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  • 19.11.2013, 07:58 Uhr
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Gewerbesteuer

Grafik-Design ist nicht in jedem Fall eine künstlerische Tätigkeit

Die Gestaltung von Prospektmaterial stuft das Finanzgericht Rheinland-Pfalz als gewerbliche Tätigkeit ein, wenn die „Gestaltungshöhe“ einer künstlerischen Tätigkeit nicht erreicht wird.

Wer als Selbstständiger wissenschaftlich, künstlerisch, schriftstellerisch, unterrichtend oder erzieherisch tätig ist und dabei mit einer besonderen beruflichen Qualifikation oder schöpferischen Begabung persönlich, eigenverantwortlich und unabhängig für seine Auftraggeber arbeitet, ist Freiberufler im Sinn des Paragraphen 18 Einkommensteuergesetz (EStG). Er unterliegt damit nicht mehr der Gewerbeordnung und zahlt keine Gewerbesteuer. Doch genau darüber gibt es immer wieder unterschiedliche Auffassungen.

Der Fall
Eine Grafikdesignerin und ein Fotograf erstellten als BGB-Gesellschaft für einen international tätigen Kunden das Grafik-Design für dessen gesamte Prospektwerbung in Deutschland sowie die grafischen Grundkonzepte für seine internationale Werbung. Die Gestaltung erfolgte unter Verwendung von Fotos, Texten und Preisangaben der zu bewerbenden Produkte. Andere Dienstleister übernahmen im Anschluss die weitere technische Bearbeitung der Vorlagen. Im Rahmen einer steuerlichen Betriebsprüfung beurteilte der Künstlerausschuss der Oberfinanzdirektion Koblenz die Tätigkeiten als kommerziell und nicht freischaffend künstlerisch.

Das Urteil
Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz wies die erhobene Klage aufgrund eines weiteren Gutachtens der Akademie für Kommunikationsdesign ab. Die Akademie hatte zwar eine einwandfreie handwerkliche Tätigkeit attestiert, allerdings die „für eine künstlerische Leistung erforderliche „Gestaltungshöhe“ nicht erkennen können
(Urteil vom 23. Oktober 2013 – 6 K 1301/10).

Die Begründung
Gemäß des Gutachtens der Akademie für Kommunikationsdesign müssten für diese Gestaltungshöhe einer künstlerischen Leistung „die Gestaltungsmittel (dazu zählen Farbe- und Formkontraste, Farbwirkung, Raum, Perspektive, verschiedene Gestaltungsebenen, Reduzieren, Überhöhen, Verfremdungen, Bildzitate) auf etwas Nichtsichtbares wie Stimmung, Gefühl oder Empfindung verdichten. Bei den Arbeiten überwiege dagegen bei allen Bemühungen, den geringen Freiraum künstlerisch auszufüllen, die einwandfrei gemachte handwerkliche Arbeit“. Demnach war eine freiberufliche und damit gewerbesteuerfreie Tätigkeit nicht gegeben.

(Redaktion)


 


 

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