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Katastrophe in Japan

Auswirkungen auf den Hightech Markt überschaubar

Die Auswirkungen auf die Hightech-Märkte halten sich vorerst in Grenzen. Abgesehen davon muss an erster Stelle die Versorgung der Menschen und Reparatur der Infrastruktur stehen.

Im Hightech-Verband BITKOM sind viele japanische Technologie-Anbieter organisiert. Vor diesem Hintergrund äußert sich BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer zur Katastrophe in Japan:

„Wir hoffen sehr, dass die Mitarbeiter in den Werken und Büros unserer japanischen Kollegen und ihre Familien unversehrt geblieben sind und weiterhin unversehrt bleiben. Die Nachrichten aus den Unternehmen stimmen uns zuversichtlich, dass dies weitgehend der Fall ist. Unser Mitgefühl gilt den Menschen in Japan, die durch die Katastrophe Familienangehörige, Freunde oder Kollegen verloren haben. Die Versorgung der Verletzten und Obdachlosen, die Vermeidung weiterer Schäden durch die Vorfälle in den Nuklearanlagen sowie die Wiederherstellung der Infrastruktur haben jetzt Priorität.“

Aufgrund zahlreicher Anfragen nimmt der BITKOM zu den wirtschaftlichen Folgen des Desasters auf den Hightech-Markt Stellung:

Nach den ersten Berichten der Hersteller halten sich die direkten Auswirkungen des Erdbebens und des Tsunamis auf die Produktion von Hightech-Produkten in Grenzen. „Die Unternehmen bemühen sich, die Fertigung wieder in Gang zu bringen oder sie verlagern Produktionskapazitäten in andere Werke“, sagte Scheer. „Viele der japanischen Hersteller sind global aufgestellt und produzieren auch außerhalb des Landes in der Nähe ihrer Absatzmärkte.“ Mit Lieferengpässen in Deutschland bei Geräten sei vorerst nicht zu rechnen. Noch unklar ist allerdings, wie sich die Schäden an der Infrastruktur, Stromknappheit oder gar ein nuklearer Super-GAU auswirken werden.

Neben Endgeräten werden in Japan auch zahlreiche Komponenten wie Chips, Sensoren oder LCD-Glas gefertigt. Nicht auszuschließen ist, dass es bei einzelnen Herstellern zu Engpässen bei bestimmten Teilen kommen kann. Im weltweiten Maßstab ist die Versorgung aber nicht gefährdet. Dies gilt, solange die Situation in Japan nicht weiter eskaliert.

Deutschland importierte aus Japan im Jahr 2010 Hightech-Produkte im Wert von 1,8 Milliarden Euro. Davon entfallen 730 Millionen Euro auf Unterhaltungselektronik (Fernseher, Digitalkameras etc.), 670 Millionen Euro auf IT-Produkte (Computer, Drucker etc.) und 430 Millionen Euro auf Kommunikationstechnik (Handys etc.). Das entspricht 4 Prozent aller Einfuhren in diesen Marktsegmenten. Deutschland lieferte umgekehrt im Jahr 2010 ITK-Waren im Wert von 167 Millionen Euro nach Japan.

(BITKOM e.V.)


 


 

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