Baustelle 2.0
Volksbank SaarWest goes Social Media
SaarLorLux. Gleichzeitig mit dem Bau der neuen Geschäftsstelle gegenüber der Europa-Galerie ebnete man bei der Volksbank SaarWest auch den Weg in die Sozialen Netzwerke. Wir sprachen mit Volksbank-Vorstandssprecher Edgar Soester sowie dem Bereichsleiter Betrieb und Beauftragten für Social Media, Joachim Brehm, über Facebook-Fans, moderne Kommunikationswege und verlängerte Öffnungszeiten.
business-on.de: Banken gelten in der Regel als eher konservativ. Zur Eröffnung der neuen Geschäftsstelle haben Sie sich zu einer Marketing-Kampagne in Facebook entschieden. Wie kam es zu der Entscheidung?
Joachim Brehm (Volksbank): Wir hatten uns im Vorfeld der Planungen zur Eröffnung der neuen Geschäftsstelle in Saarbrücken parallel mit den Einsatzmöglichkeiten und den Herausforderungen von Social Media, Onlinemarketing und Web 2.0 beschäftigt.
Dass Social Media gerade für regionale Banken von großer Bedeutung sein kann, wurde uns dabei sehr schnell bewusst. Schlagworte wie Kundennähe, Mitbestimmung und Engagement vor Ort sind originäre Ziele in unserer Kundenbeziehung und passen optimal in die Kundenkommunikation via soziale Netzwerke.
Mit der Eröffnung der neuen Geschäftsstelle in Saarbrücken war für uns der richtige Zeitpunkt gekommen. Wir fanden die Idee und Story passend, die Umbaumaßnahmen in Saabrücken flankierend mit der Erstellung eines neuen Auftrittes der Volksbank SaarWest in Facebook zu verknüpfen. Unsere Kunden und Besucher in die Bauschritte zur Eröffnung einer „virtuellen Geschäftsstelle“ aktiv einzubinden.
business-on.de: Bisher haben Sie rund 370 Fans erreicht. Sind Sie zufrieden damit?
Edgar Soester (Volksbank): Mit der bisherigen Entwicklung sind wir sehr zufrieden. Die Anzahl der Fans kann eine Messgröße für Erfolg in den sozialen Medien sein – diese Kennzahl ist für unser Handeln aber eher sekundär. Auf Facebook zu sein, ist kein ROI.
Wir fokussieren uns im Rahmen unserer Strategie und Ergebnismessung primär auf qualitative Ziele. Die sind uns langfristig viel wichtiger.
Mit unseren Kunden in den Dialog zu treten - näher dran zu sein. Durch die vielfältigen Interaktionsmöglichkeiten wollen wir unseren Kunden einen generellen Mehrwert und Nutzen stiften. Zum Beispiel darüber, dass wir in Facebook an Wochentagen auch außerhalb von üblichen Banköffnungszeiten bis 20 Uhr erreichbar sind.
business-on.de: Die Facebook-Kampagne wurde nicht von Online- oder Printmedien begleitet. Auch gab es sonst keine begleitende PR-Kampagne. Ist das Projekt "virtuelle Facebook-Geschäftsstelle" eher ein Versuchsballon?
Joachim Brehm (Volksbank): Unsere „virtuelle Geschäftstelle“ in Facebook ist kein Versuchsballon - ganz im Gegenteil. In einem internen Projekt- und Diskussionsprozess haben wir uns für ein eindeutiges „Ja“ entschieden. Ein „Ja“, sich als Unternehmen auf die Chancen und Risiken, auf die Offenheit und notwendige Transparenz im Angebot sozialer Netzwerke einzulassen.
Unserem Auftritt ist eine strategische Analyse und Planung vorausgegangen. Und angesichts der Investitionen in Social Media, und vor dem Hintergrund der strategischen Bedeutung dieses Kommunikationskanals, hat ein generelles Umdenken stattgefunden. Auch bei uns.
Wir sind auch der Auffassung, dass die Zeit des Ausprobierens, des Herumspielens längst vorbei ist. Wir werden in 2012 den Bereich „Social Media“ maßgeblich in die Gesamtmarketingsteuerung einbinden.
Social Media ist eine Führungsaufgabe
business-on.de: Unternehmen tun sich derzeit schwer mit den sozialen Medien. Zwar findet man schnell einen Facebook-Account, allerdings sind die Inhalte teils dürftig. Können Sie sich erklären warum so viele Firmen sich schwer tun, professionellen Content einzukaufen?
Edgar Soester (Volksbank): Einer der häufigsten Knackpunkte, woran eine erfolgreiche Implementierung von Social Media in Unternehmen scheitert, ist, dass Social Media nicht als Führungsaufgabe verstanden wird. Wenn das Management nicht vermitteln kann, mit der Zeit zu gehen und den modernen und offenen Dialog zu suchen, dann wird es schwer mit einem Auftritt in den sozialen Medien.
Social-Media-Aktivitäten sind mittlerweile im Finanzdienstleistungsbereich eine zeitgemäße Ergänzung der gängigen Kommunikationswege. Wenn diese Schlussfolgerung auf der Managementebene zur Kenntnis genommen wird, dann werden auch Projekte in Social Media gestartet und es wird zum Einkauf externer Beratungsleistungen und professionellem Content kommen.
business-on.de: Welche Facebook- oder Social-Media-Kampagnen planen Sie für die Zukunft?
Joachim Brehm (Volksbank): Das wollen wir hier so offiziell noch nicht verraten. Wir bleiben am Ball. Zunächst sind wir als eine der ersten Genossenschaftsbanken an der Saar in den sozialen Netzwerken vertreten. Darauf sind wir durchaus stolz. Wir werden uns aber jetzt nicht ausruhen – ganz im Gegenteil.
Über unser Social-Media-Team und in Zusammenarbeit mit unserem externen Partner, der ting Beratungs-GmbH, finden regelmäßige Redaktionssitzungen statt. Vorschläge, Ideen und weitere Kampagnen befinden sich in Vorbereitung. Die Ergebnisse daraus münden in einen Redaktions- und Postingplan, den unsere Beobachter und Fans in den nächsten Wochen über unsere Social Accounts (Facebook, Twitter, Youtube, Xing) zu sehen bekommen.
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