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Exklusiv-Interview

Data One-Geschäftsführer Martin Sesar: Saarland bietet gutes Lebensgefühl

Martin Sesar ist einer der erfolgreichsten Geschäftsführer in der Region Saar-Lor-Lux. Der gebürtige Saarländer gründete vor 10 Jahren mit einer Handvoll Mitarbeiter Data One. Heute arbeiten über 80 Mitarbeiter in seinem Dienstleistungsunternehmen. Im business-on.de-Exklusivinterview erzählt er, dass er eigentlich Architekt werden wollte und warum es so schwer ist, IT-Fachkräfte ins Saarland zu locken.

business-on.de: Können Sie sich noch an den Tag erinnern, als die Geschäftsidee für Data One geboren wurde?

Martin Sesar, Data One: Das war eher ein Prozess. Aus der Erfahrung meiner früheren Beschäftigung heraus wusste ich, dass man sich schwer tut, in bereits etablierte, besetzte Felder hineinzukommen.

Die Idee war eigentlich, Innovationsbereiche zu identifizieren, die innerhalb der IT neu an den Start kommen. Und sich dort dann als First-Mover beziehungsweise als neuer Player zu etablieren.

Während die Konkurrenz (zur Definition Konkurrenz) eher in konservativen IT-Geschäftsfeldern unterwegs war, haben wir für Data One differenzierte Geschäftsfelder und deren Potentiale identifiziert und konnten so die neuen entstehenden Märkte adressieren.

business-on.de: Können Sie in drei Sätzen beschreiben, was Data One macht?

Martin Sesar, Data One: Data One ist ein Software-Entwicklungs- und Beratungshaus. Wir beraten unsere Kunden zu Technologie- und Lösungsplattformen – im Wesentlichen von SAP und Microsoft. Diese Plattformen reichern wir durch eigene Lösungen an.

"Wir fühlen uns im Saarland gut aufgehoben"

business-on.de: Welche Vorteile bietet der Standort Saarbrücken für Ihr Unternehmen?

Martin Sesar, Data One: Insgesamt fühlen wir uns in der Struktur des Saarlandes sehr gut aufgehoben – auch flankiert durch alle bekannten Standortfaktoren und begleitet durch die Politik. Was die Branche sicherlich kennzeichnet, ist der signifikante Fachkräftemangel, welcher sich im Saarland vielleicht nicht so zeigt, wie in anderen Hotspots, wo IT ein noch bedeutsameres Thema ist.

Wir profitieren dadurch, dass Saarländer gern im Saarland bleiben und haben´s da vielleicht auch ein bisschen leichter, IT-Fachkräfte zu rekrutieren. Was ja für uns sehr wichtig ist: Unsere Mitarbeiter sind das wichtigste Gut des Unternehmens.

business-on.de: Das bedeutet dann aber auch, dass genügend IT-Kräfte im Saarland ausgebildet werden müssen.

Martin Sesar, Data One: Das ist richtig. Sie kriegen jemanden, der in München oder Hamburg studiert oder dort seinen Lebensmittelpunkt hat, schwerlich ins Saarland.

Wir kooperieren daher sehr eng mit der Schul- und auch der Hochschullandschaft im Saarland. Wir unterhalten Kooperationen mit Gymnasien, um schon frühzeitig Interesse an der IT zu wecken und kooperieren mit der HTW, der Berufsakademie genauso wie auch mit der Universität. Zum Beispiel mit Professor Dr. Loos, dem Leiter der Instituts für Wirtschaftsinformatik (IWI). Diese Kooperationen sind für uns sehr wertvoll.

Und die Schulpatenschaften tragen auch schon Früchte. Wir haben vor ein paar Jahren damit angefangen. Damals wurde uns noch gesagt, bis man erste Erfolge sieht, dauere das viele Jahre. Aber es hat nur ein Jahr gedauert: Wir unterhalten eine Patenschaft mit dem Albert-Schweitzer-Gymnasium in Dillingen hinsichtlich des Projekts Junior. Dabei unterstützen wir eine Schülerfirma als Wirtschaftspate. Und diese Schülerfirma hat im letzten Jahr unter 500 teilnehmenden Schulen bundesweit den zweiten Platz erreicht. Aus dieser Partnerschaft haben wir bereits eine erste Mitarbeiterin rekrutiert.

"Agiles Business in einer mobilen Welt"

business-on.de: Was können Sie denn besser als andere Unternehmen Ihrer Branche?

Martin Sesar, Data One: Unser Hauptmotto ist „Agiles Business in einer mobilen Welt“. Das heißt, wir wollen Agilität auf vielen Ebenen leben. Wir rücken da mit unseren Projekten sehr nah an den Kunden und versuchen deren Anforderungen gut zu verstehen und gut und agil umzusetzen.

business-on.de: Was heißt denn das konkret? Wie kann ich mir diese Agilität in der Praxis vorstellen?

Martin Sesar, Data One: Früher hat man in IT-Projekten oft monolithische Ansätze gewählt. Das heißt, man hat die Anforderung ganzheitlich in Pflichten- und Lastenheften definiert, oft über hunderte von Seiten, und in einem Zug umgesetzt.

Da gab es dann oft die böse Überraschung, weil der Kunde gar nicht das bekommen hat, was er eigentlich wollte.

Die agile Methodik bietet hier einen anderen Projektrahmen. Wir nähern uns in vielen Iterationen und Teilschritten dem Ziel des Kunden. Und entwickeln das Projekt an einer gemeinsamen Linie entlang dessen Anforderungen.

"Ich bin eher Generalist als Spezialist"

business-on.de: Sie hatten eben Schulklassen erwähnt: Erklären Sie mal einem Abiturienten, wie die Arbeit eines Geschäftsführers im Mittelstand aussieht.

Martin Sesar, Data One: Schlechthin denkt man ja, der Geschäftsführer macht Urlaub und auch ansonsten was er will, spielt Golf und fährt Porsche (lacht). So ist das aber ja leider nicht. Aber ich beschwere mich da gar nicht.

Der Geschäftsführer ist unterm Strich verantwortlich für alle Geschäftsbereiche. Das reicht von kaufmännischen Themen über Marketing und Vertrieb bis hin zur operativen Abwicklung und gestaltet sich auch sehr vielfältig. Ich bin da jetzt eher der Generalist als der Spezialist. Von der reinen Technologie habe ich mich über die Jahre leider eher entfernt – das habe ich früher sehr gerne gemacht.

business-on.de: Was haben Sie denn so für einen Führungsstil? Erklären Sie gerne Hintergründe, machen Masterpläne oder wie ist Ihre Herangehensweise?

Martin Sesar, Data One: Wir haben im Unternehmen drei Ebenen. Auf der Ebene der Abteilungsleiter und Teamleiter wird in der Regel ein kooperativer Führungsstil gelebt mit leichten Elementen eines direktiven Führungsstils - um einfach gegenüber einem zu lockeren Führungsstil etwas mehr Verbindlichkeit reinzubringen.

business-on.de: Ihre beste und schlechteste Eigenschaft als Chef?

Martin Sesar, Data One: Meine schlechteste Eigenschaft ist sicherlich eine gewisse Ungeduld und meine beste Eigenschaft ist vielleicht diese weitreichende Toleranz.


 


 

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