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Deutsch-belgische Kooperation schafft Mehrwert für Menschen in der Euregio

Die Handwerkskammer für die Region Aachen und ihre ostbelgischen Partner kooperieren in der Aus- und Weiterbildung seit Jahren erfolgreich. Mit ihren gemeinsamen Angeboten für Lehrlinge, Gesellen und Meister schaffen sie einen Mehrwert für die Menschen in der Euregio Maas-Rhein und beweisen in Zeiten der Globalisierung effektive Zusammenarbeit im Sinne der europäischen Idee. Die Zusammenarbeit ist ein Musterbeispiel für Gemeinschafts­vorhaben der Wirtschaft innerhalb der Euregio Maas-Rhein.

„Mit unserer engen Kooperation erreichen wir Synergien bei der Qualifizierung junger Fachkräfte und künftiger Führungskräfte“, betont der Hauptgeschäftsführer der Kammer, Ralf W. Barkey, der jetzt eine Bildungsdelegation aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens (DG) im BGZ begrüßte. Ihr gehörten an: Céline Marchal, Beraterin im Kabinett des Ministers für Unterricht, Ausbildung und Beschäftigung der DG, Patrick Bonni, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Aus- und Weiterbildung im Mittelstand und in KMU (IAWM) Eupen, und die Pädagogische Referentin im IAWM, Chantal Fijalkowski. In Gesprächsrunden und während eines Rundgangs durch die Ausbildungshallen konnten sich die Gäste vom modernen Stand der Infrastruktur und der Lehrgangsinhalte im BGZ überzeugen. Beide Seiten verdeutlichten das Interesse an einer noch intensiveren Zusammenarbeit und an der Realisierung neuer Projekte.

In der Fachausbildung der Fleischer und Bäcker arbeiten die Handwerkskammer für die Region Aachen und das Zentrum für Aus- und Weiterbildung des Mittelstands (ZAWM) Eupen erfolgreich Hand in Hand. So wurden in der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung bisher rund 80 Fleischer-Lehrlinge und 100 Fleischer-Fachverkäu­ferinnen ausgebildet. Für die Eupener Bäcker-Innung fand im vorigen Jahr im Bildungszentrum BGZ Simmerath eine dreitägige Schulung von belgischen Fach­verkäuferinnen statt. Sie besuchten die Backstube des BGZ und backten dort Brote, Brötchen und Feingebäck.

In vielen grenzüberschreitenden Maßnahmen können sich die Teilnehmer mit ihren Kolleginnen und Kollegen fachlich austauschen und Kenntnisse über die Spezialitäten deutscher und belgischer Fachbetriebe erwerben. Von solch einer Vielfalt profitieren auch die Bäcker- und Fleischer­gesellen in den grenzüberschreitenden Meistervorbereitungskursen. Sie erwerben zum Abschluss den Meistertitel beider Länder und damit eine umfassende Qualifikation. In den Kursen wird den angehenden Meisterinnen und Meistern neben Fachpraxis und Fachtheorie umfassendes Wissen in Betriebswirtschaft, Mitarbeiter­führung und Recht vermittelt. Als Unterrichtsorte sind das ZAWM in Eupen und das Bildungszentrum BGZ Simmerath der Kammer beteiligt.

Ständiger Austausch

Die Betriebsinhaber und ihre Beschäftigten auf beiden Seiten der Grenze profitieren von den gemeinsamen Projekten und dem ständigen Austausch auf Entscheidungs­ebene beziehungsweise zwischen den Berufspraktikern. „Durch die gemeinsame Initiative der Kammer und dem ZAWM ist es uns gelungen, die fachliche Ausbildung der angehenden Fleischer- und Bäckermeister in der Region zu halten“, so Barkey. Den Teilnehmern seien somit lange Anfahrten erspart geblieben. So konnte durch die deutsch-belgische Partnerschaft 2008 die Meisterschule für das Bäckerhandwerk mit modernen Ausbildungsinhalten und mit einem neuen Prüfungsausschuss in der Aachener Region wieder etabliert werden, nachdem der letzte Vorbereitungslehrgang der Kammer 1994 stattgefunden hatte.

Aber nicht nur für die Auszubildenden im Lebensmittelhandwerk, sondern auch für die Lehrlinge im Kraftfahrzeug-Handwerk in der Euregio Maas-Rhein bieten sich hervorragende Möglichkeiten. Mit nur einer Prüfung können sie das deutsche, das belgische und das niederländische Berufsabschlusszeugnis erlangen. Die Tridiplomierung, die seit September 2006 angeboten wird, setzt einen Meilenstein in der grenzüberschreitenden Kooperation der Berufsbildungsträger. Bisher nahmen 31 Teilnehmer dieses Angebot wahr.

Eine enge Kooperation, von der alle Beteiligten profitieren, ist auch im Friseurhandwerk geplant. Meister aus den Regionen, Ausbilder, Lehrer und Verant­wortliche der Kammern und Ausbildungszentren haben bereits über eine Tridiplo­mierung beraten. Derzeit werden Wege zu einem grenzüberschreitenden Berufsabschluss erdacht und überprüft, insbesondere, da es in Deutschland eine neue Ausbildungsordnung für Friseure mit neuen Prüfungsanforderungen gibt.

Das hochmoderne Bildungszentrum für Friseure und Kosmetiker der Handwerkskammer für die Region Aachen, das Ausbildungszentrum (ROC) Leeuwenborgh in den Niederlanden und das Zentrum für Aus- und Weiterbildung im Mittelstand (ZAWM) Eupen bieten hervorragende Schulungsmöglichkeiten. Über die Tridiplomierung hinaus könnte es im Friseurhandwerk daher noch weitere gemeinsame Projekte, vor allem in der Weiterbildung, geben.

Akademie stellt Arbeiten vor

Intensive deutsch-belgische Kontakte werden auch im Bereich Handwerksdesign gepflegt. Seit mehreren Jahren schon präsentieren Dozenten und Studenten der Akademie für Handwerksdesign Gut Rosenberg Projekte und Arbeiten bei der Designbiennale in Lüttich. Darüber hinaus besteht eine enge Kooperation des Bildungszentrums mit der dort ansässigen Hochschule St. Luc.

Für die Handwerksbetriebe in Belgien und Deutschland haben die Außenwirtschafts­berater der Aachener Kammer Länderleitfäden erarbeitet und sie veranstalten Seminare und Sprechtage, bei denen über das Arbeiten in den jeweiligen Ländern und die dort geltenden Voraussetzungen informiert wird.

Quelle: HWK Aachen

(Redaktion)


 


 

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