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Eva Reinhards

Planspiele bilden und fördern Talente

Durch Planspiele können Mitarbeiter auf ganz bestimmte Voraussetzungen hin getestet oder in konkreten Arbeitsbereichen weitergebildet werden. Eva Reinhards vom Saarbrücker Dienstleister "Alles in Kontakt" hat sich auf die Durchführung solcher Planspiele spezialisiert. Im business-on.de-Interview geht die Expertin näher auf die Vorteile dieser Lernmethode ein.

business-on.de: Was sind im Bezug auf den Lernerfolg die drei größten Vorteile eines Planspiels gegenüber eines klassischen Seminars?

Eva Reinhards: Im Unterschied zu einem Seminar setzt ein Planspiel die Schwerpunkte in der Vermittlung von Lerninhalten auf interaktive Weise anders.

Die drei wesentlichen Aspekte dabei sind:

  • Die nachhaltige Übertragung von komplexen und unübersichtlichen Theorien in eine vereinfachte  risikolosen "Spielwiese".
  • Die Verdeutlichung des besonderen Charakters Entscheidungen ohne die möglichen negativen Konsequenzen zu tragen.
  • Das Herausbilden der Befähigung bei den Teilnehmern, ihre vorhandenen theoretischen Kenntnisse in praktische Erfahrungen umzusetzen. Durch diesen Umstand gelingt es Problemlösungs- und Handlungskompetenz zu verfeinern.

business-on.de: Planspiele sind immer auch zum gewissen Teil Rollenspiele. Da ist es für manche Teilnehmer sicherlich schwer, sich auf diese fiktive „Planwelt" einzulassen. Wie können solche Schwierigkeiten überwunden werden?

Eva Reinhards: Die Identifikation mit der virtuellen „Planwelt“ kann durch die Vermittlung der Inhalte im Kontext zu konkreten Fragestellungen aus dem beruflichen Alltag vermittelt werden. Es geht bei Planspielen nicht darum, dass ihre

Mitarbeiter lernen eine andere Rolle darzustellen, sondern darum sich auf eine Problemstellung einzulassen und bewusst die Talente zu aktivieren, die sie zur Lösung der Situation benötigen.

Wir machen den Teilnehmern bewusst, dass es nicht darum geht, etwas zu spielen, sondern ein Bewusstsein für seine eigenen Stärken zu entwickeln. Um diese gezielt und selektiv zum Einsatz zu bringen.

Planspiele im Assessment

business-on.de: Abgesehen vom Bereich der Weiterbildung lassen sich Planspiele auch optimal im Assessment einsetzen. Welchen Unternehmen würden Sie raten, solche Maßnahmen zur Beurteilung ihrer Bewerber einzusetzen und warum?

Eva Reinhards: In Assessment Centern, geht es darum, Führungskräfte sowie zukünftige Mitarbeiter nach ihrer Eignung zu beurteilen, leitende Positionen zu bekleiden.

Mit Planspielen lässt sich herausfinden, ob der Bewerber die notwendigen Schlüsselqualifikationen besitzt, die er für die Stelle braucht. Im Vordergrund steht dabei die Beobachtung, wie der Bewerber zu Lösungen eines bestimmten Problems kommt, nicht ob er das Problem an sich lösen kann.

Zudem zeigt sich, ob er sein Verhalten schnell an veränderte Situationen anpassen kann oder ob er an Altem festhält.

Gleichzeitig wird ein sichtbarer Eindruck von der Teamfähigkeit des Bewerbers an einem konkreten Beispiel vermittelt. Gerade dieser Punkt kann Planspiele vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen zu einem interessanten Aspekt des Bewerbungsprozesses machen. Die sozialen Kompetenzen eines neuen Mitarbeiters können die Produktivität des Unternehmens maßgeblich beeinflussen.

Doch auch für Großunternehmen ist die Prüfung eines Bewerbers auf seine Teamfähigkeit und seines Umgangs mit Problemsituationen einer der wichtigsten Aspekte.

business-on.de: Das Risk-Management-Planspiel haben Sie bereits mit rund 120 Teilnehmern auf einmal durchgeführt. Welche Probleme ergeben sich durch eine solch große Spielerzahl? Oder wird es dadurch sogar zum besseren Erlebnis?

Eva Reinhards: Das Risk-Management-Planspiel ist darauf ausgerichtet, mit 25 bis 120 Teilnehmern durchgeführt zu werden. Dabei entsteht lediglich im Vorfeld ein größerer Planungsaufwand bei der Besetzung der Stellen für die Teilnehmer.

Der Umgang mit einem größeren Team ist wertvolle Erfahrung und anspruchsvolle Herausforderung zugleich. Dabei wird schnell offengelegt, welche Mitarbeiter direkt zum organisierten Handeln übergehen und dabei andere integrieren, wer den Entscheidungsträgern aktiv zuarbeitet und wer sich dem Problemlösungsprozess zu entziehen versucht.

Das Planspiel funktioniert selbstverständlich auch im kleinen Rahmen, gibt jedoch in größeren Gruppen zusätzlich die Gelegenheit, weitere Aspekte der Teamfähigkeit zu trainieren und auf den Prüfstand zu stellen.

Erfahrungen führen zu richtigen Entscheidungen

business-on.de: Wie kann ein Planspiel dabei helfen, Risiken künftig besser und realistischer einzuschätzen?

Eva Reinhards: Es bietet Ihren Mitarbeitern die ideale Möglichkeit, den Tunnelblick ihres eigenen Arbeitsbereiches gegen die Vogelperspektive auf unternehmerische Zusammenhänge zu tauschen.

In wirklichen Risikosituationen ist nicht allein Kompetenz entscheidend, sondern auch die Handlungsbereitschaft und der Planungsgeist ihrer Mitarbeiter. Beides lässt sich in Planspielen trainieren.

Gleichzeitig wird ihren Mitarbeitern während des Planspiels das Selbstbewusstsein vermittelt, ihre Entscheidungen zu präsentieren. Dank dieser Erfahrung werden sie sich auch in realen Problemsituationen nicht passiv zurückziehen.

Journalist: „Worauf führen Sie ihre Erfolge zurück?“
Unternehmer: „Auf richtige Entscheidungen.“
Journalist: „Und wie kommen Sie zu Ihren richtigen Entscheidungen?“
Unternehmer: „Erfahrung.“
Journalist: „Und wie kommen Sie bitteschön zu Ihren Erfahrungen?“
Unternehmer: „Falsche Entscheidungen.“

So formulierte Hans-Georg Plaut, verstorbener Gründer der Beratungsgruppe Plaut, seine eigenen Ansichten zum Thema „Lernen“ in einem kleinen Frage-und-Antwort-Spiel zwischen einem Journalisten und einem Unternehmer.

business-on.de: Zur Durchführung eines Planspiels benötigt man Zeit. Zeit ist in vielen Chefetagen aber Mangelware. Sie werben daher mit einer hohen zeitlichen Flexibilität bei Ihren Planspielen. Wie zeigt sich das in der Praxis?

Eva Reinhards: Wir orientieren uns nach der Zeit der Unternehmen. Unsere Planspielbreite reicht in ihrem Zeitaufwand von einem halben Tag bis hin zu einer Dauer von drei Tagen.

Sie können sowohl separat als auch als Rahmenprogramm oder Ergänzung von klassischen Seminaren oder Fachschulungen eingesetzt werden. Dort spielen sie ihre wahren Stärken aus, da sie zusätzlich den Seminarablauf auflockern und die Teamzusammenführung anhand einer konkreten Fragestellung fördern.

(Thorsten Becker)


 


 

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