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Wie die Wirtschaftsjunioren Gründer im Saarland unterstützen

Bundesweit hat es sich der Verein der Wirtschaftsjunioren zur Aufgabe gemacht, Existenzgründer auf vielfältige Weise zu unterstützen. Auch im Saarland gibt es einen eigenen Landesverband. Dr. Jörg Rupp, Vorsitzender der Wirtschaftsjunioren Saarland e.V., spricht im business-on.de-Interview über die häufigsten Fehler von Gründern, spezielle Angebote für die Kreativwirtschaft und politische Forderungen.

business-on.de: Die Zahl der Existenzgründer geht bundesweit zurück. Auch im Saarland?

Jörg Rupp: Ja, auch im Saarland ist die Zahl der Existenzgründer leider rückgängig. Das liegt, neben einem guten Arbeitsmarkt, auch daran, dass Gründer keinen Anspruch mehr auf Gründungszuschuss haben.

business-on.de: Was sind die 3 häufigsten Fehler die Exiszenzgründer im 1. Jahr machen?

Jörg Rupp:

  • Zu geringe Kapitalausstattung in der Planung.
  • Überzogene Absatzerwartung
  • Fehlender Fokus auf Marketing und Vertrieb

business-on.de: Wie helfen die Wirtschaftsjunioren bei der Existenzgründung ?

Jörg Rupp: Die Wirtschaftsjunioren Saarland unterstützen Gründer durch:

  1. Monatliche, kostenlose Veranstaltung Gründerwissen: Es werden zum einen Gründungen aus verschiedenen Branchen vorgestellt, zum anderen gibt es Fachvorträge zu relevanten und topaktuellen Themen für Gründer.
  2. Gründerplanspiel: Wir veranstalten seit über 10 Jahren das Gründerplanspiel Saar. Es ist ein Klassiker bei dem Gründer in einer geschützten Simulation, spielerisch lernen ein Unternehmen aufzubauen.
  3. Netzwerke: Viele unserer Mitglieder sind selbstständig . Bei uns finden Gründer Gleichgesinnte, die Tipps geben können. Der ein oder andere findet auch Kooperationspartner oder Kontakte die ihm helfen weiter in seinem Geschäft zu kommen.
  4. Netzwerkveranstaltungen wie das Business Speed-Dating bei dem Gründer in kürzester Zeit sehr viele Geschäftskontakte knüpfen können.
  5. Kultur Speed Dating Saarland (KUSS): Hier werden speziell die kreativen Köpfen - wie etwa Musiker, Designer, und Künstler - des Landes angesprochen. Häufig fehlt dort der Zugang zu betriebswirtschaftlichen Fragestellungen. Wir Wirtschaftsjunioren coachen diese kreativen Gründer und bringen sie mit potentiellen Auftraggebern zusammen. Das Format wird mittlerweile international kopiert. Wir sind Vorreiter.

business-on.de: Können Sie uns Beispiele für eine erfolgreiche Gründung nennen, die Sie begleitet haben?

Jörg Rupp: Wir geben nicht so gerne solche Informationen nach außen. Ich lade Sie aber herzlich ein, zu einer unserer nächsten Veranstaltungen dazu zu kommen und dort einen Gründer direkt zu interviewen.

business-on.de: Im Rahmen Ihrer Vortragsreihe "Gründerwissen" informieren Sie regelmäßig zu wichtigen Themen rund um Existenzgründung und Unternehmertum. Wie wird die Veranstaltungsreihe in der Region angenommen?

Jörg Rupp: Die letzten Veranstaltungen waren mit mehr als 20 Teilnehmern maximal besucht. Und es werden stetig mehr. Das schöne ist, dass nicht nur junge, sondern auch ältere Semester, die gründen, zu uns kommen. Es sind alle willkommen, die an den Themen interessiert sind.

business-on.de: Der BITMi bezeichnete gerade das neue Leistungsschutzrecht als große Gefahr für IT-Startups. Wie sieht die Gesetzeslage in Deutschland im Allgemeinen aus? Existenzgründer-feindlich oder -freundlich?

Jörg Rupp: In meiner Einschätzung ist die Gesetzeslage in Deutschland mittelmässig. Auf der einen Seite gibt es zwar staatliche Kredite und Gründungsförderung. Auf der anderen Seite werden dann aber erfolgreiche Programme wie der Gründungszuschuss gestrichen.

Deshalb haben wir Wirtschaftsjunioren dazu politische Positionen auf Bundesebene entwickelt: Wir fordern, Existenzgründer von der Umsatzsteuerregelung auf monatlicher Basis zu befreien. Überschüsse sollten wieder formlos von Kleinunternehmern ermittelt werden können. Verluste aus gescheiterten Projekten sollten mit Gewinnen von Neuanfängen verrechenbar sein.

Ein ebenso wichtiges Thema ist die Gründungskultur in Deutschland. Private und Wagniskapitalgeber brauchen mehr Rechtssicherheit, auch um Doppelbesteuerung zu vermeiden. Dann können auch gewagtere Projekte einfacher realisiert werden.

Kinder die laufen lernen, fallen auch mal hin. Bei Gründern kommt das auch vor. Dafür brauchen wir mehr Akzeptanz. In den USA ist das so, dort gibt es auch mehr Entrepreneure.

Neben seiner Funktion als 1. Vorsitzender und Kreissprecher der Wirtschaftsjunioren Saarland ist Dr. Jörg Rupp auch Geschäftsführer der Gründungsberatung DORUCON.

(Redaktion)


 


 

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