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LuxairTours-Chef Kunkel

Die Großregion ist extrem wichtig für uns

Alberto Kunkel ist Vorstandsmitglied der Luxair Gruppe und Chef des Tour Operators LuxairTours. Im Exklusiv-Interview mit business-on.de spricht der gebürtige Brasilianer mit deutschen Wurzeln über die Herausforderungen seines Jobs als Vice President der luxemburgischen Airline und erklärt warum die Großregion so wichtig für Luxair ist.

business-on.de: Können Sie in drei Sätzen erklären, was ein Executive Vice President Tour Operating und Sales & Marketing macht?

Alberto Kunkel, Luxair: Ich bin Mitglied im Vorstand der Luxair Gruppe und verantworte dort den Bereich Tour Operator. Das heißt, ich bin auch der Chef von unserem Tour Operator Luxair Tours. Bin aber auch verantwortlich für den Verkaufs- und Marketingbereich der Airline und des Revenue-Management Pricing.

Die Arbeit besteht darin, festgesetzte Ziele umzusetzen – gemeinsam mit den Teams. Dazu sind viele Besprechungen erforderlich, viele Projekte, die gesteuert werden müssen.

business-on.de: Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Tag bei Luxair. Wovor hatten Sie Angst?

Alberto Kunkel, Luxair: Also Angst hatte ich keine. Ich kann mich auch noch gut an den ersten Tag erinnern, auch wenn das schon 14 Jahre her ist. Es gab da eine ganz normale Einarbeitung – als nichts vor dem man Bammel haben müsste.

Jedes Jahr eine neue Herausforderung

business-on.de: Drei Gründe warum Ihnen die jetzige Arbeit Spaß macht?

Alberto Kunkel, Luxair: Es ist eine Herausforderung, eigentlich jedes Jahr eine neue Herausforderung. Und man muss sich auch jedes Jahr auf neue Krisen in der Touristik einstellen. Ob das nun Ausbrüche von Vulkanen, wie zum Beispiel in Island, oder irgendwelche Anschläge sind, die irgendwo passieren – in den letzten 10 Jahren hatten wir es jährlich mit einer neuen Krise zu tun. Und haben diese bis jetzt auch immer ganz gut bewältigt.

business-on.de: Vervollständigen Sie den Satz: Der typische Luxemburger ...

Alberto Kunkel, Luxair: ...ist ähnlich wie der Saarländer auch. Er ist reisefreudig und dennoch heimatverbunden. Der typische Luxemburger kommt eigentlich ursprünglich aus einer ländlichen Region mit vielen Landwirten, Bauern. Und ich glaube, im Saarland ist auch so. Die erste große Industrie in Luxemburg war die Stahlindustrie, ebenso wie im Saarland.

Danach ging Luxemburg durch die Finanzindustrie zwar andere Wege – aber im Prinzip ähnlich.

business-on.de: Was gefällt Ihnen in Luxemburg am meisten?

Alberto Kunkel, Luxair: Was mir am meisten gefällt ist das internationale Umfeld. Luxemburg hat, obwohl es klein ist, Weltstadtcharakter. Und es gibt hier eine große multikulturelle Gesellschaft. Das ist es, was mir hier gefällt.

Sicherheit wird großgeschrieben

business-on.de: Was kann Luxair besser als andere Fluggesellschaften?

Alberto Kunkel, Luxair: Die Alleinstellungsmerkmale von Luxair sind, dass wir versuchen, unsere Strecken optimal zu fliegen. Meistens in Tagesrandverbindungen. Und dass wir uns anpassen an den Bedarf des Kunden.

Außerdem legen wir einen sehr hohen Wert auf Qualität. Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Und zwar in allen Bereichen. Vom Abflug bis zur Ankunft. Wie zum Beispiel unsere E Service Produkte (Web Check In, Mobile Website), unser Service an Bord oder die zentral gelegenen Flughäfen, die wir anfliegen.

Ein weiterer Punkt ist, dass wir zu den Fluggesellschaften gehören, die am meisten im Bereich Flugsicherheit investieren. Da war bei uns schon immer ein wichtiges Thema. Wir machen auch unsere eigene Maintenance.

Was Sicherheit betrifft machen wir weit mehr, als gesetzlich vorgeschrieben ist. Auch die Auswahl der Piloten ist top. Sie wird sachlich neutral von einem externen Unternehmen übernommen – mit Prüfung und allem drum und dran.

“Unsere Kunden kommen aus der Großregion”

business-on.de: Wie wichtig ist für Luxair die Region Saar-Lor-Lux?

Alberto Kunkel, Luxair: Die Region ist extrem wichtig, weil die meisten unserer Kunden aus der Region kommen. Bei LuxairTours kommen 100 % der Kunden aus der Saar-Lor-Lux. Und auch bei der Airline kommen bestimmt 60-65 Prozent aus der Großregion, vielleicht sogar mehr.

Das heißt, wir generieren nicht so viel Kunden aus den Destinationen, die nach Luxemburg wollen, sondern bedienen hauptsächlich Kunden, die aus der Großregion in die verschiedenen Zielorte und wieder zurück fliegen wollen.

business-on.de: Für business-on.de-Leser sind vor allem die Verbindungen Saarbrücken - Hamburg und Saarbrücken - Berlin interessant. Andere Fluggesellschaften haben diese Verbindung mit der Zeit aufgegeben. Ist für Luxair die Verbindung attraktiv?

Alberto Kunkel, Luxair: Wir fliegen beide Städte an. Berlin wird dabei hauptsächlich von Luxemburg getragen, wobei es aber auch immer rund 15 Einsteiger in Saarbrücken gibt. Das ist für uns wirtschaftlich interessant. Normalerweise sind unsere Fluggeräte vom Typ Q400. Das ist ein sehr modernes Flugzeug mit 76 Plätzen. Ob man da dann 15 Kunden mehr oder weniger an Bord hat, das macht dann schon etwas aus. Diese Verbindung von Saarbrücken nach Berlin läuft gut.

Die Hamburg-Verbindung wird hingegen mehr vom Saarland getragen. Da kommen nur etwa 30 Prozent der Passagiere aus Luxemburg, 70 Prozent steigen in Saarbrücken ein. Da haben wir also ein umgekehrtes Verhältnis. Das heißt, dass dies eine Strecke ist, die sich auch allein aus dem Saarland heraus trägt.

business-on.de: Bei Billigflughäfen hört man oft, das im ländlichen Raum viel subventioniert wird. Wie ist es heute aus Ihrer Sicht?

Alberto Kunkel, Luxair: Das ist ja alles nicht transparent. Wir wissen nicht, ob und wie un in welcher Form Subventionen fließen. Denken aber das es so ist.

Ich kann nur sagen, dass wir keine Subventionen erhalten. Keinen einzelnen Euro. Auch nicht vom Luxemburger Staat oder sonst irgendjemand. Wir fliegen das alles im eigenen wirtschaftlichen Risiko.

business-on.de: Mittlerweile gibt es ja viele Tarife für unterschiedliche Zielgruppen. Früher war das nicht so. Warum haben Sie Ihre Preisstruktur angepasst?

Alberto Kunkel, Luxair: Wir sind wesentlich attraktiver geworden. Es gibt insgesamt rund 20 Tarifklassen. Mittlerweile ist es so, dass 40 Prozent unserer Kunden unsere fünf günstigsten Tarifklassen buchen.

Das ist der Beleg dafür, dass wir preislich wesentlich attraktiver geworden sind und das diese Preise auch vom Kunden angenommen worden sind.

Das sind auch keine falschen Versprechen oder reines Marketing: Die Werbung mit Flügen für 99 EUR hin und zurück inklusive aller Taxen zum Beispiel – diese Tarife sind auch tatsächlich verfügbar.


 


 

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