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Hochwald/Idarwald

Saarland stellt Landeskonzept für den Nationalpark vor

Das saarländische Landeskonzept für die Entwicklung des grenzüberschreitenden Nationalparks Hochwald/Idarwald liegt vor. An erster Stelle steht dabei der Schutz des Naturerbes. Aber auch als Erholungsziel soll der Nationalpark dienen und künftig mehr Touristen in die Region locken. Außerdem verspricht sich Umweltministerin Rehlinger von dem Nationalpark-Projekt eine Stärkung der regionale Identität.

„Der Erhalt der biologischen Vielfalt ist unser übergeordnetes Naturschutzziel. Das heißt aber nicht, dass über den zu planenden Nationalpark eine Glasglocke gestülpt werden wird. Im Gegenteil, er soll auch Erholungssuchende und Touristen  anziehen“, hob Umweltministerin Anke Rehlinger bei der Vorstellung des saarländischen Nationalparkkonzeptes hervor.

„Nationalparke sind auch Imageträger, die als gutes Vermarktungsinstrument dienen können, etwa für den Tourismus, aber auch für regionale Produkte“, so Rehlinger.

Viel Infrastruktur bereits vorhanden

Alle wesentlichen Einrichtungen der Infrastruktur für Erholungssuchende sollen in der Erholungszone des Nationalparks zusammengefasst werden. Die Erholungszone ist allerdings keine zusammenhängende Fläche, da bereits bestehende Einrichtungen für den künftigen Nationalpark genutzt werden können. Diese Zone ist meist integriert in die Natur- und Pflegezone.

So liegen beispielsweise  die beiden Jagdhäuser im SaarForst-Besitz,  Carlshaus und Weißelshaus, die in einem Nationalpark als Rangerstationen und Übernachtungsmöglichkeiten für kleine Gruppen dienen könnten, in der künftigen Naturzone.

Ähnlich verhält es sich auch mit der zentralen touristischen Einrichtung auf saarländischer Seite, dem keltischen Ringwall in Otzenhausen. Der benachbarte, im Aufbau begriffene Keltenpark soll einen künftigen Schwerpunkt für die touristische Vermarktung des Gebietes darstellen.

Alleinstellungsmerkmal „Kelten“

Ministerin Rehlinger erhofft sich noch weitere Vorteile durch die Schaffung eines Nationalparks: „Von dem Projekt verspreche ich mir auch eine Stärkung der regionalen Identität und Kultur. Das kulturelle Erbe der Kelten ist beim Nationalpark Hochwald/Idarwald ein Alleinstellungsmerkmal, über das kein anderer deutscher Nationalpark verfügt.“

Das Projekt könne darüber hinaus dabei helfen, ein attraktiveres Lebens- und Arbeitsumfeld zu gestalten.

Nicht von oben verordnet

„Ein Nationalparkprojekt kann aber nicht von oben verordnet werden. Das geht nur gemeinsam mit den Menschen in der Region“, so Rehlinger. Das Landeskonzept ist in enger Abstimmung mit Rheinland-Pfalz entstanden.

Das „kommunale Eckpunktepapier“ des Naturpark Saar-Hunsrück, das Wünsche und Vorstellungen der betroffenen Kommunen zusammenfasst, sowie die Ergebnisse eines Dialogs mit Bürgerinnen und Bürgern sind in den Konzeptentwurf der Landesregierung eingeflossen.

Die Verwaltung des Nationalparks stützt sich im Wesentlichen auf bereits vorhandenes Personal. Am Ende der Aufbauphase sieht Rheinland-Pfalz den Einsatz von 57 Personen vor. Dabei will das Nachbarland vorhandenes Landespersonal – insbesondere aus Landesforsten – ganz oder überwiegend im Nationalpark beschäftigen.

Das Saarland hat signalisiert, sich zusätzlich mit drei Personen an der Personalisierung des Nationalparks zu beteiligen.

Nach vorläufig ermitteltem Bedarf sind pro Jahr Haushaltsmittel für Personal-, Sach- und Geschäftskosten einschließlich einem anteiligen Betrag an den Kosten der Nationalparkverwaltung in Höhe von 310.000.- € vorgesehen.

Landesgesetz und Staatsvertrag

Zum weiteren Vorgehen: Die kommunalen Gebietskörperschaften sind jetzt aufgerufen, das vorliegende Konzept zu erörtern und sich zu positionieren.

Daran wird sich das förmliche Verfahren (Landesgesetz zum Nationalpark und Staatsvertrag zwischen Rheinland-Pfalz und Saarland) anschließen.

Die endgültige Festlegung des Nationalparks soll dann in einem rechtsförmlichen und parlamentarischen Verfahren im Laufe des Jahres 2014 erfolgen.

(Quelle: saarland.de)


 


 

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