser vorstellen kann, hier eine kurze Rechnung, die von Finanztest angefertigt wurde:
Bei einem Zinssatz von 14,25 Prozent zahlt ein Kunde, der ein halbes Jahr mit 2.000 Euro im Minus ist, 142,50 Euro. Bei einer günstigen Bank mit einem Zinssatz von 5,25 Prozent, wie der Deutschen Skatbank, sind es hingegen nur 52,50 Euro.

Der ausführliche Test Dispozinsen ist in der November-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und online unter www.test.de/dispo veröffentlicht.

(Thorsten Becker)


 


 

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