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Geschäftsbeziehungen im Ausland

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Interkulturelle Trainings

business-on.de: Mit interkulturellen Trainings gehen Sie auch auf einen oft vernachlässigten Punkt bei internationalen Geschäftsbeziehungen ein. Wie sollte man sich etwa verhalten, wenn man zu einem Geschäftstermin bei einem asiatischen Kooperationspartner eingeladen wurde?

Ellen Awais: Das „Verhalten“ sollte weit vor dem Geschäftstermin beginnen – in der gründlichen Vorbereitung. Selbst unter asiatischen Kulturen gibt es große Unterschiede, die sowohl von den diversen Glaubensrichtungen abhängen, als auch von der jeweiligen neueren Geschichte.

Essentiell wichtig ist es, Annahmen, die auf einer Begegnung mit einer asiatischen Kultur beruhen, nicht auf andere zu übertragen. Japaner, Chinesen, Koreaner, Indonesier und Singaporesen zum Beispiel denken und handeln sehr unterschiedlich, auch wenn sie einige Gemeinsamkeiten haben. Es ist so, als würden wir das Handlungsspektrum aller Europäer von Schweden bis Italien in einem Topf werfen.

Die Vorbereitung sollte zumindest einen Überblick über die Landesgeschichte, die nationalen Vorbilder und die heutige Ökonomie beinhalten. Nur weil die Geschäftspartner im Anzug daher kommen und in deutscher Manier Hände schütteln, bedeutet es nicht, dass sie ähnliche Vorstellungen von Status, Umweltschutz und Politik haben. Diese Themen gehören ohnehin nicht in ein Kennenlerngespräch.

Deutsche Geschäftsreisende sollten sich im Klaren sein, dass Themen, die hierzulande als „persönlich“ aufgefasst werden, in Asien schnell aufgegriffen werden. Mitgebrachte Fotos von Familie und Heim oder Firma und KollegInnen können durchaus ein Gespräch eröffnen.

Für das Thema „Speisen“ bietet sich eine Vorbereitung und Sensibilisierung im Internet an, ebenso für das Ausfindigmachen möglicher Besichtigungsorte während des Besuchs. Die Besucher sollten hinreichend Zeit einplanen, damit ein fakultatives, nicht „geschäftliches“ Programm überhaupt möglich ist.

Auch bei einer internationalen Geschäftsreise geht es um Gastfreundschaft – das darf man nie aus den Augen verlieren. Sich undankbar oder nörgelig zu zeigen, wegen Jetlag, Sprachschwierigkeiten, Zeit- oder Leistungsdruck ist ein Affront, der viel schwerwiegender ist als aus Versehen einen Patzer zu begehen. Solche werden gern übersehen oder vergeben, wenn die Beziehung stimmt.

Mit viel Lächeln, aufrichtig gezeigtem Interesse und sinnvollen Fragen über Land und Leute stellt der umsichtige Gast die Weichen für eine gute Beziehung, auch als Geschäftsreisender.

Im Training zeigen wir, wie Teilnehmer diesen Goodwill zielgerichtet erreichen können. Eine Basis für Kulturverständnis wird gelegt, gewonnen aus Erkenntnissen der Forschung und vielfältigen Fallbeispielen. Und im Austausch und Übung mit KollegInnen im Gruppentraining festigt sich Neu-gelerntes bei den Teilnehmern nachhaltiger als wenn Sie ein Handbuch durchlesen.

business-on.de: Welche kulturellen Unterschiede sind bei unseren direkten Nachbarn zu beachten? Gibt es auch hier Verhaltensmuster, die man unbedingt einhalten oder auf die man besser verzichten sollte?


Ellen Awais: Im Grunde würden wir diese Frage mit einem ähnlichen Ansatz beantworten als im Vorigen. Geschäftsbeziehungen verdienen vielleicht sogar noch mehr Zuwendung und Pflege als private, da es oft um viel Geld geht.

Da wir in Deutschland Privates und Geschäftliches gern trennen, erscheint dieses Gebot oft wie ein Widerspruch. Doch mehr als Dreiviertel der Welt möchte den Menschen hinter der Geschäftsperson kennenlernen, bevor es an die Arbeit geht.

(Redaktion)


 


 

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