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Interview mit Heiko Maas

Saarland startet Car-Sharing im Nahverkehr

Das Saarland startet ein neues Car-Sharing-Konzept im Öffentlichen Nahverkehr. Neben Bussen und Bahnen können in Zukunft auch 20 Elektrofahrzeuge genutzt werden. Inbesondere für Strecken, die häufiges Umsteigen erfordern. Das Land will damit den ÖPNV attraktiker machen. business-on.de sprach mit dem Wirtschaftsminister Heiko Maas.

business-on.de: Das Forschungsprojekt e-Mobil Saar soll den Individualverkehr enger mit dem ÖPNV verbinden. Was genau darf ich mir darunter vorstellen?

Heiko Maas: Wir wollen erreichen, dass mehr Menschen vom eigenen Auto auf den ÖPNV umsteigen und nachhaltige Verkehrsangebote nutzen. Deshalb haben wir mit e-mobil Saar jetzt ein Verknüpfungsangebot geschaffen: Man kommt am Bahnhof oder am Bus-Knotenpunkt an und steigt von dort auf das e-mobil um, um an sein konkretes Fahrtziel in der Stadt zu kommen.
Das ist ein attraktives Einstiegs-Angebot, Elektromobilität zu nutzen.

Möglich wurde dieses Pilotprojekt mit Mitteln des Bundesverkehrsministerium und regionalen Partner im Verkehrsverbund: Der DB, dem SaarVV und der VGS.

business-on.de: Vorerst sind zehn Ladestationen mit je zwei Elektrofahrzeugen im Betrieb. Wie genau läuft das Car Sharing für die Bürger ab? Wo können die Fahrzeuge abgeholt, wo wieder abgegeben werden?


Heiko Maas: Wir starten mit 20 Elektromobilen an 10 ÖPNV-Knotenpunkten im Land, also mit jeweils 2 Fahrzeugen pro Ladesäule. Die Fahrzeuge werden mit einer Chipkarte freigeschaltet, entweder mit einer Karte des Flinkster-Systems der DB oder einem Saar-VV Jahres- oder Schnupperticket.

Die Fahrzeuge werden also eigenständig nach vorheriger Buchung mit Chip freigeschaltet und müssen auch am Startpunkt wieder abgegeben werden.

Die Philosophie dahinter: Mit dem ÖPNV ankommen, mit dem Elektromobil weiterfahren und mit dem ÖPNV wieder nach Hause. Die ersten 500 Nutzer erhalten dazu als Anreiz zusätzlich noch ein 60 Euro Startguthaben.

Die Buchung läuft nach vorheriger Anmeldung über www.e-mobil-saar.de – dort gibt es auch alle Infos zur Funktionsweise des Systems und zu den Stationen.

business-on.de: Zwanzig E-Fahrzeuge - ein guter Start! Dennoch kann ich mir vorstellen, dass es schnell zu Engpässen kommt. Was muss ich tun, wenn ich zum Beispiel Mittwoch nächster Woche ein Elektroauto nutzen möchte?

Heiko Maas: Zunächst muss man sich für das System registrieren lassen und erhält je nach Nutzungsweg eine Flinkster-Karte der DB oder eine saarVV-Schnupper- oder Jahreskarte. Bestandskunden des saarVV oder von Flinkster bekommen die Funktion ohne neue Karte einfach freigeschaltet. Dann bucht man online sein Elektromobil zur Wunschzeit und Wunschort – und bekommt direkt eine Info, ob das Elektromobil dann auch verfügbar ist.

Da es sich um ein vom Bund gefördertes Forschungsprojekt handelt, „wächst“ das System im Laufe der Projektdauer auch weiter: Ab spätestens Mai kommt eine eigene Buchungs-App hinzu.

business-on.de: Bis Ende des Jahres sind weitere 20 Ladestationen geplant. Wo sollen diese stehen?

Heiko Maas: Derzeit läuft die Ausschreibung. Wir werden das Netz aber auch regional deutlich erweitern. Eine Besonderheit ist die Idee, lokale Akteure an den Ladesäulen als Mieter und Nutzer von Elektro­fahrzeugen mit einzubeziehen.

Diese Elektrofahrzeuge können vom Akteur zu bestimmten, frei auswählbaren Zeiten (bspw. als Dienstfahrzeug) genutzt werden. Nach Feierabend oder am Wochenende können diese dank der eingebauten Carsharing-Technik jederzeit dem e-Mobil Saar ÖPNV-Kunden zur Verfügung gestellt werden.

business-on.de: Ihre persönliche Top 3, warum man - auch privat - auf Elektromobilität umsteigen sollten.

Heiko Maas: Es schont langfristig gesehen den eigenen Geldbeutel, leistet so einen persönlichen Beitrag zum Klimaschutz – und man macht sich unabhängig von den fossilen Brennstoffen.

(Thorsten Becker)


 


 

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