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Alternative Energie

Gaskraftwerk Saarbrücken kommt allen recht

Die Planungen für die neue Gas- und Dampfturbinenanlage liegen schon Jahre zurück. Doch die Fertigstellung kommt zur richtigen Zeit. Deutschland will in Zukunft keine Atomkraftwerke mehr einsetzen. Verständlich dass bei der symbolischen Kesseldruckprobe im Heizkraftwerk Süd in Saarbrücken alle zufrieden in die Kamera lächeln. Das neue Kraftwerk wird nur mit Erdgas betrieben. Es kostet 50 Millionen Euro und soll 2012 ans Netz gehen.

Am Mittwoch, dem 8. Juni 2011, fand auf der Baustelle des Heizkraftwerks Süd der Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Saarbrücken mbH (VVS) die Kesseldruckprobenfeier statt. Sie markierte einen weiteren Meilenstein bei der Entstehung des modernen Gas- und Dampfturbinenkraftwerks. Was bei einem Hausbau das Richtfest ist, ist die Kesseldruckprobe beim Bau eines Kraftwerks.

Zur symbolischen Kesseldruckprobe hatten sich unter anderem die Aufsichtsratsvorsitzende der VVS, Oberbürgermeisterin Charlotte Britz, die saarländische Ministerin für Umwelt, Energie und Verkehr, Dr. Simone Peter, die VVS-Geschäftsführer, Dr. Dieter Attig und Peter Edlinger, der Geschäftsführer von ThyssenKrupp Xervon Energy, Hans-Josef Sandkaul, sowie viele weitere geladene Gäste vor Ort versammelt.


Oberbürgermeisterin Charlotte Britz sieht im Wiedereinstieg des Stadtwerke-Konzerns in die Energieerzeugung eine gute Perspektive für das Unternehmen: „Bei der Erzeugung der Fernwärme übernimmt die VVS endlich wieder eine führende Rolle. Und was die Netze betrifft, so sind die Saarbrücker Stadtwerke dabei, das Fernwärmenetz in den nächsten Jahren sukzessive auszubauen.“

Ministerin Dr. Simone Peter betonte in diesem Rahmen den Stellenwert der VVS-Investitionen am Standort Saarbrücken: „Ich begrüße die Bestrebungen der VVS, zukünftig wieder verstärkt auf eine dezentrale Energieversorgung zu setzen. Gerade die Bereitstellung von Gas als Regelenergie für den zunehmenden Anteil Erneuerbarer Energien gewinnt an Bedeutung.“

Im Rahmen der Feierlichkeiten wurden in ca. 20 Metern Höhe im Kesselhaus drei Kesselschilder gestempelt. Jedes Kesselschild steht stellvertretend für einen Bestandteil des Abhitzekessels. Hier wird das heiße Abgas des vorgeschalteten Gasturbinenprozesses zur Dampferzeugung verwendet. Der erzeugte Dampf wird im nachgeschalteten Dampfturbinenprozess zur Stromerzeugung und zur Fernwärmeversorgung genutzt.

Durch die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und die Abhitzenutzung wird der Wirkungsgrad der VVS-Anlage dabei besonders wirkungsvoll gesteigert. VVS-Geschäftsführer Dr. Dieter Attig erklärte: „Mit einem Stromwirkungsgrad von 46 % und einer Gesamtausnutzung von über 80 % gehört unsere Anlage zu den modernsten verfügbaren KWK-Anlagen.“

Im Vorfeld hatte der TÜV Süd die eigentliche Kesseldruckprobe durchgeführt. Die vorgeschriebene Probe prüft die Festigkeit und Dichtigkeit der Schweißnähte. Dazu wurden die Kesselmodule, die Kesseltrommel sowie alle durchführenden und druckverbindenden Leitungen mit Wasser befüllt und mit einer Spezialpumpe auf bis zu 126 bar gedrückt. Das entspricht etwa einem Druck in 1.260 Meter Meerestiefe. Der hier angewandte Druck ist circa 2,3mal so hoch wie der Betriebsdruck der Anlage. Trotz dieser hohen Beanspruchung wurde im Kessel keine Naht undicht.

Als nächstes werden im Juli/August die Gasturbine und die Dampfturbine aufgestellt. Die Inbetriebnahmeaktivitäten starten im Oktober. Der Probebetrieb ist für Anfang 2012 vorgesehen.

(Quelle: VVS)


 


 

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